Seit gut einem Jahr bietet Bonnie Uttenweiler geführte Wanderungen rund um den Höchsten an. „Vor vielleicht vier Jahren hatte der Bruder meiner Frau die Idee, Esel anzuschaffen. Und so haben wir einen Esel in Kiel gekauft“, erinnert sich Uwe Uttenweiler. Mittlerweile seien es schon fünf Tiere. Eine Heimat haben die Langohren im Stall der ehemaligen Zieglerschen in Rubacker auf dem Höchsten gefunden – in unmittelbarer Nähe wohnt auch Familie Uttenweiler.

Ein Naturgenuss der besonnderen Art sind Eselwanderungen rund um den Höchsten, bei denen man zur Ruhe findet und den Blick über das Deggenhausertal bis hin zum Bodensee und den Alpen genießen kann.
Ein Naturgenuss der besonnderen Art sind Eselwanderungen rund um den Höchsten, bei denen man zur Ruhe findet und den Blick über das Deggenhausertal bis hin zum Bodensee und den Alpen genießen kann. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Das Gelände gehöre mittlerweile Höchstenwirt Hans-Peter Kleemann, aber der Stall für die Esel soll auch dann erhalten bleiben, wenn bei den Gebäuden der ehemaligen Klinik ein Familienhotel entsteht.

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Nach vorheriger Vereinbarung kann jeder bei einer Eselwanderung dabei sein, die von Bonnie Uttenweiler geführt wird. „Im März 2018 habe ich die Erlaubnis gemäß des Tierschutzgesetzes erteilt bekommen, geführte Eselwanderungen anzubieten“, erklärt Uttenweiler, die eine umfangreiche Eignungsprüfung beim Veterinäramt ablegen musste. Die gelernte Schreinerin und Eselführerin ist staatlich anerkannte Arbeitserzieherin und Kommunikationstrainerin.

Bonnie Uttenweiler gestaltet die Eselwanderungen nach vorheriger Absprache. Ihr Sohn Malte ist oft mit dabei, weil er Spaß an der Natur, den Tieren und den Wanderern hat.
Bonnie Uttenweiler gestaltet die Eselwanderungen nach vorheriger Absprache. Ihr Sohn Malte ist oft mit dabei, weil er Spaß an der Natur, den Tieren und den Wanderern hat. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Wenn sich die Eselwandergruppen auf den rund zweieinhalbstündigen Rundkurs machen, dann sind oft Sohn Malte und der Familienhund Pauli, ein Labrador-Appenzeller, mit dabei. „Es macht mir einfach großen Spaß mit den Eseln und den Gruppen mitzulaufen, denn von den Tieren geht einfach eine unglaubliche Ruhe aus. Das überträgt sich auf die Menschen und man kommt runter – ich kann das gar nicht richtig erklären“, sagt Malte, der es genießt, in der Natur beim Höchsten zu laufen und die Aussichten ins Tal, über die Wiesen und Wälder bis hin zum Bodensee und den Alpen zu betrachten.

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Er gehe immer freiwillig mit, weil die Esel ja auch freiwillig die Wanderungen machen. Man merke auch, dass sich die Esel über den Auslauf freuen. Malte ergänzt: „Esel haben es niemals eilig und man muss Zeit, Ruhe und Freundlichkeit für eine Wanderung mitbringen.“

Bei einer Eselwanderung bestimmen die Tiere das Tempo, der Mensch stellt sich auf die Esel ein.
Bei einer Eselwanderung bestimmen die Tiere das Tempo, der Mensch stellt sich auf die Esel ein. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Zur Natur der Tiere sagt Uwe Uttenweiler: „Der Esel ist nicht stur, sondern eher vorsichtig. Der Esel ist kein Fluchttier und der Esel hat viel Geduld – und das überträgt sich auf die Menschen bei der Wanderung.“ Eselwanderungen seien für jeden möglich, der laufen kann, der gerne in der Natur ist und gerne mit Tieren umgeht. Der Esel gebe das Tempo vor.

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Wenn man sich diesem anpasse, würde man entschleunigt, auch weil man sich auf das Tier konzentrieren müsse. Deshalb sei eine Eselwanderung auch entspannender als alleine zu laufen. Bei der Planung der Wanderungen würde die Strecke vorher besprochen, wobei Wünsche und Bedürfnisse der Wanderer berücksichtig würden.

Auch Nachtwanderungen und Kindergeburtstage

Auch habe man schon Nachtwanderungen angeboten, Kindergeburtstage oder Junggesellenabschiede. Man sei bei der Planung sehr flexibel, wobei es neben dem Wohl für die Menschen auch um das Wohl der Esel gehe.