Die für einen Weihnachtsmarkt typischen Gerüche von Glühwein, Punsch, Käsespätzle, Pommes Frites, Bratwurst und vielem mehr lösen sich im Freien auf dem zugigen Höchsten relativ schnell auf, aber sie duften um ein Vielfaches aus den offenen Fenstern der maximal im Schritttempo vorbeifahrenden Autos. Aus denen schauen einem durchweg glückliche und zufriedene Gesichter entgegen. Die Besucher freuen sich darüber, was Höchsten-Wirt Hans-Peter Kleemann mit seinem Team hier am Wochenende gezaubert hat: einen „Weihnachtsmarkt Drive-in“.

Video: Wolf-Dieter Guip
Das könnte Sie auch interessieren

Die Temperaturen etwas unter dem Gefrierpunkt, ein leichter, angenehmer Schneefall und gut gelaunte, freundliche wie engagierte Mitarbeiter tragen zu einem gelungen Gesamtbild dieser Veranstaltung bei. Hans-Peter Kleemann, der es sich nicht nehmen lässt, als Nikolaus sowohl Kindern als auch Eltern nette Kleinigkeiten ins Autofenster zu reichen, ist ein Stückweit platt: „Ich habe ausschließlich positive Reaktionen der Besucher, die sind ganz begeistert und es sind wirklich welche dabei, die vor Rührung einige Tränchen vergießen.“ Tatsächlich er mit dieser Aktion voll ins Schwarze getroffen. Coronabedingt gab es keinen Nikolausmarkt im Deggenhausertal, Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern in Betrieben und Vereinen finden nicht statt, kurzum alle gemeinschaftlichen Aktivitäten in der Vorweihnachtszeit sind abgesagt. Das hat ein großes Vakuum bei den Menschen erzeugt.

Rosa Nädele (links) und Bruni Reiß freuen sich, aus Anlass des Weihnachtsmarkts mal wieder raus zu kommen und ihre Kollegen aus dem Berggasthof zu treffen.
Rosa Nädele (links) und Bruni Reiß freuen sich, aus Anlass des Weihnachtsmarkts mal wieder raus zu kommen und ihre Kollegen aus dem Berggasthof zu treffen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Corona-Verordnung wird strikt eingehalten

Da ist es kein Wunder, dass der „Weihnachtsmarkt-Drive In“ auf dem Höchsten zum absoluten Renner wird – und das unter strikter Einhaltung der Corona-Verordnung. Es sind keine Fußgänger auf dem Gelände erlaubt, kein Aussteigen aus den Autos, die Abstände werden eingehalten, alle Service-Kräfte sowie die Insassen der Autos, wenn die Fenster an den Ständen für eine Bestellung heruntergelassen werden, tragen Mundschutz. Als Jochen Hägele seinen Sohn ermahnt, die Maske hochzuziehen, entgegnet der achtjährige Julian: „Der Fotograf steht ja mehr als 1,5 Meter von uns entfernt.“ Egal, die Familie Hägele aus Obersiggingen ist von dem Weihnachtsmarkt hellauf begeistert und voll des Lobes, ob der Kreativität zur Organisation dieses Marktes.

Familie Bleiko aus dem Kreis Sigmaringen empfängt, geschützt durch die Maske, eine Bestellung und mit mehreren gereichten Servietten bleibt auch das Innere des Autos sauber.
Familie Bleiko aus dem Kreis Sigmaringen empfängt, geschützt durch die Maske, eine Bestellung und mit mehreren gereichten Servietten bleibt auch das Innere des Autos sauber. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Auch Familie Bleiko aus dem Kreis Sigmaringen ist ganz begeistert: „Das ist eine super Idee, nur könnte das Wetter noch etwas besser sein.“ Familie Walz aus Mengen ist glücklich, dass sie sich zum Höchsten aufgemacht hat; es sei noch viel schöner, als sie vermutet habe. Auch ungefragt rufen dem SÜDKURIER-Mitarbeiter die Leute aus den vorbeifahrenden Autos zu, wie toll sie diese Idee finden und wie froh sie sind, eine solche Atmosphäre genießen zu können.

Viele Freude hat auch die Familie Walz aus Mengen, die ganz begeistert von der Idee des Marktes auf dem Höchsten ist.
Viele Freude hat auch die Familie Walz aus Mengen, die ganz begeistert von der Idee des Marktes auf dem Höchsten ist. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Die Mitarbeiterinnen des Berggasthofs, Claudia Lüdke und Melanie Roth, bewirtschaften den Stand mit Popcorn und Kaiserschmarrn: „Wir machen das ehrenamtlich wie alle Mitarbeiter, die im Einsatz sind, weil wir den Chef unterstützen wollen und es fördert den Teamgeist“, so Lüdke. Und Roth ergänzt: „Wir machen das gerne und wollen ja auch in Zukunft auf dem Höchsten arbeiten. Es macht einfach riesigen Spaß“.

Im Schritttempo geht es den Mundartweg an Buden vorbei hinab zum Berggasthof, wo weitere Stände auf die Besucher warten.
Im Schritttempo geht es den Mundartweg an Buden vorbei hinab zum Berggasthof, wo weitere Stände auf die Besucher warten. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Eine Hütte weiter werden in Likör karamellisierte Walnüsse, Apfelbrot, Eierlikör und vieles mehr zum Mitnehmen angeboten. „Die meisten Dinge an unserem Stand haben die Mitarbeiter selbst gemacht“, betont Rosa Nädele und Bruni Reiß fügt hinzu: „Das Weihnachtsgebäck haben unsere Auszubildenden gebacken.“ So hat sich die Idee und die Umsetzung des ersten „Weihnachtsmarkt Drive-in“ zu einem echten Gewinn für das Höchsten-Team und die Besucher entwickelt.