Otto Kopp vom Musikverein Deggenhausen-Lellwangen berichtet, dass der Verein aus seiner „Corona-Starre“ erwache, nachdem das Probenverbot für Amateurmusikgruppen aufgehoben worden sei. „Wir proben wieder seit 9. Juni, seitdem man eben zusammen im Freien proben kann“, so Kopp. In den Räumen ginge es nicht, da hier nicht der geforderte Mindestabstand zwischen jedem Musiker von zwei Meter eingehalten werden kann.

Otto Kopp, Vereinsvorsitzende des MV Deggenhausen-Lellwangen.
Otto Kopp, Vereinsvorsitzende des MV Deggenhausen-Lellwangen. | Bild: Verein

Bei 35 Musikern bräuchte man laut Kopp einen Probenraum von 140 Quadratmeter und das sei nicht möglich. Geprobt wird einmal in der Woche im Freien oder auf überdachten Plätzen, dazu kommen Registerproben, denn jüngst fand das erste Platzkonzert seit 2019 in Deggenhausen statt. Zudem verrät Otto Kopp, dass der Verein Ende September ein Konzert mit komplett neuem Konzept in einer neuen Location anbieten möchte.

Wie alle Musikvereine im Tal freuen sich auch die Musikanten des MV Deggenhausen-Lellwangen darauf endlich wieder, wie hier beim Dorffest in Lellwangen im Juni 2019, unbeschwert aufspielen zu können.
Wie alle Musikvereine im Tal freuen sich auch die Musikanten des MV Deggenhausen-Lellwangen darauf endlich wieder, wie hier beim Dorffest in Lellwangen im Juni 2019, unbeschwert aufspielen zu können. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)
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Verein für Freizeitsport: Nach den Ferien starten Angebote für Kinder

Beim Verein für Freizeitsport ist das Tal Studio geöffnet und alle Kurse für Erwachsene haben noch vor den Sommerferien wieder angefangen. Das berichtet die Vorsitzende Sibylle Strasser. Die Planungen für den Herbst laufen. Besonders schön sei, dass nach den Sommerferien auch wieder für Kinder Bewegungsangebote gemacht werden können, so die Vorsitzende.

Vier Übungsleiter haben beim Verein für Freizeitsport während des Lockdowns aufgehört und eine Fitnesstrainerin habe das Studio verlassen – auch weil sie sich beruflich umorientiert haben. Eine nicht unwesentliche Zahl an Studiomitgliedern habe gekündigt, berichtet Strasser. Einige wollten die Hygienemaßnahmen nicht mitmachen, andere hatten eine gewisse Sorge vor einer Ansteckung. Nach fünf Monaten Zwangspause wurden ab Ostern für jeweils zwei Haushalte kostenlose „Besuchstage“ für Mitglieder im Studio organisiert.

Als einer der wenigen Vereine im Tal hatte sich der Verein für Freizeitsport gewagt, unter Corona-Bedingungen im Mai 2021 im Freien bei der Schule eine Hauptversammlung abzuhalten; (von links): Claudia Fischer, Achim Dreher, Iris Baran, Christine Heider und Sibylle Strasser.
Als einer der wenigen Vereine im Tal hatte sich der Verein für Freizeitsport gewagt, unter Corona-Bedingungen im Mai 2021 im Freien bei der Schule eine Hauptversammlung abzuhalten; (von links): Claudia Fischer, Achim Dreher, Iris Baran, Christine Heider und Sibylle Strasser. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)

Zur Zukunft des Vereins erklärt Strasser: „Große Sorge bereitet mit tatsächlich der Widerstand einiger Mitglieder gegen eine Impfung. Trotz vieler Gespräche kann ich die Argumente der Impfunwilligen immer noch nicht verstehen.“ Sollte es nicht besser mit der Pandemie werden, reife beim Verein die Überlegung, nur noch für Genesene oder Geimpfte die Teilnahme beziehungsweise das Training zu erlauben. Im Tal Studio wurde im Oktober eine leistungsstarke Klimaanlage eingebaut. Sie sorgt laut Strasser dann vor allem in der kalten Jahreszeit mit einer groß ausgelegten Luftreinigungsleistung für ein sicheres Training.

Sibylle Strasser ist Vorsitzende des Vereins für Freizeitsport Deggenhausertal.
Sibylle Strasser ist Vorsitzende des Vereins für Freizeitsport Deggenhausertal. | Bild: Wolf-Dieter Guip

SV Deggenhausertal: Sportanlage muss auf Vordermann gebracht werden

Der Vorsitzende des Sportvereins Deggenhausertal (SVD), Benedikt Caspari, beschreibt die aktuelle Situation wie folgt: „Der Verein ist gut aufgestellt und im Großen und Ganzen geht es uns sehr gut.“ Durch die coronabedingte Nichtnutzung und die eingeschränkte Pflege der Sportanlage über acht Monate seien an der Sportanlage noch einige handwerkliche Arbeiten am Gelände und Gebäude nötig. Finanziell sei der Verein durch die großartige Unterstützung der Mitglieder und Sponsoren gut durch die Pandemie gekommen, so Caspari. Es sind nur wenige Abmeldungen erfolgt. In den Jugendjahrgängen wurden sogar neue Mitglieder gewonnen.

Monatelang herrschte im Stadion des Sportvereins Deggenhausertal in Obersiggingen gähnende Leere; der Spielbetrieb läuft unter Auflagen wieder an.
Monatelang herrschte im Stadion des Sportvereins Deggenhausertal in Obersiggingen gähnende Leere; der Spielbetrieb läuft unter Auflagen wieder an. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)
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Der Spielbetrieb wurde Ende Oktober eingestellt und ab Mitte November bis Ostern war kein Training möglich gewesen. Über Ostern konnte man zwei Wochen eingeschränkt trainieren, dann erst wieder ab Mitte Mai in kleineren Gruppen bis maximal 20 Personen und der 3G-Regel. Seit Mitte/Ende Juni seien wieder, relativ ohne Beschränkungen, Spiele und Training möglich, so Benedikt Caspari. Aktuell sind bei den Spielen bis zu 750 Zuschauer unter Einhaltung der Aha-Regeln und einer Registrierung erlaubt.

Caspari: Weiterer Lockdown würde Vereine in Probleme bringen

Zur künftigen Entwicklung erklärt der Vorsitzende: „Ich denke von der Infrastruktur, den Finanzen und den ehrenamtlich Tätigen sind wir gut aufgestellt, allerdings könnte ein weiterer Lockdown viele Vereine wirklich in Probleme bringen, da irgendwann die Mitgliedsbeiträge und Sponsoreneinnahmen, neben den fehlenden Einnahmen durch Festivitäten, zu einem ernsten Problem werden könnten“, so Caspari.

Benedikt Caspari, Vorsitzender des Sportvereins Deggenhausertal.
Benedikt Caspari, Vorsitzender des Sportvereins Deggenhausertal. | Bild: SK

Der SVD ist immer auf der Suche nach Trainern, die die über 100 Jugendspieler des Vereins betreuen. Wie es beim Spielbetrieb weitergehe, sei derzeit offen. Das ist abhängig von der Entwicklung und Bewertung der Inzidenzen und Corona-Maßnahmen. Benedikt Caspari hofft, dass nach zwei abgebrochenen Saisons, dieses Jahr wieder komplett und ohne Auflagen gespielt werden darf. Zumal es gerade für Kinder und Jugendliche essenziell sei, dass sportliche Angebote nicht eingeschränkt werden.

MV Homberg-Limpach: Hoffnung auf den Nikolausmarkt in Wittenhofen

Der MV Homberg-Limpach probt wieder seit Mitte Juni im Freien vor dem Pfarrhaus in Limpach und bei Regenwetter in einer Halle des Berggasthofs Höchsten. „Wir halten von Musikant zu Musikant 1,5 Meter Abstand. Das war anfangs etwas ungewohnt, doch mittlerweile ist es schon fast normal.“, sagt die Vorsitzende Dagmar Felix. Neben der bereits erfolgten Dorfserenade in Limpach sei noch ein „Ständle-Sonntag“ im September geplant. Ansonsten steht die Hauptversammlung an und Ende des Jahres wäre der Verein auf dem Nikolausmarkt in Wittenhofen vertreten. Zum Lockdown bemerkt Felix, dass das „ständige Auf und Ab des Regelwerks“ die Planung nicht einfach gemacht hatte.

Bild: Jan Manuel Heß

Es gab die Sorge, dass nicht alle Musikanten gehalten werden können, da viele die Zeit zuhause und mit der Familie auch genossen hätten. Abgänge gab es aber laut Dagmar Felix keine zu verzeichnen. Für die Zukunft wünscht sie sich immer volle Register, viel Freude an der Musik und Spaß am gemeinsamen Musizieren. „Wenn das geschafft wird, dann steht einer erfolgreichen Zukunft nichts im Weg“, so Felix.

Auch beim MV Homberg-Limpach steht man in den Startlöchern, um, wie hier beim Serenadenkonzert 2018, wieder in alter Form spielen zu können.
Auch beim MV Homberg-Limpach steht man in den Startlöchern, um, wie hier beim Serenadenkonzert 2018, wieder in alter Form spielen zu können. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)

MV Roggenbeuren: Die Gemeinschaft ist stärker geworden

Viola Baumann vom Vorstandsteam beim MV Roggenbeuren bezeichnet die derzeitige Situation als „sehr gut“. „Wir haben die vergangen vier bis sechs Wochen sehr daran gearbeitet auf unser altes musikalisches Niveau zurückzukommen“, so Baumann. Die Proben im Freien hatten auf verschiedenen Höfen der Musiker stattgefunden. „Wir genießen es sehr, wieder gemeinsam Musik zu machen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende.

Viola Baumann, stellvertretende Vorsitzende des MV Roggenbeuren.
Viola Baumann, stellvertretende Vorsitzende des MV Roggenbeuren. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Nach einer Vorstandssitzung wurde bereits ein Platzkonzert vor dem Rathaus organisiert. Am Sonntag, 22. August veranstaltet der Musikverein in Urnau einen Frühschoppen auf dem Dorfplatz. Außerdem soll am 29. August die Hauptversammlung in der Alfons-Schmidmeister-Halle nachgeholt werden.