Es gibt genug Kindergartenplätze in der Gemeinde. Der zusätzliche Bedarf wird mit einer neuen Gruppe abgedeckt. Die Gebühren werden moderat angehoben. Das geht aus dem Kindergartenbedarfsplan hervor, den Sabrina Schorer jetzt im Gemeinderat vorstellte.

2017 ist die Geburtenrate auf 30 gesunken, in den vergangenen zwei Jahren konnte jedoch mit 37 wieder eine konstante Zahl erreicht werden. Wegen der baulichen Entwicklung könne man mit weiterer Konstanz rechnen. Insgesamt habe man fürs neue Kindergartenjahr über 249 Betreuungsplätze, davon entfallen 209 auf den klassischen Kindergarten, 40 auf den klassischen U3-Bereich und 15 Plätze auf altersgemischte Gruppen.

Gute Auslastung in allen Einrichtungen

Alle Einrichtungen sind im neuen Kindergartenjahr sehr gut ausgelastet. Ab Januar gibt es in Untersiggingen eine Überbelegung von sechs bis sieben Kindern, weshalb die Verwaltung hier eine vierte Gruppe plant. Im U3-Bereich gebe es ebenfalls eine gute Auslastung.

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Corona hat die Kindergärten ebenfalls beschäftigt: Vom 17. März bis Mitte Mai waren sie geschlossen, bis auf eine Notbetreuung für rund 33 Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder von Eltern mit präsenzpflichtigen Arbeitsplätzen. Ab 18. Mai war es möglich, maximal die Hälfte der Kinder zu betreuen. Mit dem Entschluss wöchentlichen Wechsels konnte jedem Kind der Kindergartenbesuch ermöglicht werden. Seit 22. Juni gibt es wieder reguläre Betreuung. In der Notzeit hatten die Erzieherinnen viele Aufgaben übernommen, die nicht zu ihrem Arbeitsumfeld gehörten: Sie hatten Buswartehäuschen und Fenster öffentlicher Gebäude gereinigt sowie kleine Pflegemaßnahmen an den Wanderwegen durchgeführt, dankte Sabrina Schorer den Engagierten.

31 auswärtige Kinder in der Gemeinde betreut

2019 wurden 31 auswärtige Kinder in der Gemeinde betreut, sechs in den kommunalen Kindergärten, fünf in der Kleinkindbetreuung sowie 20 im Waldorfkindergarten. Diese Betreuung erfolge nur dann, wenn ein Elternteil in einem ortsansässigen Betrieb arbeite.

Sabrina Schorer stellte den Kindergartenbedarfsplan der Gemeinde Deggenhausertal vor.
Sabrina Schorer stellte den Kindergartenbedarfsplan der Gemeinde Deggenhausertal vor. | Bild: Christiane Keutner

Der Beschluss, die Schließtage ab 2021 von 27 auf 23 zu reduzieren, bedeute ein besseres Betreuungsangebot für die Eltern sowie eine flexiblere Urlaubsgestaltung der Mitarbeiter. Den Anfragen, Kinder nicht erst ab dem dritten Geburtstag aufzunehmen, wurde stattgegeben, weil viele Mütter bereits vorher arbeiten müssen. „Jetzt dürfen wir Kinder ab zwei Jahren und neun Monate aufnehmen, vorausgesetzt, eine entsprechende Arbeitsbescheingung liegt vor.“

Der Personalschlüssel umfasst 26,2 Stellen, die 36 Mitarbeiter ausfüllen. Auf Limpach entfallen 2,6, auf Deggenhausen 7,3, auf Untersiggingen 7,4 und auf die Kleinkindbetreuung 8,9 Stellen. Zum Mindestpersonal beschäftigt die Gemeinde zwei Krankheitsvertretungen, eine Teilzeitkraft, die in allen Einrichtungen eingesetzt wird, zwei Hauswirtschaftskräfte in Untersiggingen, drei Auszubildende, eine Teilzeitkraft, die Integrationsbegleitung für ein Kind übernimmt, sowie eine Anerkennungspraktikantin.

Im Ü3-Bereich wird es ab Frühjahr 2021 eng

Einen Anstieg gibt es auch bei Mahlzeiten: 2016 gab es ca 6200, 2019 bereits 10 400 Mittagessen. Knapp 65 Prozent entfallen auf Untersiggingen. Hinzu kommen Essen in der Kleinkindbetreuung, weshalb man vor drei Jahren zwei Hauswirtschaftskräfte zur Unterstützung eingesetzt hat. Im Ü3-Bereich werde es ab Frühjahr 2021 definitiv eng: Deshalb sei man dabei, eine neue Betriebserlaubnis für eine Kleingruppe bis maximal 12 Kindern zu beantragen. Der Personalbedaf werde hier bei etwa 130 Prozent liegen. Im U3-Bereich sei man gut aufgestellt.

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Wolfgang Rößler (FW) erkundigte sich nach eventuellen Problemen bei der Erweiterung um eine Gruppe. Bei den Umbaumaßnahmen seien Räumlichkeiten für eine vierte Gruppe berücksichtigt worden, gab Schorer Entwarnung. Mit der Deckelung liege man im Schnitt, so der Bürgermeister. Gut befand Rößler, dass die von der Gemeinde subventionierten Essenspreise nicht erhöht werden mussten. Rüdiger Emrich (FW) erkundigte sich nach Reserven. Sabrina Schorer verwies auf einen Raum im DGH und die Naturgruppe. Sie rechnet wegen des verschobenen Einschulungs-Stichtags nur mit einem vorübergehend hohen Bedarf.