Komplett abgebrannt ist am Mittwochabend ein Garagengebäude in Obersiggingen im Deggenhausertal. Um 19.26 Uhr wurde die Feuerwehr Deggenhausertal von einem Nachbarn des Eigentümers alarmiert. Als die Feuerwehrfahrzeuge vier Minuten darauf am Brandort eintrafen, habe die Garage bereits im Vollbrand gestanden, heißt es seitens der Feuerwehr. Eine Person sei laut Polizei verletzt worden, ein Anwohner, der noch versucht hatte, den Brand zu löschen. Die Brandursache ist bislang nicht bekannt, der Sachschaden soll sich auf rund 100 000 Euro belaufen.

Die Feuerwehr war bereits vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort. So konnte sie ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern.
Die Feuerwehr war bereits vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort. So konnte sie ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

Die Deggenhauser Straße musste während des Einsatzes von 19.45 Uhr bis kurz vor 22 Uhr komplett gesperrt werden, gegen 22 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.

Minuten entscheiden über ein Übergreifen der Flammen

Als die Feuerwehr eintraf, bestand zudem noch die Gefahr, dass die Flammen auf das angrenzende Wohnhaus übergreifen könnten. „Wären wir fünf bis zehn Minuten später eingetroffen, dann hätten wir höchstwahrscheinlich ein Übergreifen der Flammen auf das Wohngebäude nicht mehr verhindern können“, so Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele, der den Einsatz leitete, gegenüber dem SÜDKURIER.

Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, stand die Garage bereits im Vollbrand.
Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, stand die Garage bereits im Vollbrand. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

Eine glückliche Rolle habe auch der Umstand gespielt, dass die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt eine Ausschusssitzung im Feuerwehrgerätehaus abhalten wollten. Andernfalls wäre man kaum vier Minuten nach der Alarmierung bereits vor Ort gewesen, so Bentele.

Direkt nach dem Eintreffen am Brandort hatten mehrere Trupps eine Riegelstellung zum angrenzenden Wohnhaus eingenommen, um eine Ausbreitung des Brandes zum Wohnhaus hin zu verhindern. Parallel dazu wurde mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Salem das Feuer über das Dachgeschoss der Garage eingedämmt.

Aus verschiedenen Positionen nahmen die Feuerwehrkräfte den Brand in Obersiggingen in Angriff. Unterstützt wurde die Wehr aus dem Tal auch von Kameraden aus Salem und Überlingen.
Aus verschiedenen Positionen nahmen die Feuerwehrkräfte den Brand in Obersiggingen in Angriff. Unterstützt wurde die Wehr aus dem Tal auch von Kameraden aus Salem und Überlingen. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

Glücklicherweise machte der inzwischen eingetroffene Eigentümer die Feuerwehrkräfte darauf aufmerksam, dass sich in der Garage noch Gasflaschen befanden. Die Einsatzkräfte konnten daraufhin das Gas noch kontrolliert ablassen, so dass sich daraus keine weiteren Gefahren ergeben konnten, heißt es. Das in der Garage stehende Auto konnte ebenfalls noch rechtzeitig herausgefahren werden.

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In den folgenden beiden Stunden mussten die noch schwelenden Glutnester gezielt gelöscht und die Einsatzstelle gesichert werden. Nach dem Ende des Löscheinsatzes untersuchten die Feuerwehrtrupps das Gebäude noch mit einer Wärmebildkamera, um noch etwaige versteckte Glutnester zu finden. Da aber keine weiteren Brandherde ausgemacht wurden, habe die Feuerwehr den Einsatz gegen 22 Uhr beenden können.

Die Feuerwehr Salem unterstützte die Kameraden aus dem Deggenhausertal mit ihrer Drehleiter.
Die Feuerwehr Salem unterstützte die Kameraden aus dem Deggenhausertal mit ihrer Drehleiter. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

„Die Kameraden haben einen guten Job gemacht“, zeigte sich Bentele am Donnerstagvormittag zufrieden. Bewährt habe sich das Einsatzfahrzeug mit Allradantrieb, da dies in einem angrenzenden Acker positioniert werden musste. Er sei froh, dass auch das bereits bestellte Neufahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet sei, so Bentele.

Die Garage brannte komplett aus. Gasflaschen, die in ihr gelagert waren, konnten von der Feuerwehr rechtzeitig geleert werden.
Die Garage brannte komplett aus. Gasflaschen, die in ihr gelagert waren, konnten von der Feuerwehr rechtzeitig geleert werden. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

Weniger froh zeigte sich der Feuerwehrkommandant über einige Schaulustige, die den Einsatz der Feuerwehr teils eng gedrängt, ohne Abstände einzuhalten und ohne Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, verfolgt hätten. „Unsere Feuerwehrleute waren alle mit FFP-Masken geschützt“, verwies Bentele auf die entsprechenden pandemiebedingten Vorkehrungen.

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Bürgermeister Meschenmoser lobt Zusammenarbeit der Einsatzkräfte

„Ich bin stolz und glücklich darüber, dass wir eine gut ausgebildete Wehr haben. Man muss bedenken, dass die Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten durch Corona nur bedingt möglich sind, daher ist es beruhigend, wenn die Wehrleute bei solchen Einsätzen ihr ganzes Können und ihre Erfahrung abrufen können“, so Bürgermeister Fabian Meschenmoser, der ebenfalls vor Ort war.

Mit fünf Fahrzeugen war die Feuerwehr am Mittwochabend vor Ort in Obersiggingen.
Mit fünf Fahrzeugen war die Feuerwehr am Mittwochabend vor Ort in Obersiggingen. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal

Dieser Brand habe unter Beweis gestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Wehren Deggenhausertal, Salem und Überlingen sowie mit den DRK-Ortsgruppen hervorragend und zuverlässig funktioniere, so Meschenmoser. Vor Ort hatte auch die Schnelleinsatzgruppe des DRK-Ortsverbandes Salemer Tal unterstützt, die Feuerwehr Salem war mit ihrer Drehleiter am Brandort. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an, eventuell könne ein technischer Defekt die Ursache gewesen sein. Zeugenhinweise werden unter Tel. 0 75 44/9 62 00 erbeten.

Bis 22 Uhr kontrollierte die Feuerwehr die ausgebrannte Garage noch auf schwelende Glutnester. Auch eine Wärmebildkamera kam dabei zum Einsatz.
Bis 22 Uhr kontrollierte die Feuerwehr die ausgebrannte Garage noch auf schwelende Glutnester. Auch eine Wärmebildkamera kam dabei zum Einsatz. | Bild: Feuerwehr Deggenhausertal