Deggenhausertal/Frickingen – Unter dem Motto "Unlimited Motion with Ambition (UMWA)" – frei übersetzt: unbegrenzte Bewegung mit Ambitionen – starteten Sarah Leberer aus Deggenhausertal und Martin Müller aus Frickingen am 6. August zu einer Kajak-Tour von der Quelle der Donau bis zu deren Mündung ins Schwarze Meer. Die beiden suchen die sportliche Herausforderung und wollen mit der Aktion das Projekt Rainbow-Children-Center unterstützen, das 2017 gegründet wurde.

Sponsoren für Kilometer gesucht

Dafür suchen Sarah Leberer und Martin Müller Sposoren, die ihre Kilometerleistung mit Spenden unterstützen. Mit dem Geld werden Kinder mit Behinderung in Kenia gefördert. Mittlerweile haben die beiden Paddler mit rund 1500 Kilometern mehr als die Hälfte der rund 2800 Kilometer langen Strecke bewältigt.

Immer wieder Probleme mit der Haut an den Händen

Aus Novi Sad in Serbien berichtet Sarah Leberer: "Unsere körperliche Verfassung ist im Großen und Ganzen gut. Es gab bisher noch keine Zwischenfälle, die eine Weiterfahrt verhindert hätten. Aber die andauernde gleichbleibende Belastung durch das Paddeln führt dazu, dass wir durchaus mal mit Problemen im Bereich der Schultern und Hände zu tun haben. Bei sehr nassen Bedingungen ist zudem die Haut an unseren Händen besonders sensibel, weil sie ja durch das Wasser aufgeweicht wird und das ständige Durchgleiten des Paddels nicht so gut verträgt. Das gibt schnell tiefe Risse, die unangenehm sind und schwer verheilen."

Der Tag beginnt um 5 Uhr morgens

Abends schleppen die Paddler ihr Boot ans Ufer, bevor sie ihr Zelt aufschlagen, essen, einkaufen und sich von den Anstrengungen des Tages erholen.
Abends schleppen die Paddler ihr Boot ans Ufer, bevor sie ihr Zelt aufschlagen, essen, einkaufen und sich von den Anstrengungen des Tages erholen. | Bild: privat

Ihr Tagesablauf habe sich schnell eingespielt: "Um 5 Uhr stehen wir gewöhnlich auf, dann frühstücken wir, bauen das Zelt ab und richten bis 7 Uhr das Boot. Ab dann wird gepaddelt bis abends zwischen 18 und 20 Uhr, je nachdem, wie wir einen Platz fürs Zelt finden. Anschließend kochen, essen, Zelt aufbauen, waschen, Sachen herrichten und um 22 Uhr erschöpft einschlafen. Mittagspause machen wir je nach Tagesetappe zirka 30 Minuten. Und im Schnitt müssen wir das Boot täglich drei Mal an Schleusen umtragen."

Bei Gewitter schnell raus aus dem Wasser

Ab dem Donaudurchbruch bei Regensburg ist der Fluss eine Wasserverkehrsstraße geworden. Frachter und Motorboote anstelle von Enten und Fröschen gehören auf der Donau zum Alltag und die Wehre und Schleusen sowie der zunehmende Gegenwind erschweren das Paddeln. Auch heftige Gewitter bestürmten die Paddler. "Morgens beim Start in Bratislava war noch nichts zu erahnen. Nachmittags ging es dann los. Schwarze Wolken, Regen, Blitz und Donner. Jede Gewitterfront bedeutet für uns ab ans Ufer, raus aus dem Wasser und unterstehen, bis das Gewitter über uns hinweggezogen ist. Nach so viel Warten und Paddeln im Regen freut man sich sehr über einen trockenen und warmen Schlafsack im Zelt", berichtet Leberer.

Paddler werden überall freundlich empfangen

Begeistert erzählt sie, dass sie bisher in allen Ländern sehr freundlich empfangen worden seien. Es gebe immer wieder Menschen, die sie vom Ufer aus einladen anzuhalten. Mal auf ein Bier, aber auch zum Abendessen oder mit dem Angebot, direkt an Ort und Stelle zu campen. Besonders viel Kontakt zu den Menschen haben sie, seitdem sie die Grenze zu Serbien überquert haben.

Einladungen zum Essen, Angebot zum Campen

Die Menschen begegneten ihnen mit großer Offenheit, fragten viel. Wenn niemand Deutsch oder Englisch könne, dann rede man eben mit Händen und Füßen. Gerade an Tagen, die anstrengend seien oder wenn das Wetter nicht so gut sei, tue es besonders gut, dass ihnen so freundlich begegnet werde. "Wir fühlen uns sehr wohl", schließt Leberer.