Oft und gerne wurden in der Geschichte die Zutaten Geld und Liebe verwendet, um tief greifende Dramen auf die Bühne zu bringen. Mengt man jedoch noch eine gehörige Portion Humor – in Form des stets hungrigen Dieners Truffaldino – hinzu, erhält man eine kurzweilige und temporeiche Komödie. Das Ensemble der „Theater im Tal“-Gruppe (TiT) um Regisseur Peter Hilmes nahm sich diesmal das Stück „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni vor. Das 1746 in Mailand uraufgeführte Stück gilt als einer der Höhepunkte der italienischen „Commedia dell‘arte“.

Thomas Himpel erheiterte als stets hungriger Diener „Truffaldino“.
Thomas Himpel erheiterte als stets hungriger Diener „Truffaldino“. | Bild: Jan Manuel Heß

Die Handlung ist schnell erklärt: Florindo (Johannes Jöchle) wird zu unrecht beschuldigt, den Bruder seiner Geliebten Beatrice (Rut Mecking-Eisele) im Kampf getötet zu haben und ist nach Venedig geflohen. Kurzerhand schlüpft Beatrice in die Rolle ihres verstorbenen Bruders und reist, begleitet von ihrem Diener Truffaldino, ebenfalls nach Venedig, um beim Kaufmann Pandolfo (Steffen Geidel), mit dessen Tochter Rosaura (Claudia Weckerle) der Verstorbene verlobt gewesen war, finanzielle Dinge zu regeln.

Schwierigkeiten für den Diener

Ahnungslos nehmen sich die beiden Liebenden im selben Wirtshaus ein Zimmer. Das Chaos entsteht, als Truffaldino – in seinen Entscheidungen stets vom Hunger geplagt – auch in Florindos Dienste tritt. Er wird somit zum Diener zweier Herren und bringt sich dadurch in zahlreiche Schwierigkeiten, aus denen er sich aber immer wieder mit knapper Not retten kann. Letztlich führt Truffaldino die beiden Liebenden zufällig wieder zusammen und wird belohnt, indem er die Kammerzofe Blandina (Karin Schmeh) heiraten darf.

Das könnte Sie auch interessieren
Wenn es im Textbuch von Souffleuse Gabriele Mecking so steht, dann ist das auch so. Doktor Lombardi (Knut Simon, Mitte) weiß nicht nur mit lateinischen Phrasen seinen Standpunkt gegenüber Kaufmann Pandolfo (Steffen Geidel) zu untermauern.
Wenn es im Textbuch von Souffleuse Gabriele Mecking so steht, dann ist das auch so. Doktor Lombardi (Knut Simon, Mitte) weiß nicht nur mit lateinischen Phrasen seinen Standpunkt gegenüber Kaufmann Pandolfo (Steffen Geidel) zu untermauern. | Bild: Jan Manuel Heß

Die Schauspieler, allen voran Thomas Himpel und Rut Mecking-Eisele, überzeugten in ihrer Darstellung und ihrem Witz, was nach den gegebenen Umständen eine große Leistung darstellte, denn aufgrund der unsteten Wetteraussichten mussten die Aufführungen in das Gasthaus „Löwen“ verlegt werden. An einem Ort proben und an einem anderen spielen: Das ist eine Herausforderung für jeden Darsteller. „Auf der Bühne ist dann alles etwas anders und man muss sich mehr konzentrieren, aber wir sind der Familie Zurell sehr dankbar dafür, dass wir in den Löwen umziehen konnten“, sagte Ernst Mecking, der den Tavernen-Wirt Tebaldo spielte.

Diener Truffaldino (Thomas Himpel, links) ist stets vom Hunger geleitet, was ihm oft in arge Bedrängnis bringt, aber wie man ein richtiges Mahl arrangiert, das weiß er wohl zu gut Tebaldo (Ernst Mecking), dem Wirt des „Goldenen Pfaus“, zu erklären.
Diener Truffaldino (Thomas Himpel, links) ist stets vom Hunger geleitet, was ihm oft in arge Bedrängnis bringt, aber wie man ein richtiges Mahl arrangiert, das weiß er wohl zu gut Tebaldo (Ernst Mecking), dem Wirt des „Goldenen Pfaus“, zu erklären. | Bild: Jan Manuel Heß

Knut Simon hat Geschmack am Theater gefunden

Knut Simon scheint seit seinem Bühnen-Debüt 2016 Geschmack am Theater gefunden zu haben. Der langjährige Bürgermeister erheiterte als lateinische Phrasen dreschender „Doktor Lombardi“. Er gab zu, sowohl am Stück, als auch an der Rolle gleich Gefallen gefunden zu haben. Mit seinen zehn Jahren stand David Knörle zum ersten Mal als Botenjunge auf der großen Bühne. „Es war ein sehr schönes Erlebnis, und ich werde beim nächsten Mal wieder dabei sein, dann aber gerne auch eine größere Rolle.“ Trotz der räumlichen Umstände waren beide Aufführungen außerordentlich gut besucht und entsprechend großen Applaus gab es für das ganze Ensemble und Regisseur Peter Hilmes.

Das könnte Sie auch interessieren
Viel Mühe und Mut musste Beatrice (Rut Mecking-Eisele), verkleidet als ihr Bruder Frederico Rasponi, auf sich nehmen, um endlich ihren geliebten Florindo (Johannes Jöchle) in die Arme schließen zu können.
Viel Mühe und Mut musste Beatrice (Rut Mecking-Eisele), verkleidet als ihr Bruder Frederico Rasponi, auf sich nehmen, um endlich ihren geliebten Florindo (Johannes Jöchle) in die Arme schließen zu können. | Bild: Jan Manuel Heß