Nach heftigen Protesten zur Totalsperrung der Landesstraße 204 durch Untersiggingen und der großräumigen Umleitungsstrecke hatten die Verantwortlichen für die Pfingstferien eine vorübergehende Lösung gefunden. Jetzt gibt es eine Neuregelung für die Zeit nach den Ferien.

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Verschiedene Behörden rund um das Regierungspräsidium Tübingen sowie die Gemeindeverwaltung hatten zunächst die Ausweichstrecke parallel zum Bauhof während der Pfingstferien für den landwirtschaftlichen Verkehr sowie Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen über eine Ampelregelung in beide Fahrtrichtungen freigegeben. Zuvor waren wegen der Brückenbaustelle dort Dauerrot-Ampeln eingerichtet worden und nur Linienbusse und Rettungsfahrzeuge durften die Rot zeigende Ampel passieren.

Der aktuelle Stand der Brückenbaustelle in Untersiggingen. Es werden Betonarmierungen tief ins Erdreich eingelassen.
Der aktuelle Stand der Brückenbaustelle in Untersiggingen. Es werden Betonarmierungen tief ins Erdreich eingelassen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Am vergangenen Mittwoch gab es nun ein Behördengespräch im Rathaus in Wittenhofen, an dem Fachabteilungen des Regierungspräsidiums Tübingen, die Polizei, die Straßenverkehrsbehörde, Vertreter der Busunternehmen und der Gemeinde Deggenhausertal teilnahmen. In einer recht knapp gehaltenen Auskunft des Regierungspräsidiums Tübingen legte Katrin Rochner von der dortigen Presseabteilung dar: „In der heutigen Besprechung gab es von allen Beteiligten positives Feedback zu der Lichtsignalregelung über die Pfingstferien. Die Lichtsignalanlage wird daher auch nach den Ferien bestehen bleiben.“

Regelung hat in den Ferien gut funktioniert

Auf Nachfrage des SÜDKURIER bestätigt der Hauptamtsleiter der Gemeinde, Peter Nothelfer, dass der normale Verkehr während der Ferien gut funktioniert habe. Beim Gespräch im Rathaus hätten die Busunternehmen festgestellt, dass die Rotphase eine Aufenthaltsdauer der Busse von vier Minuten bedeuten würde. Nach den Ferien, mit erhöhtem Verkehr – insbesondere Busverkehr –, könnte es zu deutlich längeren Wartezeiten kommen.

Ab Montagabend können die Autos auf einer zweiten Fahrspur durch das Tor des Bauhofs (wo der weiße Wagen fährt) bis zum Trafohäuschen im Hintergrund fahren, wohin die Ampel versetzt wird.
Ab Montagabend können die Autos auf einer zweiten Fahrspur durch das Tor des Bauhofs (wo der weiße Wagen fährt) bis zum Trafohäuschen im Hintergrund fahren, wohin die Ampel versetzt wird. | Bild: Wolf-Dieter Guip

„Es wurde entschieden, durch den Bauhof eine zweite Fahrspur bis zur Umspannstation der EnBW anzulegen“, erklärt Nothelfer. Damit könne die Ampel bis zu 30 Meter an die Einfahrt zur Landesstraße 204 verlegt werden. Dies hätte den Vorteil, dass die Rotphasen deutlich kürzer und mögliche kleine Staus nicht zu weit ins Gewerbegebiet hineinragen würden. Der Bauhof werde bis Montagabend die erforderlichen Freiflächen auf dem Gelände schaffen.

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Sollte sich diese Regelung bewähren, soll sie bis zum Ende der Brückenbaustelle beibehalten werden. An der Ampel in Untersiggingen steht Landwirt Josef Gaugel mit seinem Schlepper. „Ich finde die jetzige Lösung gut, nur hätte man nicht so viel Reklame dafür machen sollen, denn jetzt fährt hier jeder durch – auch schon mal Lastwagen“, sagt er. Zu der jetzt angedachten Lösung meint Gaugel, dies sei eine gute Lösung. Er freue sich auch für die Anwohner, dass der Ärger jetzt vorbei sei. Die Praxis wird in den nächsten Wochen zeigen, ob sich die neue Regelung bewährt.

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Das sagen Kommunalpolitiker über die geplante Lösung

Wolfgang Rößler
Wolfgang Rößler | Bild: Wolf-Dieter Guip

Wolfgang Rößler (Freie Wähler), der beim Behördentermin im Rathaus dabei war, bestätigt, dass sich die Regelung in den Pfingstferien bewährt habe, obgleich wohl keiner an die Ampelregelung geglaubt hatte. Das Gespräch mit den Behörden sei sehr konstruktiv verlaufen und alle Beteiligten glauben, dass es ein guter Kompromiss sei. „Der Vorschlag mit der zweiten Fahrspur über den Bauhof ist von der Verwaltung gekommen und auch die Busunternehmen sind guter Dinge, dass es so klappen kann“, ergänzt Rößler. Es bestehe die Möglichkeit, bei Bedarf nachzujustieren.

Elfriede von Ow-Haag
Elfriede von Ow-Haag | Bild: Wolf-Dieter Guip

Elfriede von Ow-Haag (CDU) war von Bürgermeister Fabian Meschenmoser über die Regelung nach den Ferien informiert worden: „Ich bin sehr froh, dass man sich auf die zweite Spur beim Bauhof geeinigt hat, da es für die Untersigginger eine enorme Erleichterung ist; vor allem, wenn man an die lange Bauphase denkt.“ Auch die Bäckerei Baader zeige sich zufriedener, weil die Untersigginger nun wieder kurze Wege zum Brot haben. Und wenn die Schulbusse mal fünf Minuten Verspätung hätten, hoffe sie, dass es die Lehrer verzeihen.