Vier von fünf Frauen, die die Kinderkleiderkiste vor Corona organisiert haben, sind auch nach zweijähriger Zwangspause wieder mit dabei. „Und es war ganz einfach, die meisten früheren Helferinnen zu aktivieren und neue zu gewinnen“, erklärt Stephanie Bystricky die Zusammensetzung des neuen, alten Organisations- und Helferteams. Ein paar Aushänge in Kindergärten, ein Aufruf im Gemeindeblatt und auf Basargruppen in den Sozialen Medien und schon hätten sich 18 junge Mütter gefunden.

„Meistens hören Frauen dann auf, wenn die Kinder größer sind und sich deren Kleidergröße nicht mehr auf dem Basar kaufen und verkaufen lässt“, erklärt Manuela Sorg, ebenfalls Mitglied im Organisationsteam. Unterstützung bekommen sie beim Auf- und Abbau auch von einigen Männern. „Ansonsten müssen die an diesem Tag auf die Kinder aufpassen“, sagt sie. Stattfinden soll die Aktion am 9. April.

Begeistert sind beide von der Software, über die sie in diesem Jahr den kompletten Verkauf abwickeln. „Das vereinfacht sämtliche Abläufe“, erklärt Bystricky. Über eine App können sich Verkäuferinnen registrieren. Man legt die Produkte und Preise an, kann dann Etiketten ausdrucken, auf denen ein QR-Code ist. „Den können wir an der Kasse einscannen, der Artikel wird direkt der Verkäuferin zugeordnet und mit wenigen Klicks ist am Ende die Abrechnung erstellt.“ Das System sei professioneller, zeitsparend „und wir plagen uns nicht mehr mit selbst geschriebenen Etiketten, deren Preis man nicht entziffern kann“. Auch bei den Verkäuferinnen, die sich bereits angemeldet haben, komme das System gut an.

Das könnte Sie auch interessieren

Sämtliche Gewinne, die bei dem Basar eingenommen werden, sollen gespendet werden. „Einen Teil spenden wir immer regional und unterstützen damit bedürftige Familien oder es wurden auch schon die Schulobstkisten in der Grundschule finanziert“, erklärt Bystricky. Wichtig sei ihnen, dass ein Teil des Geldes in der Region bleibe. „Und in diesem Jahr werden wir auch für die Ukraine spenden.“ Helfer und Organisationsteam engagierten sich bürgerschaftlich. „Dass dieses Jahr Bewirtung und Kuchenverkauf vor Ort aus Hygienegründen nicht möglich sind, tut uns daher echt weh. Das erhöhte immer die Einnahmen und damit die Spendensumme.“ Aber die Auflagen wegen Corona seien zu hoch gewesen. „Jetzt bieten wir wenigstens ‚Kuchen to go‘.“ Jede Helferin backe einen Kuchen oder eine Torte; Bystricky hofft, dass dieses Angebot gut angenommen wird.

Die T-Shirts fürs Helferteam können dieses Jahr endlich zum Einsatz kommen. Eigentlich wurden Sie bereits für den Basar 2020 gemacht.
Die T-Shirts fürs Helferteam können dieses Jahr endlich zum Einsatz kommen. Eigentlich wurden Sie bereits für den Basar 2020 gemacht. | Bild: Heike Gumsheimer

Mit der Gemeinde habe man ein Hygienekonzept erarbeitet, aber man müsse abwarten, wie sich die Regeln bis zum Veranstaltungstag am 9. April ändern, erklärt Manuela Sorg. Im Moment gelten die 3G-Regeln und Maskenpflicht. Zu kaufen gebe es wie in früheren Jahren Kleidung, Baby-Ausstattung, Kindersitze, Kinderwagen, Kinderfahrzeuge, Spielzeug und Umstandsmode. Unterwäsche werde nicht mehr angenommen.

Die Kleiderkiste im Deggenhausertal existiert bereits seit mehr als 25 Jahren. Deshalb sei es allen Organisatorinnen wichtig gewesen, sie nach zweijähriger Pause wieder aufleben zu lassen, erklärt Bystricky. „Wir freuen uns alle drauf, wir hoffen, dass der Kuchenverkauf gut funktioniert, wir haben alle Lust und stehen in den Startlöchern“, beschreibt sie die Stimmung unter den Macherinnen.