Gewöhnlich wird eine Kunstausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Außer einem festlichen Rahmen hat dies zum Vorteil, dass die Künstler, deren Motivation und Werk vorgestellt und gewürdigt werden und die Besucher einen Einblick in die jeweilige Kunst erhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Künstlergruppe auf diesen Auftakt verzichtet.

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Ausstellungsbesucher und jene, die im Rathaus Termine haben, können die Werke in aller Ruhe genießen und ganz eigene Interpretation zu den Bildern und Exponaten entwickeln. Schließlich lassen die Künstler bei der Gestaltung ihrer Stücke oftmals ihrer Fantasie freien Lauf und ebenso steht es dem Betrachter frei, seine eigenen Ideen in den Darstellungen zu finden. Man muss sich manchmal nur genügend Zeit lassen, in ein Bild einzutauchen und die Umgebung zu vernachlässigen, ganz neue Perspektiven zu erkennen.

Künstler erzählen von ihren Werken

Heiko Holdenried aus Weingarten malt Porträts, Menschenbilder und Stadtlandschaften; hier mit einem Bild „Ravensburg bei Nacht“. „Ich bin schon immer Künstler; als ich 12 Jahre alt war hat mein Vater Bilder von mir in Paris ausgestellt“, erklärt Holdenried, der in der Karlstraße in Weingarten eine Galerie mit rund 200 Bildern unterhält, die täglich geöffnet ist. Ganz früher war er in Nürnberg angestellt und hat dort für die Stadt Bilder gemalt.

Heiko Holdenried aus Weingarten.
Heiko Holdenried aus Weingarten. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Aus Ravensburg-Schmalegg ist Wolfgang Hirschberger, der als gelernter Friseur 52 Jahre als Drummer Oldie-Rockmusik gemacht hat. „Ich verstehe mich als Heimatmaler und male Mehlsäcke und Türme aus Ravensburg“, lacht Hirschberger. Es gebe nichts, was er nicht macht, so auch Skulpturen aus Ton. Hier hängt er in Rathaus in Wittenhofen ein recht abstraktes Bild auf. Er nennt es „Nach Gerhard Richter“, an dessen Malerei mit einem Rakel er sich anlehnt.

Wolfgang Hirschberger aus Ravensburg-Schmalegg.
Wolfgang Hirschberger aus Ravensburg-Schmalegg. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Christl Schneider-Götz malt Öl auf Leinwand

Christl Schneider-Götz aus Deggenhausen stellt als Gast der Künstlergruppe im Rathaus mit aus. „Ich male schlicht und ergreifend Öl auf Leinwand“, so Schneider-Götz, die schon immer künstlerisch tätig war. Sie war früher Kunsterzieherin und hat mit ihrem Eintritt in den Ruhestand ernsthaft begonnen, sich künstlerisch zu betätigen. Ihr Bild „Ein harter Brocken“ ist der Beginn einer Bilderserie, die sich mit der Umwelt befasst. Neben Kunststoffen sind die Meere jetzt auch mit Corona-Masken belastet – auch eine Auseinandersetzung mit der Pandemie.

Christl Schneider-Götz aus Deggenhausen.
Christl Schneider-Götz aus Deggenhausen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Branca Partic malt in Acryl und Aquarell

Aus Slowenien stammt Branca Partic, die heute in Deggenhausertal lebt. „Ich arbeite mit verschiedenen Materialien und befasse mich künstlerisch mit unterschiedlichen Themen in Acryl und Aquarell“, erklärt Partic ihre Werke. Seit sie klein ist, befasst sie sich mit der Kunst und jetzt als Hobby – aber nicht professionell.

Aus Slowenien stammt Branca Partic, die heute im Deggenhausertal lebt.
Aus Slowenien stammt Branca Partic, die heute im Deggenhausertal lebt. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Als Imkerin ist für sie Siebenstern eine Grundlage, die sie auch in diesem Bild umgesetzt hat, wobei sie sieben Honigwaben in die Collage eingefügt hat. Die Siebensternaufstellung der Bienenvölker verleihe den Bienen eine Anhebung ihres Energiefeldes, was sich in einem besonders energiereichen Honigs niederschlage.

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Besucher können selbst zu Künstlern werden

Die Bürger können im Rahmen des Mottos „Kunst im Tal der Liebe“ selbst zu Künstlern werden. Es wurde eine Foto-Aktion gestartet, bei der jeder, der mitmachen möchte ein Foto aus dem Tal, das ein Herz (in welcher Form auch immer) darstellt, ausstellen kann. „Wir sind gespannt, was für originelle Ideen die Bürger haben“, erklärt Petra Kolossa, Sprecherin der Künstlergruppe.

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