Die Landesstraße 207 in Deggenhausertal ist seit vielen Jahren auf einer Strecke von gut sechs Kilometern zwischen Ellenfurt und Echbeck in einem sehr schlechten Zustand. Nun soll die L 207 nach mehreren Anläufen saniert werden, wie das Regierungspräsidium (RP) mitteilt. 

Der Gemeinderat stimmte dem Ausbau unter neun Bedingungen zu und beauftragte die Gemeindeverwaltung, eine entsprechende Stellungnahme mit den Bedingungen, Anregungen und Bedenken an das zuständige Referat im RP zu senden. Der Ausbau der L 204 beim Ortseingang von Urnau müsse vor Sanierungsbeginn der L 207 gesichert sein, heißt es in der Stellungnahme.

In einem schlechten Zustand ist die L 207 zwischen Ellenfurt und Echbeck. Deshalb gelten eine Tonnage- und eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
In einem schlechten Zustand ist die L 207 zwischen Ellenfurt und Echbeck. Deshalb gelten eine Tonnage- und eine Geschwindigkeitsbegrenzung. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Forderung nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen

Aufgrund des stark zunehmenden Verkehrs müsse man verkehrsberuhigende Maßnahmen, insbesondere an den Ortseingängen von Deggenhausen und Wittenhofen sowie auf Höhe des Sportplatzes in Obersiggingen realisieren. Gleichzeitig wird ein Kreisverkehr an der Einmündung der Lellwanger Straße in Obersiggingen gefordert.

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Entlang der L 207 von Ellenfurt bis Echbeck muss ein straßenbegleitender Geh- und Radweg angelegt werden, heißt es in der Stellungnahme weiter. Sollte ein parallel verlaufender Radweg nicht realisierbar sein, sei zumindest ein Geh- und Radweg von Ellenfurt bis zur Abzweigung Sennhof anzulegen.

In Ellenfurt endet der Rad- und Fußweg. Gemeinde und Rat fordern eine Fortführung in Richtung Echbeck.
In Ellenfurt endet der Rad- und Fußweg. Gemeinde und Rat fordern eine Fortführung in Richtung Echbeck. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Geschwindigkeitsbegrenzung in allen betroffenen Ortsdurchfahrten

Aufgrund der engen Ortsdurchfahrt, wegen der Nähe zur Deggenhauser Aach und weil täglich viele Fußgänger die Straße überqueren, sei in allen betroffenen Ortsdurchfahrten eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf unter 50 Stundenkilometer notwendig, heißt es seitens der Ratsfraktionen weiter.

Nachtfahrverbot für Laster nach Heiligenberger Vorbild

Weiteres Argument: Das Deggenhausertal ist seit 2011 staatlich anerkannter Luftkurort. Dies ist nach Ansicht der Räte nicht vereinbar mit einem starken Verkehrsaufkommen, wie es die stärkere Belastung der beiden Landesstraßen L 204 und L 207 mit sich bringt. Deshalb muss ihrer Ansicht nach auf beiden Straßen zumindest ein Nachtfahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen angeordnet werden – so, wie es bereits in Heiligenberg der Fall ist.

Wunsch nach öffentlicher Informationsveranstaltung

Ebenso wird auf der L 207 ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern gefordert. Um die Lebensqualität zu verbessern, sollten die betroffenen Ortsdurchfahrten in den nächsten vier Jahren saniert werden. Um die Bevölkerung entsprechend zu informieren, plädieren die Räte dafür, dass das Regierungspräsidium vor Baubeginn eine öffentliche Informationsveranstaltung organisiert.

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Bürgermeister: „Werden uns mit Nachdruck für die Punkte einsetzen“

Wie wird sich das Verfahren entwickeln, wenn die Einlassungen der Gemeinde beim Regierungspräsidium keine oder kaum Berücksichtigung finden? Hierzu hat der SÜDKURIER nachgefragt. Bürgermeister Fabian Meschenmoser sagt: „Wir hoffen und gehen davon aus, dass unsere Forderungen und Bitten beim zuständigen Straßenbaulastträger, dem Land Baden-Württemberg, Gehör finden und auch umgesetzt werden. Im Sinne einer Politik des Gehörtwerdens sollte das Land dies beachten. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir uns vehement und mit Nachdruck für die Punkte unserer Stellungnahme einsetzen.“

So sieht es das Regierungspräsidium

Der Sprecher des Regierungspräsidiums, Dirk Abel, erklärt: „Unser Ziel ist, eine Einigung mit den betroffenen Gemeinden zu finden, ansonsten können wir die L 207 nicht ohne Weiteres sanieren. Soweit eine Einigung nicht möglich sein sollte, müssten wir eine Plangenehmigung oder eventuell sogar eine Planfeststellung durchführen. Gegen die entsprechenden Verwaltungsakte könnte dann geklagt werden.“ Weiter kündigt Dirk Abel an, dass dieses Jahr in der Ortsdurchfahrt von Urnau der Schupelbachdurchlass saniert werde. Darüber hinaus seien Umbauarbeiten in der Fahrbahn im Zusammenhang mit dem Radwegebau geplant. Für diese Arbeiten sei eine Vollsperrung notwendig.

Sanierung zwischen Ellenfurt und Echbeck frühestens 2021 geplant

Die Gemeinde Deggenhausertal beabsichtige zusätzlich, ebenfalls in diesem Jahr, die Randsteineinfassungen in der Ortsdurchfahrt Urnau zu erneuern. Dafür sei eine halbseitige Straßensperrung notwendig. „Außerdem plant der Bodenseekreis im Jahr 2021, die Kreisstraße 7750 zwischen Roggenbeuren und Harresheim zu sanieren. Die Fahrbahnsanierung im Zuge der L 207 zwischen Ellenfurt und Echbeck wird frühestens für das Jahr 2021 angestrebt.“