Runde drei Meter breit und gut 1,50 Meter tief sowie voller Kreativität präsentiert sich die Passionskrippe in der Pfarrkirche Heilige Drei Könige in Urnau – wohl die einzige ihrer Art im Bodenseekreis, wenn nicht gar in Südwestdeutschland.

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„Pfarrer Jürgen Schmidt hatte gemeint, ob es nicht mal schön wäre, in Urnau eine Passionskrippe zu bauen und da haben wir zwei, drei Wochen überlegt und dann im Gemeindeteam Urnau entschieden, uns an dieses Projekt zu wagen“, berichtet Josef Schmidmeister, Kirchengemeinderat und Vorsitzender des Gemeindeteams in Urnau.

75 Figuren und Ensembles

Auf Grundlage der vorhandenen Platte für die Weihnachtskrippe hat er die chronologischen Abbildungen von der Geburt Jesu bis zur Auferstehung geplant. Dann wurden etwa 75 Figuren und Figuren-Ensembles gekauft. Gabriele Schmidmeister, die auch Mesnerin der Kirche ist, Renate Steck und Johanna Schmeh aus dem Gemeindeteam hatten sich bereit erklärt, gemeinsam mit Josef Schmidmeister – „ich wohne neben der Kirche und bin seit meiner Geburt als Ur-Urnauer mit der Kirche verbunden“ – die Krippe zu bauen. „Das war für uns Neuland und wir hatten uns erst recht spät entschlossen die Krippe zu bauen, aber mit ein bisschen Druck geht es immer am besten“, erzählt er.

Und obgleich sie zunächst keinen Plan gehabt hätten, sei es dann nach gewissen Vorarbeiten gelungen, das Werk in gut drei Stunden aufzubauen. Teilweise mussten einzelne Stationen umgebaut werden, um eine nachvollziehbare Reihenfolge zu erhalten.

Detailliert ist der Lebensweg Jesu von der Taufe bis zur Wiederauferstehung in der Passionskrippe dargestellt.
Detailliert ist der Lebensweg Jesu von der Taufe bis zur Wiederauferstehung in der Passionskrippe dargestellt. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Von der Taufe Jesu über den Einzug in Jerusalem, das Abendmahl, die Fußwaschung, den Garten Gethsemane, wo Jesus verraten und anschließend verhaftet wurde, bis hin zur Verurteilung und Geißelung, der Dornenkrönung, dem Kreuzweg sowie der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung sind die einzelnen Stationen mit vielen zusätzlichen Details liebevoll zusammengestellt worden.

Eine der dargestellten Szenen zeigt das Abendmahl.
Eine der dargestellten Szenen zeigt das Abendmahl. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Das Hintergrundgemälde der Passionskrippe hat Renate Steck gemalt. „Ein interessantes Detail ist die Darstellung des Hügels von Golgatha, auf dem die Kreuzigung stattfand. Ich habe ihn aus einem vermoderten Dachbalken gestaltet, der aus der Renovation der Kirche stammt“, erklärt Josef Schmidmeister weiter.

Die Geißelung Jesu, dargestellt in der Passionskrippe in Urnau.
Die Geißelung Jesu, dargestellt in der Passionskrippe in Urnau. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Pfarrer Jürgen Schmidt hatte die Idee für die Krippe: „Während Weihnachten als Fest für Herz und Romantik erlebt wird, ist Ostern geradezu das Gegenteil“, erklärt er. Ostern habe etwas zu tun mit dem Alltag der Menschen. Wo sich Verzweiflung, Krankheit, Not und Leid widerspiegelten. „Aber das Leben von uns allen endet ja nicht mit einer Passion, also mit Leiden und Sterben, sondern in der Auferstehung in einem Leben in Fülle.“

Die Kreuzigung auf dem Hügel Golgatha in der Passionskrippe in Urnau. Der Hügel besteht aus einem alten Balken aus der renovierten Kirche.
Die Kreuzigung auf dem Hügel Golgatha in der Passionskrippe in Urnau. Der Hügel besteht aus einem alten Balken aus der renovierten Kirche. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Die Passionskrippe in Urnau steht noch bis Christi Himmelfahrt in der Pfarrkirche Heilige Drei Könige. „Sie wird dann wieder abgebaut und für das nächste Jahr eingelagert“, erklärt Josef Schmidmeister.

Die Auferstehung als Ausschnitt aus der Passionskrippe in Urnau.
Die Auferstehung als Ausschnitt aus der Passionskrippe in Urnau. | Bild: Wolf-Dieter Guip