In der Juli-Sitzung des Gemeinderats hatten Projektentwickler Markus Knisel und Architekt Markus Hanawitsch das Bauprojekt vorgestellt. Das Bauprojekt befindet sich innerhalb der aus dem Jahr 1983 stammenden Abrundungssatzung und ist damit nach dem sogenannten Paragraf 34 im Baugesetzbuch zu beurteilen, was bedeutet, dass sich die geplanten Bauten weitgehend an der Umgebungsbebauung orientieren müssen.

Die Straßenerschließung für das Baugebiet soll über eine neue Brücke über die Deggenhauser Aach zur Badener Straße (L 207) erfolgen. Der Grund: Eine Erschließung über Schulweg und Rathausplatz mit dem Anknüpfungspunkt an die Landesstraße 204 bei der Bäckerei Baader wäre problematisch, denn dieser Bereich ist schon jetzt verkehrlich sehr stark belastet. Die geplante Brücke über die Aach hätte auch den Vorteil, dass der Verkehr vom und zum Pflegeheim sowie den "Lebensräumen für Jung und Alt" ebenfalls darüber geführt werden könnte. Für den Bau der Brücke sollen Zuschussanträge – ELR-Mittel (Zuschüsse für die Infrastrukturverbesserung im ländlichen Raum) und Ausgleichstock – gestellt werden, die nach Auffassung der Verwaltung gute Chancen auf Bewilligungen hätten. Voraussetzung sei jedoch, dass das Wohnumfeld in diesem Bereich durch verschiedene Maßnahmen wie Grünflächen, Parkplätze und Möblierung verbessert werde.

Planer René Fregin stellte im Gemeinderat am Dienstagabend einen entsprechenden Entwurf für die Überplanung dieses Bereichs vor. Kämmerer Josef Schweizer bezifferte die Gesamtkosten für Brücke und Wohnumfeldmaßnahmen mit rund 340 000 Euro, von denen – bei Förderung – die Gemeinde zirka 140 000 Euro zu tragen hätte.

Bevor der Gemeinderat sich einstimmig dafür aussprach, die entsprechenden Förderanträge zu stellen, gab es erheblichen Diskussionsbedarf. Gemeinderat Wolfgang Rößler (FWV): "Der Vorschlag ist grundsätzlich gut. Aber was geschieht, wenn wir keine Zuschüsse bekommen – ob wir uns das dann leisten wollen?" Dazu Schweizer: "Wir haben mit dem Regierungspräsidium gesprochen, dass derartige Maßnahmen förderbar sind." Und Bürgermeister Knut Simon ergänzte: "Wir sind da guter Dinge und wenn es keine Zuschüsse gibt, geht das Thema wieder zurück in den Gemeinderat." Sehr kritisch äußerte sich Mathäus Sturm (FWV): "Ich bin davon überzeugt, dass sich durch die Brücke beim Bäcker nichts verändert. Dort ist ein Verkehrschaos, weil die Straße zu eng ist. Das Problem muss langfristig gelöst werden."