Das letzte Sägewerk im Deggenhausertal ist bald Geschichte. Im Gemeinderat am Dienstag wurde dem Antrag der Familie Knisel entsprochen, das zum Jahresende 2016 geschlossene Sägewerk Knisel in Wittenhofen abreißen zu dürfen und auf dem Gelände zwei Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamer Tiefgarage zu errichten. Geplant sind zwei dreigeschossige Gebäude mit Flachdächern. Die Höhe soll zwischen 11,69 und 11,74 Metern liegen, wobei der Schacht des Fahrstuhls diese um etwas mehr als einen Meter überragen wird.

Entstehen sollen zwischen elf und 15 Wohneinheiten pro Gebäude. In der Tiefgarage wird es 27 Stellplätze geben und weitere elf Stellplätze oberirdisch. Die Vorgabe der Landesbauordnung, ein Stellplatz pro Wohneinheit, werde somit erfüllt. Gemeinderatsmitglied Ernst Mecking (CDU) hob die gelungene Gestaltung der Außenfassaden hervor: "Sie werden sich sehr gut in die Umgebung einpassen." Die Abbrucharbeiten sollen im Mai beginnen und etwa nach sechs Wochen abgeschlossen sein. Baubeginn wäre dann, sofern die Erschließungsarbeiten planmäßig verlaufen, Anfang September. Bis frühestens Ende 2018 könnten die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Dem Gemeinderat wurde das Bauvorhaben bereits im vergangenen Juli von Projektentwickler Markus Knisel und Architekt Markus Hanawitsch im Modell und Plan vorgestellt, sodass im Vorfeld sämtliche offene Fragen geklärt werden konnten und so mit einem einstimmigen Beschluss gerechnet wurde. Dazu Knisel: "Wir sind jetzt seit gut 15 Monaten an dem Projekt und haben die Gemeinde von Anfang an in unsere sehr detaillierte Planung einbezogen, um dieses Ergebnis zu erreichen."

Bürgermeister Fabian Meschenmoser ergänzte: "Um die zu erwartende Baustellenverkehrsbelastung in Wittenhofen zu mindern, wird es eine Umleitung am Rathaus vorbei nach Obersiggingen geben." Außerdem möchte die Gemeinde einen Antrag zur Wohnumfeldgestaltung stellen, so Meschenmoser. "Wir wollen die Gelegenheit nutzen und unter anderem die alte Knisel-Holzbrücke zur Badener Straße (L 207) durch eine neue ersetzen." Dadurch soll vor allem die Einmündung zur L 204 bei der Bäckerscheune Baader entlastet werden.

Schon seit längerem wirtschaftete das Sägewerk nicht mehr kostendeckend und die Feuerversicherung wurde laut Knisel so teuer, dass für die Betreiber eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war, zumal man mit der Produktion für Verpackungen aus Holz nach Untersiggingen gezogen war. Nachdem in der Gemeinde nach wie vor erheblicher Bedarf an Wohnraum besteht, entschieden sich Knisels für eine Wohnbebauung auf dem frei werdenden Gelände. Der Familienbetrieb Holz-Knisel wurde 1926 am Standort in Wittenhofen als Sägewerk und Mühle gegründet und wurde damals mit der Wasserkraft der Deggenhauser Aach betrieben. Seinerzeit gab es rund zehn vergleichbare Betriebe im Deggenhausertal.


Das Bauvorhaben

Auf dem Gelände des alten Knisel-Sägewerks in Wittenhofen wird Wohnraum mit bis zu 30 Wohneinheiten entstehen. Ab Mai beginnen die Abbrucharbeiten, von Mitte Juni bis Ende August finden die Erschließungsarbeiten statt. Baubeginn ist für Anfang September geplant und die Bauarbeiten sollen bis vorraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein. Architekt ist Markus Hanawitsch vom Salemer Büro Studio Architektur.