Das Theater im Tal (TiT) mit Open-Air-Aufführungen auf dem idyllischen Dorfplatz beim Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte von Urnau hat sich erfolgreich etabliert. Es besteht einfach großes Interesse von Seiten der Urnauer, der Bürger aus dem Deggenhausertal sowie von Feriengästen und selbst in Nachbargemeinden hat es sich bereits rumgesprochen, dass es beim TiT stets viel zu lachen gibt. Regisseur Peter Hilmes hat sich in diesem Jahr das Stück „Der Diener zweier Herren“, eine Komödie von Carlo Goldoni ausgesucht.

Hilmes hatte dieses Stück schon vor mehr als 20 Jahren in der damaligen Grund- und Hauptschule im Deggenhausertal aufgeführt. Weil das Stück seinerzeit in einer kürzeren Version schon sehr gut angekommen sei und die Zuschauer begeistert gewesen waren, hat er sich jetzt an eine längere Originalversion mit elf Schauspielern herangewagt. „Der Diener zweier Herren“ ist das bekannteste Bühnenstück des italienischen Dramatikers Carlo Goldoni. Es wurde 1746 in Mailand uraufgeführt. Warum hat sich der Regisseur für so ein altes Stück entschieden? „Das Stück wird auch heute noch rund um die Welt irgendwo aufgeführt, weil es so viel Humor hat und auch ernste Szenen locker darstellt“, erklärt Hilmes.

Und schon damals hätten die Frauen um ihre Rechte gekämpft, was das Stück auch heute aktuell mache und modern. Als besonders bei den Proben der elf Darsteller für das Stück sieht Hilmes: „Die Herzlichkeit in der Gruppe ist wirklich außerordentlich, mich begeistert die Freude der Mitwirkenden am Spielen und ich selbst kann vom Theater nicht loslassen.“ Was ihn durch die Wand gehen ließe sei allerdings, dass bei jeder Probe jemand fehle.

Proben für eine erfolgreiche Komödie (von links): Steffan Geidel, Knut Simon und Thomas Heimpel; Regisseur Peter Hilmes begleitet kritisch die Szene.
Proben für eine erfolgreiche Komödie (von links): Steffan Geidel, Knut Simon und Thomas Heimpel; Regisseur Peter Hilmes begleitet kritisch die Szene. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Zum Inhalt des Stücks: „Florindo wird beschuldigt, den Bruder seiner Geliebten Beatrice getötet zu haben, und ist vor den Anschuldigungen nach Venedig geflohen. Als Mann verkleidet, reist ihm Beatrice nach, begleitet von ihrem Diener Truffaldino. Ohne dass die beiden Liebenden voneinander wissen, nehmen sie sich im selben Wirtshaus ein Zimmer. Truffaldino tritt – ohne Beatrices Wissen – auch in Florindos Dienste, da er zu schlecht bezahlt wird. Er wird zum Diener zweier Herren und gerät dadurch in zahlreiche Schwierigkeiten, aus denen er sich aber immer wieder retten kann. Er geht in seinen Lügen so weit, zu behaupten, der jeweils andere Herr sei tot. Letztlich führt Truffaldino die beiden Liebenden zufällig wieder zusammen und wird belohnt, indem er die Kammerzofe Smeraldina heiraten darf.

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Aufgeführt wird das Stück in zwei Aufzügen jeweils am Freitag und Samstag, 12. und 13. Juli, ab 19 Uhr auf dem Dorfplatz in Urnau. Musikalisch begleitet wird die Aufführung mit passenden und nicht passenden Stücken vom Akkordeonorchester Salem. Da jeder Akt rund 45 Minuten dauert, ist eine recht lange Pause eingeplant. Es werden 8 Euro Eintritt erhoben. Vor- und nach dem Schauspiel sowie in der Pause gibt es eine einfache Bewirtung. Der Erlös der Veranstaltung kommt Projekten in Urnau zugute.