Norbert Steidle, der einen Biolandhof in Obersiggingen betreibt, hatte die Idee, Deggenhausertal als Ökomodellregion zu entwickeln, um den Gedanken der Nachhaltigkeit ins Bewusstsein zu rufen, Bestehendes zu benennen und andere Menschen, Institutionen, Initiativen und Unternehmen zu motivieren, in Nachhaltigkeit zu investieren.

„Mir war klar, dass ich allein ein solches Projekt nicht erfolgreich planen, organisieren und umsetzen kann.“
Norbert Steidle, Ideengeber und Betreiber Biolandhof Steidle

Auch soll Verbrauchern und Nutzern die Möglichkeit geboten werden, nachhaltige Unternehmen und Ähnliches in der Region zu finden, als eine Art nachhaltiger Einkaufsführer. „Mir war klar, dass ich allein ein solches Projekt nicht erfolgreich planen, organisieren und umsetzen kann“, sagt Steidle, der im Tal und darüber hinaus gut vernetzt ist. So hat Oliver Karolius vom Verein „Verbindungskultur“, der den Gemeinschaftsgarten Hohlenstein in Deggenhausertal-Lellwangen betreibt, den Impuls von Norbert Steidle aufgegriffen und fand mit Simon Neitzel, von „wir und jetzt“, der unter anderem den Paradiesgarten in Lellwangen unterhält, einen engagierten Mitstreiter.

Eine Auftaktveranstaltung fand im ersten Halbjahr 2020 beim Unternehmen Sonett in Deggenhausen mit rund 20 Interessierten statt. Dabei ging es insbesondere darum, das Projekt „Ökomodellregion Deggenhausertal“ zu präsentieren sowie Ideen zur Umsetzung zu sammeln und Menschen dafür zu begeistern. „Das Ziel ist es, Nachhaltigkeit in der Region herauszufinden, mit der Gemeinde abzustimmen und Nachahmer zu generieren“, erklärt Karolius und betont, dass es nicht nur um Landwirtschaft geht, sondern um alle Lebensbereiche.

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Die Angebote sollen die digitale Welt mit den Werten einer regionalen, ökologischen und sozialen Gesellschaft verbinden. Deshalb werden die unterschiedlichen nachhaltigen Initiativen und so weiter beim Konzept „von morgen“ im Internet unter kartevonmorgen.org veröffentlicht und können durch Eingabe des jeweiligen Ortes gefunden werden. Weiterhin sollen Karten der Nachhaltigkeit als Flyer gedruckt und quasi als Einkaufsführer ausgelegt werden.

Durch die Pandemie, Lockdowns und ähnliche Einschränkungen hat sich das Projekt im Tal verzögert. Nachdem das Projekt aus Mitteln des Förderprogramms „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR) deine Anschubfinanzierung von 30.000 Euro erhalten hat, will man jetzt durchstarten.

„Wir waren von Anfang an mit einbezogen. Und bis das Projekt eine gewisse Eigendynamik entwickelt, wird die Gemeinde unterstützend zur Seite stehen.“
Fabian Meschenmoser, Bürgermeister

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner „Verbindungskultur“ und einem Unterstützungsschreiben von Bürgermeister Fabian Meschenmoser konnte die ELR-Jury von dem Projekt überzeugt und dafür begeistert werden. „Wir waren von Anfang an mit einbezogen. Und bis das Projekt eine gewisse Eigendynamik entwickelt, wird die Gemeinde unterstützend zur Seite stehen“, sagt Bürgermeister Meschenmoser. „Jetzt gilt es, junge Menschen einzubinden und für das Projekt zu begeistern“, sagt Oliver Karolius.

Hoffnung auf weitere Mitstreiter

Man sucht Akteure, die sich an dem Projekt aktiv beteiligen, als Leuchtturmprojekt, als Unternehmer, als Teilnehmer und auch gerne im Team und in der Organisation und Durchführung. „Wir haben ja den Förderantrag bewilligt bekommen, und da sind konkrete Aufgaben durchzuführen, wie die Kartierung und Sichtbarmachen, Projekte und Unternehmen zu besuchen und Berichte zu schreiben sowie Vernetzungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit“, ergänzt Neitzel.

Es werden Exkursionen zu nachhaltigen Betrieben organisiert und Schulprojekte aufgesetzt, bei denen beispielsweise Berichte verfasst oder kurze Filme gedreht werden, die auf YouTube und der Homepage der Gemeinde Deggenhausertal veröffentlicht werden.

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