Das Bulldog- und Oldtimerfest fand am Wochenende auf dem Hof von Familie Hummer in Harresheim statt. Organisiert von der Narrenzunft Hebsack-Geister Roggenbeuren ist das Fest ein Treffpunkt für Oldtimerfans. Unter den wohl mehr als 350 Exponaten findet jeder Interessent sein Lieblingsstück.

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Die Eigentümer der teils recht abenteuerlichen Fahrzeuge geben gerne Auskunft über ihre liebevoll gepflegten Oldtimer. Ein besonderes Stück hat Klaus Gührer aus Hefigkofen auf den Platz gelenkt.

Klaus Gührer, Hefigkofen: „Mein Ford H-Model aus den USA ist als Umbau zum Traktor eine absolute Rarität, so etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal.“
Klaus Gührer, Hefigkofen: „Mein Ford H-Model aus den USA ist als Umbau zum Traktor eine absolute Rarität, so etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Sein H-Model von Ford ist nicht nur ein absoluter Exot, sondern eine Rarität, die es wohl nur einmal auf der Welt gibt. „Das ist das erste Fahrzeug, das seinerzeit auf einem Fließband erstellt wurde“, erklärt Gührer. Das Fahrzeug wurde 1941 in den Vereinigten Staaten gebaut und im Jahre 1949 zu einem Traktor umgebaut, weil es zu der Zeit noch wenig Traktoren gab.

Willi Vetter, Überlingen: „Ich habe einen Allgaier-Bulldog mit Kaelble-Motor. Das Besondere ist, dass der Einzylinder-Motor in liegender Bauweise eingebaut wurde. Deshalb bedarf es eine große Schwungmasse, um den Motor ruhig laufen zu lassen.“
Willi Vetter, Überlingen: „Ich habe einen Allgaier-Bulldog mit Kaelble-Motor. Das Besondere ist, dass der Einzylinder-Motor in liegender Bauweise eingebaut wurde. Deshalb bedarf es eine große Schwungmasse, um den Motor ruhig laufen zu lassen.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Zur Untersetzung sei ein zweites Getriebe eingebaut worden und eine Magirus-Hinterachse von einem Lastwagen. „Die Maschine wurde damals in Rammetshofen in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit zwei Anhängern versehen wurde die Musikkapelle Oberteuringen zum Blutritt nach Weingarten transportiert“, weiß Gührer noch eine schöne Geschichte zu seinem Einzelstück zu erzählen.

Paul Leiss, Krauchenwies: „Mein Lanz-Bulldog 9506 ist ein Liebhaberstück und da gibt es bei der Erhaltung nach oben fast keine Grenzen. Ich kenne diese Bulldogs noch aus meiner Kindheit.“
Paul Leiss, Krauchenwies: „Mein Lanz-Bulldog 9506 ist ein Liebhaberstück und da gibt es bei der Erhaltung nach oben fast keine Grenzen. Ich kenne diese Bulldogs noch aus meiner Kindheit.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Gleich nebenan lässt Paul Leiss aus Krauchenwies seinen Lanz-Bulldog 9506, einen Einzylinder mit 10,3 Litern Hubraum und 45 PS, vor sich hin tuckern, dass der Boden vibriert.

Video: Guip, Wolf-Dieter

„Diese großen Bulldogs wurden früher auf großen Höfen, etwa in Bayern oder im Osten eingesetzt, wo es entsprechend große Felder gab“, sagt Leiss. Er hat das Fahrzeug von einem Sammler gekauft, musste es jedoch komplett neu herrichten. Es sei ein „Mordsaufwand gewesen“, aber es sei toll, dass es so etwas noch gibt.

Artur Schatz aus Ochsenhausen mit seinem Lloyd Alexander TS. Er hat noch verschiedene Borgward-Modelle zu Hause.
Artur Schatz aus Ochsenhausen mit seinem Lloyd Alexander TS. Er hat noch verschiedene Borgward-Modelle zu Hause. | Bild: Wolf-Dieter Guip

„Der Lloyd steht am Berg und heult“, witzelt Artur Schatz aus Ochsenhausen, der gerade aus seinem Lloyd Alexander TS (Baujahr 1958) aussteigt, der mit seinen 19 PS an jedem Berg seinen Besitzer zur Verzweiflung brachte.

Großes Interesse bei Jung und Alt für die Bulldogs und Oldtimer in schöner Umgebung; rechts ein Fahr-Bulldog, der in seiner ursprünglichen Patina erhalten wurde.
Großes Interesse bei Jung und Alt für die Bulldogs und Oldtimer in schöner Umgebung; rechts ein Fahr-Bulldog, der in seiner ursprünglichen Patina erhalten wurde. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Er hat den Lloyd in Dortmund gekauft und liebevoll restauriert. Es berichtet, dass er zu Hause noch etliche Borgward-Fahrzeuge hat – alle Modelle. Kein Wunder, hat er doch selbst 1958 bei der Lloyd-Borgward-Gruppe in Bremen gearbeitet.

Peter Frank (von rechts) aus Deggenhausen ist ganz stolz auf seine Neuerwerbung – ein russischer GAZ 69 M aus NVA-Beständen. Mit ihm freuen sich Erik Thomas und Tobias Uhlmann.
Peter Frank (von rechts) aus Deggenhausen ist ganz stolz auf seine Neuerwerbung – ein russischer GAZ 69 M aus NVA-Beständen. Mit ihm freuen sich Erik Thomas und Tobias Uhlmann. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Tief im Motorraum seines GAZ 69-M-Transporters ist Perter Frank aus Deggenhausen mit seinem Kopf verschwunden. „Dies ist heute meine Jungfernfahrt. Ich habe das Fahrzeug, das aus Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) stammt, heute in Krauchenwies erstanden und soeben abgeholt“, freut sich Frank.

Video: Guip, Wolf-Dieter

Er ist glücklich über die Anschaffung

Er wollte unbedingt mal ein Oldtimer-Cabrio haben und ist glücklich über die Anschaffung, obgleich noch einiges an dem Fahrzeug zu tun sei.

Augustin Hörth aus Wittenhofen: „Ich bin im Porsche-Club Bodensee und wir sind dort schon 155 Mitglieder. Mit meinem grünen Allgaier-Bulldog bin ich unter den ganzen roten Porsches immer der Mittelpunkt.“
Augustin Hörth aus Wittenhofen: „Ich bin im Porsche-Club Bodensee und wir sind dort schon 155 Mitglieder. Mit meinem grünen Allgaier-Bulldog bin ich unter den ganzen roten Porsches immer der Mittelpunkt.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

So reihen sich die Geschichten der Teilnehmer beim Fest aneinander. Aber auch für den geselligen Teil ist gesorgt, denn am Samstag spielte die Gruppe Geburta Mucke zum Feierabendhock und am Sonntag der Musikverein Roggenbeuren zum Frühschoppen auf.

Neben viel Technik können sich die Besucher beim Bulldog- und Oldtimerfest in Harresheim auch unterhalten lassen – hier von der Gruppe Geburta Mucke. Am Sonntag spielte der Musikverein Roggenbeuren.
Neben viel Technik können sich die Besucher beim Bulldog- und Oldtimerfest in Harresheim auch unterhalten lassen – hier von der Gruppe Geburta Mucke. Am Sonntag spielte der Musikverein Roggenbeuren. | Bild: Wolf-Dieter Guip