Bereits im März, also kurz nach der Bekanntgabe der Corona-Landesverordnung, war dem Festausschuss des Georgiritt-Teams klar gewesen, dass es unter diesen Umständen 2020 keinen Georgiritt und Wallfahrtstag geben wird.

Zu der feierliche Reiterprozession am Sonntag, 10. Mai, wären in Limpach rund 1000 Wallfahrer, etwa 500 Pferde und Reiter sowie zahlreiche Musikgruppen erwartet worden. Die Vorbereitungen für den Ritt liefen bereits auf Hochtouren.

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Die Einladungen zur vorbereitenden Reiterversammlung im Gasthaus Mohren waren verschickt, die Rückmeldungen zur Ehrung verdienter Reiter, die schon seit vielen Jahre mitreiten, angekommen. Mit Dekan Peter Müller stand der Festprediger fest, außerdem sollten zum ersten Mal die Ritter vom Templerorden mit ihren Familien teilnehmen.

Letzte Absage des Georgirittes war 2001

Zur Absage sagt Pfarrer Jürgen Schmidt von der Seelsorgeeinheit Deggenhausertal: „Seit Kriegsende und nach 19 Jahren ist es erst das zweite Mal, dass der Georgiritt ausfällt“. 2001 war die Maul- und Klauenseuche der Grund dafür gewesen, dass der Ritt nicht stattfinden konnte.

„Damals durfte allerdings der Blutritt in Weingarten stattfinden, weil die Behörden drei Wochen nach dem Georgiritt die Verordnungen aufgehoben haben. Dieses Jahr gibt es aber auch keinen Blutritt“, so Schmidt.

Diese eindrucksvolle Prozession wird es 2020 nicht geben: Die Reitergruppe aus dem Deggenhausertal am Ortsausgang von Limpach, von wo aus es rund vier Kilometer über Höge und die Leustetter Höfe zurück zum Ausgangsort geht.
Diese eindrucksvolle Prozession wird es 2020 nicht geben: Die Reitergruppe aus dem Deggenhausertal am Ortsausgang von Limpach, von wo aus es rund vier Kilometer über Höge und die Leustetter Höfe zurück zum Ausgangsort geht. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Es sei für den Pfarrer und für die Kirchengemeinde traurig, dass eine so schöne und wichtige Glaubenstradition für junge und ältere Menschen nicht stattfinden kann. „Aber es tröstet, dass es hoffentlich nächstes Jahr wieder den Georgiritt und den dazu gehörigen Wallfahrts- und Festtag geben wird“, hofft Pfarrer Jürgen Schmidt.

Der Festprediger steht bereits fest, Dekan Peter Müller hat für 2021 zugesagt. „Doch zunächst gehen die Gesundheit und das Wohlergehen aller vor“, sagt der Pfarrer abschließend.

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