Da regen sich viele auf, weil in etlichen Supermärkten schon im September Spekulatius, Dominosteine und Honigkuchen angeboten werden. Und jetzt das: Gerade mal Mitte August und in den Medien wird gemeldet, dass im Dezember die Weihnachtsbäume knapp und/oder teuer werden. Hintergrund ist, dass gerade in Norddeutschland durch Hitze und Dürre viele junge Christbäume vertrocknet sind. Allerdings wird sich das auf die Angebotsmenge in diesem Jahr wohl eher nicht auswirken, weil junge Bäume mindestens vier bis fünf Jahre wachsen müssen, bis sie geschlagen und vermarktet werden können.

Nordmanntanne hat tiefe Wurzeln

Und wie ist die Situation in der Region? Vor vielen Jahren schon hat Anton Rist vom Hansenhof in Harresheim im Deggenhausertal begonnen, Blaufichten und Nordmanntannen auf inzwischen zwei Hektar anzubauen, die ausschließlich direkt über den Hof und nicht an Händler verkauft werden. Heute betreibt sein Sohn Samuel das Geschäft. "Es geht hauptsächlich darum, dass im Norden viele Neupflanzungen durch die Dürre vertrocknet sind. Wir hier haben die kleinen Bäume anfangs gewässert und sie haben gut durchgehalten", berichtet Anton Rist. Bei den größeren, drei bis vier Jahre alten Bäumen – die Nordmanntanne ist ein Tiefwurzler – gebe es keine Probleme und die Entwicklung sei weitgehend normal.

Ein kurzer Ausflug in die Plantage zeigt, dass die Bäume in Harresheim in saftigem Grün stehen und eine gute Ernte zur Weihnachtszeit gesichert ist. Anton Rist beruhigt: "Niemand braucht sich Sorgen zu machen, dass es in diesem Jahr keine Weihnachtsbäume gibt und die schöne Stimmung leidet." Und selbst wenn sich die jetzige Trockenheit in vielleicht acht bis zehn Jahren auf die Angebotsmenge auswirken sollte, gebe es mit Sicherheit Anbieter, die in die Lücke stoßen und dafür sorgen, dass jeder einen Baum bekommt.

Und so können alle gespannt sein, ob im September die ersten Weihnachtsartikel in den Supermärkten angeboten werden. Darunter bestimmt keine Christbäume, denn die wären bis Weihnachten längst ohne Nadeln.