Eine große Investition hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Er stimmte der Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs (LF 10) für die Feuerwehr zu. Es kostet rund 354.000 Euro. Im Rahmen der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans war empfohlen worden, ein LF 10 mit einem 2000-Liter-Wassertank anzuschaffen. Damit könne die Löschwasserversorgung auch im Außenbereich sichergestellt werden. Außerdem sollte die Ausstattung den gestiegenen technischen Anforderungen angepasst werden.

Gemeinde und Wehr stellen Ausschreibung selbst zusammen

Im Oktober 2018 war die Verwaltung beauftragt worden, entsprechende Fördermittel zu beantragen. Aufgrund der Investitionssumme musste die Anschaffung europaweit ausgeschrieben werden, was im September beschlossen worden war. Verwaltung und Feuerwehrführung arbeiteten zusammen, um die technisch wie rechtlich komplexe Ausschreibung zusammenzustellen. So sparte die Gemeinde rund 8000 Euro, die fällig geworden wären, wenn man ein Fachbüro mit der Ausschreibung beauftragt hätte.

Ein neues Feuerwehrfahrzeug LF10, vergleichbar mit dieser Abbildung, soll für die Feuerwehr Deggenhausertal angeschafft werden.
Ein neues Feuerwehrfahrzeug LF10, vergleichbar mit dieser Abbildung, soll für die Feuerwehr Deggenhausertal angeschafft werden. | Bild: Magirus

Zuschüsse von gut 170.000 Euro eingeplant

Günstigster Anbieter sowohl für Fahrgestell als auch Aufbau und Beladung ist die Firma Magirus aus Ulm zu Gesamtkosten von 354.000 Euro. Das Angebot liegt etwa elf Prozent unter den 400.000 Euro, die im Haushalt eingestellt sind. Das Land Baden-Württemberg bewilligte bereits eine Fachförderung von 92.000 Euro; eine zusätzliche Förderung aus dem Ausgleichstock wird im kommenden Jahr beantragt. „Es ist davon auszugehen, dass wir hier noch mal einen Zuschuss von vielleicht 80.000 Euro erhalten“, gab Kämmerer Josef Schweizer bekannt.

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Kämmerer: Angebot weit günstiger als bei Nachbargemeinden

Schweizer lobte die Feuerwehr ganz besonders für ihren Einsatz bei der Erstellung der Ausschreibung. Zwar habe es nur einen Anbieter gegeben, aber die Kosten für das neue Löschfahrzeug 10, das voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2021 ausgeliefert wird, seien weit günstiger als in Nachbargemeinden, die kürzlich erst derartige Fahrzeuge bestellt hätten.

Gemeinderat regt Einweihungsfest an

Ob des überschwänglichen Lobs für die Feuerwehr in der Gemeinde regte Gemeinderat Andreas Sturm (FW) an: „Wenn das neue Fahrzeug da ist, sollte es ein schönes Fest geben.“ Bürgermeister Fabian Meschenmoser meinte, dass die Weihe eines großen neuen Feuerwehrfahrzeugs stets mit einem kleinen Fest verbunden sei.

Aufwandsentschädigung für Wehrmitglieder wird erhöht

In der Sitzung stimmten die Räte auch einer Änderung der Satzung über die Aufwandsentschädigung der ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder zu. Demnach erhalten die Feuerwehrangehörigen für ihre Auslagen und ihren Verdienstausfall ab Januar einen einheitlichen Entschädigungssatz von 15 Euro pro Stunde (zuvor 12 Euro). Die Bürgermeister im Bodenseekreis hatten sich auf diesen einheitlichen Satz für alle Wehren verständigt.

Karl-Heinz Bentele, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal.
Karl-Heinz Bentele, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal. | Bild: Gemeinde/Silke Magino

Kommandant: „Fahrzeug besonders geländegängig und gut motorisiert“

Karl-Heinz Bentele, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal, erklärt, warum das neue Fahrzeug nötig ist.

Warum braucht die Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug?

Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans hat ergeben, dass die Feuerwehr für den Ersteinsatz zu wenig Wasser in den Fahrzeugen transportieren kann – nämlich nur 1560 Liter.

Für welche Einsätze ist das Fahrzeug geeignet?

Das Fahrzeug wird vorwiegend für Brandeinsätze eingesetzt, weil 2000 Liter Wasser mitgeführt werden. Aber auch bei Sturm oder Hochwasser kann das Fahrzeug eingesetzt werden.

Welche besonderen Anforderungen muss das Fahrzeug erfüllen?

Ausgestattet mit Singlebereifung und Allrad, ist das Fahrzeug besonders geländegängig und gut motorisiert, da bei Einsätzen bis zu 300 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Es gibt noch viele weitere Besonderheiten, die bei der Ausschreibung berücksichtigt wurden.

Wird ein Altfahrzeug dafür abgegeben?

Das 35 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug wird ausgemustert und wird wahrscheinlich verkauft. Das entscheidet die Gemeinde.

Wie ist die Platzsituation im Gerätehaus, wenn ein neues Fahrzeug beschafft wird?

Beim Anbau an das Feuerwehrhaus 2014 wurden zwei Stellplätze geschaffen. Da das Tragkraftspritzenfahrzeug wegfällt, ist der Stellplatz für das neue LF 10 frei.

Sind mittelfristig weitere Investitionen bei der Feuerwehr erforderlich?

Investitionen sind immer erforderlich, da der Fahrzeugpark, wie wir alle, älter wird. So ist beispielsweise unser LF 8/6 jetzt 20 Jahre alt, da sollte in fünf Jahren die Ersatzbeschaffung auf den Weg gebracht werden – je nachdem, wie reparaturanfällig es dann ist.

„Fahrzeug besonders geländegängig und gut motorisiert“

Karl-Heinz Bentele, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal, erklärt, warum das neue Fahrzeug nötig ist.