Im zehnten Jahr ihres Bestehens wollten die Traktorfreunde Deggenhausertal ihr bisher ehrgeizigstes Projekt angehen: eine Fahrt mit ihren historischen Traktoren in sechs Tagen nach Meran in Südtirol. „Wir haben die konkrete Planung der Tour zunächst auf Eis gelegt, weil wir nicht wissen können, wie sich die Corona-Einschränkungen bis zum geplanten Start Anfang Juli entwickeln werden“, sagt Hermann Baumann, einer der Oldie-Chauffeure.

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Im Frühjahr des Jahres 2012 hatte Klaus Stehle beim traditionellen Mittwochsstammtisch im Fuchsheim in Untersiggingen die Idee, mit anderen Traktorfans eine längere Ausfahrt zu machen. Anfangs waren sie zu fünft. Im Rahmen einer Kameradschaft mit der Feuerwehr St. Gallenkirch hatte Stehle gute Kontakte zur der Wehr in der Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Also organisierte man die Fahrt, wurde dort sehr gastfreundschaftlich in Empfang genommen und unternahm noch eine Tagesfahrt über die Silvretta im Montafon.

Nach der glücklichen Heimkehr ins Deggenhausertal meinte der älteste und erfahrenste Teilnehmer Karl Keller, der heute 81 Jahre alt und ein echter Traktorfan ist: „Wir sollten auf jeden Fall jedes Jahr eine solche Tour machen.“ Und so ist es bis heute auch geblieben.

Knapp 5200 Kilometer zurückgelegt

Auf den bisherigen Touren haben die jetzt acht Freunde gut 5200 Kilometer mit ihren Maschinen zurückgelegt. Zunächst hatte Hermann Baumann die Fahrten organisiert, seit 2017 hat Bruno Schiller die Organisation übernommen. Die zweite Tour nach Stufen im Breisgau war mit 540 Kilometern auch die längste und schwierigste Fahrt – zumindest für die Traktoren. Sie ging über vier Pässe; die Silvretta, den Arlbergpass, Flexenpass und Hochtannbergpass in den Bregenzer Wald.

Und was treibt Traktorliebhaber zu solchen Ausfahrten? „Es ist die Freude, mit den Maschinen zu fahren, gemütlich dahin zu tuckern und die Landschaft in der Kameradschaft zu genießen“ erklärt Hermann Baumann.