„Noch zwei Zentimeter runter, einen Zentimeter nach rechts – passt.“ Fast ein wenig wie früher bei „Wetten dass…“ gibt Albert Scherer seinem Montagepartner Matthäus Sturm Anweisungen, der die Hydraulik seines Ackerschleppers entsprechend steuert. Und schon können die Schrauben der Schiffschaukel am vorhandenen Gestell fixiert werden.

Zwölfte Saison für den fünf Kilometer langen Weg

Einige Stunden sind die beiden unterwegs, um die 14 Schaukeln entlang des Schaukelwegs auf einer Rundstrecke zwischen Roggenbeuren und Urnau zu montieren. In der zwölften Saison erfolgt jetzt schon der Aufbau an dem rund fünf Kilometer langen Wanderweg, der gerade für Familien geeignet ist und sich großer Beliebtheit erfreut.

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Ein Arbeitskreis des Fördervereins Deggenhausertal war auf die Idee gekommen und Albert Scherer war die treibende Kraft. Eine kleine Gruppe war in den Bayerischen Wald gefahren und hatte sich dort eine ähnliche Einrichtung angesehen. Eine große Anzahl an Sponsoren hatte es möglich gemacht, Material zu beschaffen, um die Schaukeln zu bauen und auch die Gemeinde um den damaligen Bürgermeister Knut Simon engagierte sich.

Schaukelweg als lokale Attraktion

„Anfangs waren wir davon ausgegangen, dass die Leute nach drei bis vier Jahren das Interesse verlieren würden, aber der Weg hat sich tatsächlich zu einer Attraktion entwickelt“, freut sich Scherer. Und nach einer kurzen Phase, in der eine Häufung von Vandalismus der Idee zusetzte, läuft der Weg über die Saison recht störungsfrei. Wenn hin und wieder kleinere Reparaturen erforderlich sind, werden sie vor Ort kurzfristig behoben.

An einem der Einstiege in den Schaukelweg in Roggenbeuren gibt eine Hinweistafel Informationen und Tipps für den Rundweg in schöner Natur.
An einem der Einstiege in den Schaukelweg in Roggenbeuren gibt eine Hinweistafel Informationen und Tipps für den Rundweg in schöner Natur. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Warum machen Matthäus Sturm und Albrecht Scherer sowie Ingo Jehle, der Hackschnitzel um die Flächen verteilt, ehrenamtlich diese Arbeit: „Wir haben selbst Ferienwohnungen und der Fremdenverkehr im Tal hat sich über die Jahre gut entwickelt, sodass die Allgemeinheit etwas vom Schaukelweg hat und auch die Einheimischen nutzen den Weg“, erklären Scherer und Sturm.