Der Sprecher der Gruppe, Karl Schönweiler, erzählte: „Inge Klawiter hatte seinerzeit den zweiten Franziskusweg in Deutschland entwickelt und er wurde Vorbild für viele weitere Wege in Deutschland.“ Heute gebe es 30 Franziskuswege in Deutschland und weitere im Ausland. Walter Hanel, der ursprünglich aus dem Ostsudetenland stammt, ergänzte: „Ich habe vier Jahre geplant und gebaut, um 2012 den ersten Franziskusweg in Tschechien eröffnen zu können.“

Siegfried Kopp, der Vorsitzender des Fördervereins Deggenhausertal ist und die Betreuung des Weges übernommen hat, betonte: „Mir liegt etwas an dem Weg.“ Er wandere die Strecke öfter und schaue, dass alles in Ordnung ist. Norbert Steidle mähe und mulche gelegentlich um die Bildstöcke herum.

Sorgfältig malt Inge Klawiter in ihrer Werkstatt die einzelnen Buchstaben der Fanziskus-Verse bei der Renovierung der Bildstöcke im Jahr 2018 aus, damit sie wieder die Wanderer erfreuen.
Sorgfältig malt Inge Klawiter in ihrer Werkstatt die einzelnen Buchstaben der Fanziskus-Verse bei der Renovierung der Bildstöcke im Jahr 2018 aus, damit sie wieder die Wanderer erfreuen. | Bild: Privat (Archiv)

Und wie ist der Franziskusweg im Deggenhausertal entstanden? An der Wanderung zum 20-jährigen Bestehen konnte Inge Klawiter nicht teilnehmen, da sie mittlerweile weggezogen ist. Nichtsdestotrotz erinnert sie sich noch gut an die Anfänge: „Ende der 1990er Jahre war ich auf einer Ausstellung in Ebersbach im Odenwald und habe dort einen Franziskaner-Mönch kennengelernt, der zum Sonnengesang von Franz von Assisi geredet hat“, erzählt sie. Und in Michelstadt habe es bereits einen Franziskusweg gegeben.

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Zur selben Zeit lief in Deggenhausertal die lokale „Agenda 21“, bei der verschiedene Gruppen Vorschläge für die Zukunft erarbeiteten. Inge Klawiter war in einer dieser Gruppen. Sie brachte dort die Idee für einen Wanderweg mit Motiven aus dem Sonnengesang ein, was zunächst nicht auf große Resonanz stieß, wie sie berichtet. Doch Klawiter ließ nicht locker. Sie stellte ihre Idee dem damaligen Bürgermeister Knut Simon vor, der sich schnell mit der Idee anfreunden konnte und Unterstützung zusagte. Auch die damalige Vorsitzende des Fördervereins Deggenhausertal, Lotte Lindenmaier, war schnell überzeugt.

Bei der Einweihung des Franziskuswegs im Jahre 2001 waren die Schüler, die die Motivtafeln hergestellt haben, Initiatorin Inge Klawiter (links oben Mitte), der damalige Bürgermeister Knut Simon (direkt am Bildstock) sowie die Pfarrer Norbert Herrmann aus Markdorf und Adalbert Allgaier aus Deggenhausertal dabei.
Bei der Einweihung des Franziskuswegs im Jahre 2001 waren die Schüler, die die Motivtafeln hergestellt haben, Initiatorin Inge Klawiter (links oben Mitte), der damalige Bürgermeister Knut Simon (direkt am Bildstock) sowie die Pfarrer Norbert Herrmann aus Markdorf und Adalbert Allgaier aus Deggenhausertal dabei. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Klawiter wollte die damalige Hauptschule in Wittenhofen mit einbeziehen und fand eine Lehrerin, die mit ihrer Klasse die Motivtafeln innerhalb von drei Wochen herstellte. Diese wurden dann glasiert und gebrannt. Der Bauhof der Gemeinde stellte die Holztafeln her. Wassermeister Paul Knörle fertigte die Metalldächer zum Schutz der Tafeln. „Zwar hätte Knörle das in seiner normalen Arbeitszeit machen können, aber er hat das am Samstag gemacht, weil er auch einen Beitrag leisten wollte“, so Klawiter.

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Zur Einweihung des Wegs waren seinerzeit der evangelische Pfarrer Norbert Herrmann aus Markdorf und Pfarrer Adalbert Allgaier aus dem Tal gekommen. „Wenn ich mich heute zurückerinnere, war es damals so, als hätte ich mit dem Finger geschnippt und alle waren gleich bereit zu helfen – das war unglaublich schön“, meint Klawiter. Der Sonnengesang des Franz von Assisi sei heute aktueller denn je, denn die Umwelt und damit die Schöpfung rückten mehr und mehr den Fokus der Menschen. Und der Sonnengesang sei ein Loblied auf die Natur. Wer den Weg wandere, erlebe direkt die Natur und ihre Schönheit, ob er nun die Bildstöcke betrachte oder nur die Natur genieße; es gehe darum, die Sehnsucht nach Natur den Menschen nahezubringen.

Jochen Klawiter (links) und Josef Hauke sind froh, dass die Bildstöcke nach der Renovierung im Jahr 2018 wieder in einem erstklassigen Zustand sind und Hauke hat sie anschließend wieder am Franziskusweg installiert.
Jochen Klawiter (links) und Josef Hauke sind froh, dass die Bildstöcke nach der Renovierung im Jahr 2018 wieder in einem erstklassigen Zustand sind und Hauke hat sie anschließend wieder am Franziskusweg installiert. | Bild: Archivbild: Privat