Im Deggenhausertal sind die Schwimmkurse für Kinder, die in diesem Sommer angeboten werden, offenbar der große Renner: „Die Anmeldungen kommen aus einem Umkreis von bis zu 30 bis 40 Kilometern, der Bedarf ist riesig“, sagt Hamann im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Hygienekonzept mit Einzelumkleiden für die Kinder

Vor der Eingangstür verabschieden Eltern ihre Fünf- und Sechsjährigen. Sandra Rimmele, Mitarbeiterin des Aquatal, nimmt sie in Empfang, betreut die Jungs und Mädchen während der Kurszeit und hilft bei organisatorischen Dingen.

Sandra Rimmele, Mitarbeiterin des Hallbad Aquatal, betreut die Schwimmkurse für die Kinder organisatorisch.
Sandra Rimmele, Mitarbeiterin des Hallbad Aquatal, betreut die Schwimmkurse für die Kinder organisatorisch. | Bild: Heike Gumsheimer

„Jedes Kind hat eine eigene Umkleide, die mit einem Symbol markiert ist, das gleiche Motiv hat die Bank in der Schwimmhalle, wo die Kinder sitzen“, berichtet sie. Das sei ein Teil des Corona-Hygienekonzepts. „Wegen Corona dürfen die Eltern nicht mit rein, aber die Kinder kriegen das prima allein hin“, sagt Rimmele, „das fördert die Selbstständigkeit“.

Nach zwei Wochen Kurs geht es für die Kinder ins tiefere Wasser

Der Kurs ist zu diesem Zeitpunkt bereits in der zweiten Woche, daher gehen die Kinder direkt ins tiefere Wasser. „Jetzt müssen sie sicherer werden und das Gelernte der ersten Woche trainieren“, erklärt Rimmele. Pro Kurs nehmen acht bis zehn Kinder teil, sie werden von zwei Fachangestellten für Bäderbetriebe, Giacomo Perotti und Nico Rosenkranz, im Wasser betreut und beaufsichtigt.

Die beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe bringen den Kindern schwimmen bei und betreuen sie im Wasser: Nico Rosenkranz und Giacomo Perotti bringen viel Erfahrung im Umgang mit den Kleinen mit.
Die beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe bringen den Kindern schwimmen bei und betreuen sie im Wasser: Nico Rosenkranz und Giacomo Perotti bringen viel Erfahrung im Umgang mit den Kleinen mit. | Bild: Heike Gumsheimer

„Manche Kinder brauchen noch den Schwimmgurt oder eine Poolnudel, andere haben das Schwimmabzeichen schon in der Tasche, ohne es zu wissen“, sagt Rimmele: „Wir prüfen die Disziplinen spielerisch und nebenbei, ohne Prüfungsdruck aufzubauen.“ Wer einen Ring aus schultertiefem Wasser hoch bringt, habe bereits eine von drei nötigen Disziplinen geschafft. „Und Kinder, bei denen es am Ende der zwei Wochen noch nicht fürs Seepferdchen-Abzeichen reicht, bekommen das inoffizielle „Froschabzeichen“ für gute Beinarbeit“, ergänzt Hamann.

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Der Spaß im Wasserfall nimmt Kindern die Angst vor dem Wasser

In der Zwischenzeit wechseln die Kinder in den flacheren Teil des Hallenbads. Drei Kinder sitzen auf einer Matte, Perotti zieht sie durch einen Wasserfall. Geschrei und Gekicher, als sie direkt unter dem Strahl sind. „So verlieren die Kinder die Angst vor dem Wasser, auch wenn es mal von oben kommt“, erklärt Rimmele. „Nehmt bitte jeder ein Schwimmbrett, wir starten jetzt die Wasserweichmachmaschine“, gibt Perotti Anweisung.

Das Wasser spritzt von oben, unten gibt es freudiges Gejohle: Giacomo Perotti (links) mit drei Jungs unter dem Wasserfall.
Das Wasser spritzt von oben, unten gibt es freudiges Gejohle: Giacomo Perotti (links) mit drei Jungs unter dem Wasserfall. | Bild: Heike Gumsheimer

Nach dem Kurs wird das gesamte Bad wieder desinfiziert

Die Kinder schlagen mit den Schwimmbrettern aufs Wasser ein, dabei spritzen sie in alle Richtungen und vor allem sich selbst nass. Am Ende der Stunde fragt Rosenkranz: „Und, kommt ihr morgen wieder?“ „Jaa!“, ruft die Kinderschar. Dann ziehen sie sich um, melden sich bei Rimmele ab und werden von ihren Eltern draußen in Empfang genommen. Das Team desinfiziert jetzt die Böden, die Duschen, die Sitzflächen im Bad und die Umkleiden, bevor die nächste Schwimmstunde startet.

Ein Rettungsring am Beckenrand. Der ist aber nicht nötig. Mehrere Mitarbeiter kümmern sich während der Kurse um die Kinder. Haben sie nach zwei Wochen Fortschritte erzielt, dann winkt das Seepferdchen-Abzeichen.
Ein Rettungsring am Beckenrand. Der ist aber nicht nötig. Mehrere Mitarbeiter kümmern sich während der Kurse um die Kinder. Haben sie nach zwei Wochen Fortschritte erzielt, dann winkt das Seepferdchen-Abzeichen. | Bild: Heike Gumsheimer

Wegen der Kurse sind die Hallenbäder in diesem Sommer für die Öffentlichkeit geschlossen. „Die Leute reagieren jedoch sehr verständnisvoll, wenn wir ihnen erklären, dass in den Bädern momentan Schwimmkurse für Kinder stattfinden“, sagt Hamann.

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