Am 14. Mai wurde mit den Arbeiten begonnen, am 13. November sind sie beendet – sieben Monate war die Brücke über die Deggenhauser Aach zwischen Untersiggingen und Wittenhofen gesperrt. Hier hatte das Regierungspräsidium Tübingen die Bestandsbrücke durch einen Neubau ersetzt.

Vollsperrung sorgte für Empörung

Sieben Monaten, in denen Anwohner und Autofahrer gute Nerven brauchten, vor allem in der Anfangszeit als die Sperrung noch großräumig verlief. Als die Ausweichstrecke parallel zum Bauhof dann für alle Verkehrsteilnehmer freigegeben wurde, beruhigte sich die Stimmung.

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Nachdem sich die Arbeiten zuletzt nochmal zwei Wochen länger hingezogen hatten als eigentlich geplant, kam die Freigabe der neuen Brücke dafür umso überraschender: Am Mittwochmorgen rollte der Verkehr bereits. Das Regierungspräsidium (RP) hatte gegenüber der Gemeinde mitgeteilt, die Brücke wohl im Laufe des Mittwoch, eventuell aber auch am Donnerstag freizugeben

Arbeiten am Brückenbauwerk planmäßig

Ursprünglich war laut RP geplant, die Arbeiten bereits Ende Oktober abzuschließen. Die Arbeiten am Brückenbauwerk waren auch planmäßig verlaufen. Dass man dann doch nicht zum anvisierten Termin fertig war, lag zum einen daran, dass es beim Einbau der Telekommunikationsarbeiten zu Verzögerungen im Bauablauf kam.

Ein Luftbild aus der vergangenen Woche: Letzte Straßenbauarbeiten an der Brücke, rechts unten im Bild der Dtal-Markt, links oben der neue Lehenhof-Bioladen. Bild: Gerhard Plessing
Ein Luftbild aus der vergangenen Woche: Letzte Straßenbauarbeiten an der Brücke, rechts unten im Bild der Dtal-Markt, links oben der neue Lehenhof-Bioladen. Bild: Gerhard Plessing | Bild: Gerhard Plessing

Dadurch hatten sich die eigentlich im Anschluss geplanten witterungsabhängigen Straßenbauarbeiten verzögert und konnten wegen Regentage nicht wie geplant umgesetzt werden. „Wir haben die Arbeiten mehrfach der Witterung entsprechend umgestellt und optimiert, damit die Baustelle trotzdem schnellstmöglich abgeschlossen werden kann“, hatte das RP noch Ende Oktober mitgeteilt.

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Bei den Anliegern rund um die Brücke ist die Erleichterung groß. „Wir sind froh, dass sich das nun erledigt hat und wir die vergangenen Monate überstanden haben“, sagt Frank Hamburger, Geschäftsführer des D-Tal-Marktes. Man sei im Gespräch mit den Bauarbeitern gewesen und habe sich in dieser Woche auf die Öffnung der Brücke eingestellt. Am Mittwoch war es nun soweit.

Marktleiter freuen sich auf Normalität

Hamburger ist froh, dass es letztlich eine Umleitungsmöglichkeit innerhalb des Ortes gegeben hat. „Das war sehr positiv, die Vollsperrung war heftig“. Nun freue man sich darauf, dass wieder Normalität einkehre.

Bioladen eröffnet während der Bauphase

Auf der anderen Seite der Brücke hat mitten während der Bauphase die Dorfgemeinschaft Camphill im Juli ihren Bioladen eröffnet. „Jetzt waren wir lange Zeit am Ende einer Straße, die ins Nichts führte; nun sind wir mittendrin“, sagt Marktleiter Manuel Dupuis.

Dichtes Gedränge bei einer Bürgerversammlung im Juni; rechts der Bioladen des Lehenhofs kurz vor der Fertigstellung und im Hintergrund die Brückenbaustelle.
Dichtes Gedränge bei einer Bürgerversammlung im Juni; rechts der Bioladen des Lehenhofs kurz vor der Fertigstellung und im Hintergrund die Brückenbaustelle. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Dennoch seien die Kunden in das Geschäft gekommen, die Resonanz sei gut gewesen, so Dupuis. Die Fertigstellung der Brückenarbeiten bedeute nun mehr Durchgangsverkehr. Damit einhergehend werde das Produktangebot erhöht und seit dieser Woche wird auch ein Mittagstisch angeboten – der Weg vom Gewerbegebiet ist kürzer geworden.

Gehört der Vergangenheit an: Die Umleitung am Bauhof vorbei mit Ampelschaltung. Bild: Wolf-Dieter Guip
Gehört der Vergangenheit an: Die Umleitung am Bauhof vorbei mit Ampelschaltung. Bild: Wolf-Dieter Guip | Bild: Wolf-Dieter Guip

Im benachbarten Kinderhaus und im Waldorfkindergarten werden um die Mittagszeit die Kinder abgeholt. „Das war schon ein krasses Gefühl, wieder über die Brücke fahren zu können“, sagt eine Mutter, die in Lellwangen lebt, und die während der Bauphase den Weg über Salem genommen hat.

Für die Kinder endet zwar eine spannende Baustellenzeit, die sie aufmerksam beobachtet haben, aber auch der fließende Verkehr sorgt für große Kinderaugen.

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Situation entspannt sich spürbar

„Als ein Traktor vorbeigefahren ist, haben sich die Kinder gefreut“, berichtet Erzieherin Anne-Maria Tews, die die Kleinkinder betreut. Sie ist froh, dass die Sperrung aufgehoben ist, hatte es doch im Gewerbegebiet immer wieder gefährliche Situationen gegeben.

„Wir können nun mit den Kindern wieder in den D-Tal-Markt oder zum Spielplatz gehen“, sagt Tews. Und auch die Parkplatzsituation habe sich sofort spürbar wieder entspannt.