In der Gemeinderatssitzung wurde der Bauvoranfrage der Firma Knisel für eine Wohnbebauung auf einem Teil des Sägewerks in Wittenhofen zugestimmt. Es sollen dort Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Geschosswohnungsbau entstehen. Weiterhin wurde die Verwaltung beauftragt, mit dem Grundstückeigentümer über die Erschließung als geplantes Baugebiet zu verhandeln, um einen Beschluss im Gemeinderat herbeiführen zu können.

Zuvor war erläutert worden, dass sich das geplante Bauvorhaben innerhalb der Abrundungsatzung aus dem Jahr 1983 befindet. Das bedeutet, dass das Projekt im Prinzip nach Paragraf 34 Baugesetzbuch zulässig ist, innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Die Planungen müssen sich an der Umgebungsbebauung orientieren.

<p>Die Projektentwickler präsentieren im Gemeinderat ein Modell der geplanten Neuen Mitte II Wittenhofen.</p>

Die Projektentwickler präsentieren im Gemeinderat ein Modell der geplanten Neuen Mitte II Wittenhofen.

| Bild: Wolf-Dieter Guip

Die Gemeindeverwaltung hatte sich grundsätzlich für eine Wohnbebauung in diesem Gebiet ausgesprochen, das als Neue Mitte II Wittenhofen bezeichnet wird. Es gebe in der Gemeinde Bedarf für Wohnraum. Entscheidend werden jedoch die Verhandlungen mit dem Grundstückseigner über die Erschließung des Gebiets sein. Diese sollte über eine neue Brücke über die Deggenhauser Aach zur Badener Straße laufen. Eine Erschließung über den Schulweg wird als problematisch angesehen, weil durch das Rathaus, die Lebensräume, das Pflegeheim, die Schule sowie den Busbahnhof und das neue Café der Anknüpfungspunkt zur Landesstraße 204 schon jetzt vielfach überlastet ist.

Mit einer detaillierten Präsentation überzeugten die Projektentwickler Markus Knisel und Architekt Markus Hanawitsch die Räte im Großen und Ganzen von dem Projekt. Die Bauherren sind Hermann und Andrea Knisel. Hermann Knisel hatte als Gemeinderat während des Tagesordnungspunkts im Zuschauerraum Platz genommen. Um alle Eventualitäten zu berücksichtigen, hatte der Projektentwickler ein Expertenteam zusammengestellt, zu dem Städteplaner Helmut Hornstein, Verkehrsplaner Dirk Langenbach, der Leiter des Markdorfer Bauamts Torsten Schneider sowie der für Verkehrstechnik im Regierungspräsidium Tübingen zuständige Tobias Deufel und Architekt Markus Hanawitsch gehörten.

In der Diskussion meinte Jochen Jehle (SPD): "Schön, dass das Projekt so ausführlich vorgestellt wurde. Ich finde den Vorschlag interessant und er kann auch wirtschaftlich entwickelt werden." Wichtig sei die Erschließung, wobei Jehle für die weiter nördlich angesiedelte Lösung votierte. Markus Knisel entgegnete, dass man sich hier auf die Erfahrung von Tobias Deufel vom Regierungspräsidium verlasse. Nur durch die Erschließung über eine neue Brücke an der bisherigen Holzbrücke könnten das Pflegeheim und die Lebensräume angeschlossen werden. Diese Lösung werde vonseiten der Verwaltung angestrebt. Ernst Mecking (CDU) meinte: "Ich finde es toll, dass im Zentrum von Wittenhofen Wohnbauflächen geschaffen werden und dass das Pflegeheim und die Lebensräume angeschlossen werden sollen."

Wolfgang Rößler (FWV) fand großes Lob für die Planung: "Bei so einer Bauvoranfrage bleiben keine Fragen offen und es ist gut, dass Mehrfamilienhäuser entstehen sollen."

Neue Mitte II

Die Planung sieht drei Baufenster für Geschosswohnungsbau vor, die mit Tiefgarage und drei Obergeschossen sowie Flachdächern an die hohen Gebäude von Pflegeheim und Lebensräume nahezu anschließen. Richtung Norden schließen sich sieben Baufenster für Doppel- oder Einfamilienhäuser an. Je nach Bauplanung könnten hier 100 bis 120 Menschen eine neue Heimat finden. Um das Gebiet zu erschließen, favorisiert die Verwaltung eine neue Brücke an der Stelle der vorhandenen Holzbrücke.