Gut 1000 Straßenkilometer liegen zwischen Deggenhausertal und der Gemeinde Tschasartet (Csaszartöltes), der Partnerstadt in Ungarn. Eine Delegation mit Bürgermeister Fabian Meschenmoser, der Partnerschaftsbeauftragten Sigrid Krause, Vertretern der Feuerwehr und weiteren Teilnehmern hatte sich kürzlich auf den Weg gemacht, um zur 275-Jahr-Feier in die Partnerstadt zu reisen.

Feuerwehrkameraden aus Deggenhausertal feiern kräftig bei der 275-Jahr-Feier in der ungarischen Partnergemeinde.
Feuerwehrkameraden aus Deggenhausertal feiern kräftig bei der 275-Jahr-Feier in der ungarischen Partnergemeinde. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Aus Tschasartet wird berichtet, dass schon das ganze Jahr verschiedene Feierlichkeiten veranstaltet worden waren. Die Geburtstagsfestserie hätte ihren Höhepunkt gefunden, als die Delegation aus dem Deggenhausertal für einige Tage nach Ungarn gekommen war.

Das Erinnerungsschild an der Partnerschaftslinde auf dem Schulhof in Wittenhofen in Deggenhausertal.
Das Erinnerungsschild an der Partnerschaftslinde auf dem Schulhof in Wittenhofen in Deggenhausertal. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Von der Gemeinde Deggehausertal ist Sigrid Krause von Beginn an die Partnerschaftsbeauftragte. „Die Partnerschaft besteht jetzt seit Jahrzehnten – vor zwei Jahren wurde auf dem Sportplatz in Obersiggingen das 25. Jubiläum angemessen gefeiert“, sagt Sigrid Krause dem SÜDKURIER.

Ein Jahr nach der 25-Jahr-Feier war eine große Gruppe aus Deggenhausertal in Tschasartet.
Ein Jahr nach der 25-Jahr-Feier war eine große Gruppe aus Deggenhausertal in Tschasartet. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Und sie ist froh und glücklich, dass neben vielen anderen auch ihre Tochter Sonja Emrich und ihre Enkelin Romy an der Vorbereitung und Umsetzung des Jubiläumsfests aktiv mitgewirkt haben. Dies zeige, dass die Partnerschaft generationsübergreifend fortgeführt wird – das liegt ihr sehr am Herzen.

Auch Feuerwehren halten Kontakt

„Man wusste ja nicht, wie sich die Gemeindepartnerschaft entwickelt, wenn wir einen neuen Bürgermeister bekommen. Ich bin ganz begeistert, wie sich Fabian Meschenmoser einbringt – genauso engagiert wie zuvor Knut Simon“, freut sich Krause. Auch die Feuerwehr halte den Kontakt nach Ungarn und ein altes Feuerwehrfahrzeug aus Deggenhausertal tut in Tschasartet gute Dienste.

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Immer wenn Besucher aus dem Tal der Liebe nach Ungarn kommen, werden sie vom Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht begrüßt. Für die Zukunft wünscht sich Krause, dass die Kontakte gerade zwischen Vereinen in beiden Gemeinden intensiviert werden, damit die Jungen die Partnerschaft auf Dauer durch gegenseitige Besuche festigen.

Fabian Meschenmoser (links) mit dem Altbürgermeister aus Tschasartet, Stefan Wiedner, der vor 27 Jahren die Städtepartnerschaft mitbegründet hat.
Fabian Meschenmoser (links) mit dem Altbürgermeister aus Tschasartet, Stefan Wiedner, der vor 27 Jahren die Städtepartnerschaft mitbegründet hat. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Und wie ist Sigrid Krause zur Partnerschaftsbeauftragten geworden? Bei einem Bürgermeisterausflug mit dem damaligen Landrat Siegfried Tann durch die ungarische Tiefebene war Bürgermeister Knut Simon 1988 auch in Tschasartet. Er war von dem Ort, in dem überwiegend Donauschwaben leben, und der Gastfreundschaft sowie dem dortigen Bürgermeister Stefan Wiedner ganz begeistert.

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Nach einem Besuch der Ungarn 1988 in Deggenhausertal reiste eine Delegation mit Bürgermeister Simon und den Gemeinderäten nach Tschasartet. Da auch jemand von der Gemeindeverwaltung dabei sein sollte, reiste Sigrid Krause, die im Rathaus unter anderem im Bürgerbüro tätig war, mit nach Ungarn.

Gastgeschenke zum Jubiläum überreichen aus Deggenhausertal (von links) Sigrid Krause, Sieglinde Hauke, Bürgermeisterin Judit Takács Stalter aus Tschasartet und Bürgermeister Fabian Meschenmoser.
Gastgeschenke zum Jubiläum überreichen aus Deggenhausertal (von links) Sigrid Krause, Sieglinde Hauke, Bürgermeisterin Judit Takács Stalter aus Tschasartet und Bürgermeister Fabian Meschenmoser. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Dies war die Grundlage dafür, dass Sigrid Krause Partnerschaftsbeauftragte wurde und diese Aufgabe auch nach ihrem Ruhestand noch innehat.

Seit 1990 die besten Freunde

„Meine Partnerfamilie in Ungarn sind Teresia und György Vancsik. György war damals wie ich im Rathaus tätig. Wir und die Familien sind seit dem ersten Kennenlernen im Jahr 1990 die besten Freunde, sie sind immer eine gute Anlaufstelle für mich bei allen möglichen Fragen, was auch immer wieder die Gemeindepartnerschaft betrifft“, erklärt Krause, die immer wieder Ansprechpartnerin für Leute aus dem Tal oder Ungarn ist – gerade wenn es um die vielen privaten Kontakte zwischen den Menschen in beiden Partnergemeinden geht.

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Der Vollständigkeit halber: Die offizielle Partnerschaftsgründung mit der Urkundenunterzeichnung beider Bürgermeister erfolgte im Mai 1992 in Tschasartet und in Deggenhausertal im Juni 1993. Beide Termine waren durch große Feste begleitet. Bemerkenswert ist, dass beide Gemeinden seinerzeit rund 3500 Einwohner hatten und während Deggenhausertal heute mehr als 4000 Bürger hat, sind es in Tschasartet nur noch rund 2700.

„Ich habe mir da kein Ende gesetzt“

Und wie lange wird Sigrid Krause noch ehrenamtliche Partnerschaftsbeauftragte sein? „Ich habe mir da kein Ende gesetzt und werde es wohl machen, so lange ich gesund bin. Mir ist allerdings wichtig, dass bald eine Nachfolge für mich eingearbeitet wird, damit die Partnerschaft auch künftig mit Leben erfüllt wird.“