Sicherlich hat sich der seit 1985 stattfindende Nikolausmarkt zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, zu dem sich die Menschen aus allen Teilorten gerne treffen und in gemütlicher Runde austauschen. Ein Höhepunkt ist seit Anbeginn der Auftritt von Nikolaus mit Knecht Ruprecht, bei denen die Kinder Schlange stehen, um einen Hefeteig-Nikolaus und eine Überraschung aus dem Sack von Knecht Ruprecht zu ergattern. Eine gute Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit. Zwar ist der ehemalige Bauhofleiter Otto Hecht seit mehreren Jahren in Ruhestand. Doch er lässt es sich nicht nehmen, beim Verteilen der Nikoläuse zu helfen.

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In die Schlange der freudig Wartenden reihen sich auch die Kinder von Karina Kavalenko, Mariia Cherevata, Larysa Kovtun und Anna Voronina ein. Die vier Frauen genießen an einem Stehtisch Glühwein und beobachten das bunte Treiben. Sie sind wegen des Ukraine-Kriegs geflüchtet und seit dem Frühjahr im Teilort Limpach und auf dem Höchsten privat untergebracht. Sie fühlen sich im Deggenhausertal sehr wohl. „Wir sind sehr froh, dass man uns aufgenommen hat“, sagt Karina Kavalenko. Sie hätten hier beheizten Wohnraum, Wasser und Strom, während in der Ukraine vieles fehle.

Vom Sonnenschein verwöhnt: Der traditionelle Nikolausmarkt in Wittenhofen lockt schon am frühen Nachmittag viele Einheimische und auch ...
Vom Sonnenschein verwöhnt: Der traditionelle Nikolausmarkt in Wittenhofen lockt schon am frühen Nachmittag viele Einheimische und auch ukrainische Geflüchtete auf den Schulhof. | Bild: Wolf-Dieter Guip

„Wir sind sehr dankbar, dass wir hier sein dürfen“, ergänzt Kavalenko. Sie wollen gerne bleiben, bis die Ukraine den Krieg gewinnt. In der Heimat gebe es ähnliche Veranstaltungen am 19. Dezember. Allerdings sei in den orthodoxen Kirchen in der Ukraine Heiligabend am 7. Januar. Hier in Deutschland würden sie sich – schon wegen der Kinder – an den hiesigen Gewohnheiten orientieren und so gilt der 24. Dezember als Heiligabend.

Ein Stückweit Normalität: Karina Kavalenko, Mariia Cherevata, Larysa Kovtun und Anna Voronina (von links), die vor den Krieg in der ...
Ein Stückweit Normalität: Karina Kavalenko, Mariia Cherevata, Larysa Kovtun und Anna Voronina (von links), die vor den Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, fühlen sich im Deggenhausertal sehr wohl und freuen sich dass ihre Kinder beim Nikolausmarkt dabei sein können. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Dieses Mal findet der Nikolausmarkt nur an einem Tag statt. Das sei mit den Vereinen so entschieden worden, sagt Bürgermeister Fabian Meschenmoser. Zumal in der Vergangenheit am Sonntag das Interesse eher überschaubar gewesen sei und kleinere Vereine Probleme hätten, ausreichend Personal vorzuhalten. Anita Reger, DRK-Bereitschaftsleiterin, bestätigt: „Wir sind nur ein kleiner Ortsverein und haben deshalb nicht so viel Personal. Aber wir sind zufrieden, wie es läuft“. Das DRK war bisher auf allen Nikolausmärkten vertreten. Seit es die Gemeinschaft Haslachhof gibt, nehmen die Bewohner am Nikolausmarkt teil, so Katharina Philipp: „Es ist uns wichtig zu zeigen, dass wir ein Teil der Gemeinde sind.“