"Was nichts kostet, ist nichts wert": Der dritte Schenktag der Bürgerstiftung Deggenhausertal strafte das Sprichwort Lügen, denn das Angebot wurde sehr wertgeschätzt. Schon zwei Stunden vor Öffnung des Saals im Feuerwehrgerätehaus Wittenhofen saßen und standen Familien und Einzelpersonen davor. Sie und viele, die später dazustießen, freuten sich über nützliche oder schöne Dinge, von denen sich andere getrennt hatten, darunter waren sogar ein Staubsaugerroboter und komplette Küchenmaschinen.

Sie freuen sich über neues Altes (von links): Hanni Zindel, Davina, die hilft, und Nadine Scharr.
Sie freuen sich über neues Altes (von links): Hanni Zindel, Davina, die hilft, und Nadine Scharr. | Bild: Christiane Keutner

So wie Hanni Zinkel, die Salatsieb, Handtücher, Kaffeeservice und einen Puppenwagen jetzt ihr eigen nennen kann: "Das ist ein Traum hier. Man kann stöbern und bekommt schöne Sachen, mit denen man die alten austauschen kann." Gut gebrauchen kann Nadine Scharr eine Thermoskanne und zwei Schüsselchen: "Ich finde es schön, dass man die Sachen nicht einfach wegwirft, wenn andere sie gebrauchen können. Das tut auch der Umwelt gut."

Zwischen Helfen und Schauen ein Kaffeepäuschen (von links): Kornelia Häusler sowie die Helfer Antje Oeschger, Andrea Nowak, Manfred Ströhle, Lisa Oeschger, Fidelis Denzler, Yvonne Denzler, Sophie Dressel und Karl-Heinz Appel.
Zwischen Helfen und Schauen ein Kaffeepäuschen (von links): Kornelia Häusler sowie die Helfer Antje Oeschger, Andrea Nowak, Manfred Ströhle, Lisa Oeschger, Fidelis Denzler, Yvonne Denzler, Sophie Dressel und Karl-Heinz Appel. | Bild: Christiane Keutner

An andere denkt auch Karin Schiemann aus Wittenhofen. Bärchen und Frosch sind für zwei Sammler. Kornelia Häusler aus Herdwangen, derzeit als Dorfhelferin in Hattenweiler im Einsatz, hat einfach aus Lust und Laune vorbeigeschaut: "Dass wir so viel finden, hätte ich nicht gedacht", staunt sie und stapelt Sofakissen und -decke, einen Suppentopf mit Deckel und Weihnachtskugeln, wobei sie gleich assoziiert: "Der Geschenketag ist wie Weihnachten und Ostern zusammen. Schön, wenn man einfach so etwas mitnehmen darf und nichts zahlen muss. Und jeder freut sich: Die etwas finden und diejenigen, die es herschenken über die, die das schön finden."

Neues System hat sich bewährt

Dass so eine Masse von Menschen kommt, hätte auch Andrea Nowak aus dem Raum Waldshut nicht gedacht. Sie unterstützte ihre Freundin Antje Oeschger, eine der Helfer der Bürgerstiftung. Zu denen gehört auch Manfred Ströhle. Als optimal habe sich die neue Organisation erwiesen. Wurde früher vormittags gebracht und nachmittags angeboten, so verteilte sich die Arbeit nun auf zwei Tage: "Damit konnten wir System reinbringen, damit sich die Leute besser zurechtfinden." Die Tische wurden abends zuvor thematisch bestückt: Hier Geschirr, dort Vasen oder Deko oder Haushaltsgeräte; sogar ein Tisch mit Weihnachtsartikeln war dabei. Nur Bücher und Kleider wurden nicht mehr angenommen. "Das hatte uns die letzten beide Male überrollt und wir mussten danach einen Haufen entsorgen", berichtete Ströhle.

Gros der Waren nach 1,5 Stunden weg

Nicht viel müssen die Helfer in diesem Jahr entsorgen, denn vier Fünftel der gebrachten Sachen waren nach eineinhalb von zwei Stunden weg, freut sich Yvonne Denzel, die den Anstoß zum Geschenktag gegeben und organisiert hatte. Anfangs war ihr Vorschlag eher auf verhaltene Reaktionen gestoßen, aber jetzt sind alle überzeugt. Sie freut sich auch über Leute, die sich bei ihr informieren, weil sie selbst einen Geschenktag in ihren Gemeinden anregen wollen.

Angebote an Friedrichshafener Fairkaufhaus

Die restlichen Dinge werden dem Fairkaufhaus Friedrichshafen angeboten; Was übrig bleibt, wird in Containern oder gegen Gebühr entsorgt, die man mit den Obolussen aus dem Spendenkässle finanziert. Jedes Teil hatte aber zumindest die Chance, noch irgend jemanden eine Freude zu machen.