Der Musikverein Homberg-Limpach hat eine neue Vorsitzende. Seine Mitglieder wählten am Sonntagvormittag bei ihrer Hauptversammlung im Wittenhofener Feuerwehrhaus Dagmar Felix als Nachfolgerin von Michaela Bodenmüller. Bodenmüller war nach zwölf Jahren an der Musikvereinsspitze nicht mehr zur Wahl angetreten. „Es ist an der Zeit, dass auch einmal andere das Heft in die Hand nehmen und neue Ideen einbringen“, erklärte sie, bevor starker Beifall die positive Resonanz andeutete, die Bodenmüllers Vorstandsarbeit im Verein hervorgerufen hatte.

Eine Jahresversammlung im September gab‘s noch nie

„Eine Jahresversammlung im September – das hat es noch nie gegeben“, erklärte Michaela Bodenmüller nach ihrer Begrüßung. Bürgermeister Fabian Meschenmoser, Leiter der Wahlen bei der Zusammenkunft im Wittenhofener Feuerwehrhaus, sollte das ungewöhnliche Datum später aufgreifen. Sein Vorschlag: Der Verein könne über diesen wegen der Covid-19-Pandemie auf ein Septemberwochenende verschobenen Termin noch einmal nachdenken. Eröffne der gewählte Sonntagmorgen doch eigentlich auch die Gelegenheit zu einem zünftigen Weißwurstfrühstück.

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Zahlreiche Auftritte vor der Corona-Krise

Dass den Verein in puncto Geselligkeit bislang, vor der Corona-Krise, durchaus keine Berührungsängste geplagt haben, das zeigten die von Schriftführerin Julia Reger zusammengetragenen Bilder. Im Versammlungssaal des Feuerwehrhauses an eine Leinwand projiziert, bewiesen sie, wie viel Wert die Musikvereinsmitglieder auf ein gutes Miteinander legen. Da war zu sehen, was Michaela Bodenmüller in ihrem Vorsitzenden-Bericht nur als trockene Aufzählung angerissen hatte: die vielen Auftritte der Musiker – vor Ort, im Deggenhausertal, aber auch auswärts.

Fiel in diesem Jahr coronabedingt aus: Die Sommerserenade des MV Homberg-Limpach auf dem Höchsten hatte immer ein treues Publikum. In idyllischer Natur waren die Freiluftkonzerte der Musiker stets ein besonderes Erlebnis.
Fiel in diesem Jahr coronabedingt aus: Die Sommerserenade des MV Homberg-Limpach auf dem Höchsten hatte immer ein treues Publikum. In idyllischer Natur waren die Freiluftkonzerte der Musiker stets ein besonderes Erlebnis. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Heute noch 40 Aktive, aber mit abnehmender Tendenz

Einen dringenden Appell richtete die scheidende Vorsitzende an die Musikvereinsmitglieder. Zwar habe der Verein mit seinen 40 Aktiven noch immer eine stattliche Größe. Dennoch befinde er sich in einem Schrumpfungsprozess. Bodenmüller deutete die veränderten Freizeitgewohnheiten an und ging konkret auf die Entwicklungen ein, die sich seit Beginn der Covid-19-Pandemie abzeichneten.

Michaela Bodenmüller: Blasmusik ist wichtig für die Talgemeinde

„Es geht ja eigentlich auch ohne“, so lautet laut Michaela Bodenmüller der fatal falsche Schluss, der sich aus dem Lockdown ziehen lasse. Aus dem anfänglichen Stopp der gemeinsamen Proben, aus dem Verbot öffentlicher Auftritte solle nicht abgeleitet werden, dass das unter Corona-Bedingungen Notwendige auch überall gut sei. Denn keine Blasmusik sei weder für den Einzelnen noch für die Öffentlichkeit in der Talgemeinde gut.

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Ausdrückliches Lob von Bürgermeister Meschenmoser

Dies war denn auch der Punkt, den Fabian Meschenmoser aufgriff. Der Bürgermeister appellierte an die Mitglieder, dem Verein weiterhin die Treue zu halten. Und aus „diesem komischen Jahr“, in dem das öffentliche Leben so stark eingeschränkt werden muss, nicht die falschen Schlüsse zu ziehen. Denn gerade der fotografische Jahresrückblick von Julia Reger habe eindrücklich gezeigt, „was für eine tolle Truppe ihr seid“.

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