Überraschung in Grünwangen: Vor der Haustür steht ein mit Tannenreisig und roter Kordel verzierter Weidenkorb. Darin befinden sich Geschenke und eine Karte. Nikolaus war doch noch nicht? Absenderin ist Iris Lohner und der Korb ist ein Wanderkorb: Sie hat ihn bestückt und am 1. Advent der Nachbarin vor die Türe gestellt mit folgender Absicht: Diese soll sich etwas aussuchen, dafür wieder etwas hineinlegen und dem nächsten vor die Türe stellen. So reist das Wanderkörble im Ort herum, zaubert ein Lächeln in die Gesichter der Empfänger.

Die Idee hat Iris Lohner in einer Zeitschrift entdeckt und umgesetzt: „Während Corona fehlen die sozialen Kontakte. Mit dem Körble zeige ich dem Nachbarn ,ich bin Dir nah, wenigstens gedanklich`. Früher hatte man sich reihum in Grünwangen immer zum Adventstrinken bei Glühwein und Kleinigkeiten zum Naschen getroffen. Mit der Zeit wurden diese Treffen um Suppe, Weckle oder Würstchen erweitert. Man ist so lange draußen gestanden, bis man es wegen der Kälte nicht mehr ausgehalten hatte“, sagt Lohner, etwas wehmütig in Erinnerungen schwelgend.

Ein Korb voller Überraschungen.
Ein Korb voller Überraschungen. | Bild: Christiane Keutner

Heute würde man so gerne mal wieder bei einem Treffen frieren! Doch die Pandemie lässt das nicht zu und auch den Vorschlag, dass man sich am Ende der Körbchen-Wanderung mit allen Teilnehmern zum Umtrunk trifft, hält Iris Lohner derzeit nicht für ideal. Sie ist aber gespannt, wohin das Körbchen wandert, vielleicht vom Unter- ins Oberdorf und ins Neubaugebiet. Da die Dorffasnet ausfiel, hatte man bisher keine Gelegenheit, sich kennenzulernen. Der Wanderkorb ist eine kleine Idee für einen Kontakt. Jeder Empfänger soll in die beigelegte Karte schreiben, dass das Körbchen bei ihm war und es dann weiterreichen. Zu Weihnachten soll es dann wieder bei Familie Lohner sein.

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Schon das Bestücken hat Iris Lohner bereits sehr viel Spaß gemacht. Dass es fast ausschließlich Selbstgemachtes war, habe sich so ergeben: Bratapfelmarmelade, Gelee aus Quitten aus dem eigenen Garten, selbstgebrannte Mandeln, Massageöl aus Ingwer, Chili, Zimt und Nelken, damit kalte Füße durchblutet werden, eine heruntergeschnittene Mistel, Bienenwachstücher und ein gekaufter Adventskalender mit aufmunternden Sprüchen: „Ich hoffe, dass etwas dabei ist, was dem einen oder anderen gefällt.“

Neugierig war auch Ehemann Berthold Lohner: „Kannsch mal spickle, ob es schon weg isch?“, forderte er seine Frau auf nachzusehen, ob der Korb vom Nachbarn schon entdeckt wurde. Fazit: Eine nachahmenswerte Idee, denn so einen Korb lässt man sich gerne vor die Tür stellen.