Vielversprechend ist der Ausblick auf die drei Stücke der Theatergruppe Homberg-Limpach die hintereinander gespielt werden, nur unterbrochen durch kurze Umbauten und Verpflegungspausen, in denen man sich mit Getränken und kleinen Leckereien versorgen kann. „Seit über 50 Jahren spielen wir jetzt unser klassisches Theater zum Jahreswechsel im Gasthaus Mohren. Wir konnten uns nicht vorstellen, nach außen zu gehen. Aber die Proben haben gezeigt, dass es eine schöne Alternative ist“, erklärt Theaterleiter Manfred Ströhle, der seit rund 45 Jahren dabei ist und sich auf die drei Stücke freut.

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Drei aus mehrerlei Gründen: Zum einen wollten die Verantwortlichen wegen der Pandemie locker-leicht mit humorvollen Stücken beginnen, und das gelinge am besten mit Einaktern. Außerdem wollten sie Abwechslung bieten. Der dritte Grund sei wegen Corona, sagt Regisseurin Caroline Karrer. Die Gruppen und damit die Rollen sollten kleiner sein, sodass im Krankheitsfall leichter Ersatz gefunden werden könnte. Das fordert sie aber doppelt heraus: Fünf der sieben Wochentage ist sie mit den Proben beschäftigt. „Zu sehen, wie ein paar Wörter auf dem Blatt Volumen bekommen und der ausgedachte Charakter Form annimmt, ist spannend“, sagt die 34-Jährige, die sich die Regie-Fertigkeiten selbst erarbeitet hat.

Noch ist Erich (Frank Wieland, rechts) nicht so überzeugt von einem gemeinsamen Essen mit (von links) Toni (Oliver Schreibmüller), Mizzi ...
Noch ist Erich (Frank Wieland, rechts) nicht so überzeugt von einem gemeinsamen Essen mit (von links) Toni (Oliver Schreibmüller), Mizzi (Melanie Ibele) und seiner Frau Hilde (Yvonne Denzler). Bilder: Christiane Keutner | Bild: Christiane Keutner

Dass es wieder einmal ein Kinderstück geben wird, haben die Besucher vielleicht dem Drängen ihrer Tochter Felia, der mit sieben Jahren jüngsten Akteurin, zu verdanken, die ihre Mama schon vor zwei Jahren gedrängt hatte, mitspielen zu dürfen, sowie der neunjährigen Mia, die ebenfalls zum ersten Mal dabei ist. Und dem Umstand, dass man den begeisterten Nachwuchs bei der Stange halten will – „die Talente von morgen“, wie Ströhle sagt. Sämtliche Akteure seien der Theatergruppe treu geblieben. Das sei unter anderem dem Zusammenhalt und der guten Stimmung zu verdanken.

Seit 40 Jahren dabei

Franz Benz ist seit 40 Jahren dabei; mit 23 hat der heute 65-Jährige begonnen, als der damalige SV Homberg-Limpach die Theatergruppe für die Jugend initiiert hatte. Zwar sei die Vorbereitung Stress und man müsse zwischen 17 und 19 Mal eineinhalb bis zwei Stunden proben, „doch es macht Spaß und man kann gut abschalten“, meint er und betont, er freue sich, dass sich heutzutage wieder viele Neue fürs Theaterspielen interessierten.

Seit vier Jahrzehnten spielt Franz Benz mit. Und es macht ihm immer noch Spaß.
Seit vier Jahrzehnten spielt Franz Benz mit. Und es macht ihm immer noch Spaß. | Bild: Christiane Keutner

Zu ihnen gehört auch Frank Wieland, 41, der im Stück „Urlaub auf dem Campingplatz“ einen seine Frau herumkommandierenden Macho spielt, „wie halt zuhause auch“, witzelt er. Nein, in Wirklichkeit sei er ein ganz Netter, wie ihm sein Umfeld bescheinige; er habe sich daher richtig umstellen müssen. Das gelingt ihm gut: Überzeugend staucht er seine Frau (Yvonne Denzler) zusammen, bis die neuen ostdeutschen Camping-Nachbarn auftauchen – der Auftritt im Freien erlaubt die Einbeziehung echter Wohnwagen sowie ein weiträumiges Spielen. Allerdings muss auf eine soufflierende Person verzichtet werden und die Akteure tragen Headsets – weitere Herausforderungen.

Kinder freuen sich auf ihren Auftritt

Die Herausforderungen meistern aber auch die Kinder lässig. Unbefangen spielen sie und verpatzen nicht eine Szene bei der Generalprobe. 21 Sätze hat Mia, die vor der Aufführung „ein bissle aufgeregt“ ist. Luisa, zwölf Jahre, kann das nachvollziehen, sie spielt das dritte Mal mit: „Zu Anfang hat man Lampenfieber, aber wenn man auf der Bühne seinen ersten Satz gesagt hat, ist es weg“, beruhigt sie. Felia freut sich schon aufs Lachen des Publikums.

Marie-Therese Schreibmüller muss nachhelfen, um die Rolle von Tante Erika typgerecht zu verkörpern.
Marie-Therese Schreibmüller muss nachhelfen, um die Rolle von Tante Erika typgerecht zu verkörpern. | Bild: Christiane Keutner

Keine Probleme mit dem Tod hat Berthold Metzger, der bereits mit 15 Jahren zur Truppe gestoßen ist. Es ist das vierte Mal, dass der heute 54-Jährige in diese Rolle schlüpft. Diesmal spielt er den Tod in der Sinnkrise mit viel Text, bei dem ihm der „Chef“ dazwischenschwätzt. „Die Rolle meines Lebens“, witzelt er. Ihm gelingt die Balance zwischen Mystik und einer gewissen Leichtigkeit, sodass keine Langeweile aufkommt.

Zur Tradition gehört die Bewirtung, für die Festwirt Thomas Gartmann verantwortlich ist: „Dieses Jahr müssen wir kühlen statt stauchen“, beschreibt er die Herausforderung. Kult ist auch eine Tombola: Viele Sponsoren haben Preise gestiftet. Der Erlös aus Eintritt und Wirtschaftsbetrieb wird in neue Ausrüstung gesteckt und ist auch für ein geselliges Zusammensein gedacht.