Der achtjährige Julian Hägele aus Obersiggingen ist ein richtiger kleiner Abenteurer. Er sammelt alles Mögliche und hat auch schon einmal aus altem Holz eine kleine Garderobe gebaut. „Im Frühjahr, als der Lockdown kam, konnten wir nicht mehr viel machen und sind viel spazieren gegangen“, berichtet Julian.

Julian Hägele: „Wir haben eine Menge Unrat gefunden“

So habe der Achtjährige das alte Wehr in der Deggenhauser Aach bei Obersiggingen entdeckt. „Wir haben dort eine Menge Unrat gefunden, wie Plastikfolien, Styropor, Bälle, einen Angelhaken, ein kleines Holzboot und vor allem Weinflaschen“, erzählt Julian. Anfangs sei er fast jeden Tag mit seinem Vater zum Wehr gegangen; jetzt nur noch hin und wieder.

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Insgesamt 76 Weinflaschen habe er seitdem aus dem Wehr geborgen: „Das war unsere Corona-Aktion.“ Julian ist sich sicher, dass er bis zum Jahresende an die 100 Flaschen aus dem Wehr zieht.

Teilweise sind artistische Einlagen von Papa Jochen Häele erforderlich um mit seinem Sohn Julian Flaschen aus der Deggenhauser Aach beim Wehr in Obersiggingen zu bergen.
Teilweise sind artistische Einlagen von Papa Jochen Häele erforderlich um mit seinem Sohn Julian Flaschen aus der Deggenhauser Aach beim Wehr in Obersiggingen zu bergen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Und er schließt sich der Meinung seines Vaters Jochen Hägele an: Es sei eine Sauerei, Weinflaschen und ähnlichen Unrat in die Aach zu werfen. Zumal manchmal auch zersplittertes Glas bei starker Strömung bis nach Wittenhofen gespült wird.

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Die Hägeles entsorgen die Flaschen im Glascontainer und Unrat im Restmüll oder im Gelben Sack. Papa Jochen Hägele hat die Verschmutzungen auch Bürgermeister Fabian Meschenmoser mitgeteilt.

Bürgermeister Meschenmoser: „Es ist traurig, wie manche Menschen mit der Umwelt umgehen“

Dieser meint: „Es kommt immer wieder zu Verschmutzungen der Deggenhauser Aach in Obersiggingen und Wittenhofen. Nun wurden wieder vermehrt Weinflaschen gefunden. Es ist traurig, wie manche Menschen mit der Umwelt umgehen und was für Gefahren daraus entstehen. Wir bitten deshalb, dass jeder ein Auge darauf hat und Müll oder leere Flaschen wieder mitgenommen werden. Bitte helfen Sie alle mit, damit unsere Gemeinde sauber und lebenswert bleibt.“

Bei einem spontanen Vor-Ort-Termin mit dem SÜDKURIER in Obersiggingen sagt der achtjährige Julian: „Gestern hat es geregnet und da hat es bestimmt wieder Flaschen angespült.“ Und tatsächlich kann er mithilfe seines Vaters zwei Flaschen aus der Aach bergen. Jetzt hat er 78 Flaschen auf seiner Liste.

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