„Das ist eine ganz besondere Messfeier hier in Urnau“, betonte Dekan Peter Nicola, der die Festpredigt bei der feierlichen Wiedereröffnung der Pfarrkirche Heilige Drei Könige hielt.

Und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Urnau, Josef Schmidmeister, ergänzte: „Wir feiern heute nach zweieinhalbjähriger Planung und Renovierung die Wiedereröffnung einer der schönsten Kirchen im Linzgau. Die Kirche ist wunderschön wieder hergerichtet, wie wir sie heute erleben dürfen.“ Erstmals begleitete der Gemeinschaftschor der Seelsorgeeinheit Deggenhausertal unter der Leitung von Melanie Gartmann den Gottesdienst.

Dekan Peter Nicola aus Salem hielt die Festpredigt und segnete das renovierte Gotteshaus und die Gläubigen.
Dekan Peter Nicola aus Salem hielt die Festpredigt und segnete das renovierte Gotteshaus und die Gläubigen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Das vormals eher etwas düster und verblichen wirkende Gotteshaus präsentiert sich jetzt als warmes, helles Gebäude. Der Altar strahlt in neuem Glanz und alle Exponate, Figuren, Bilder sowie Malereien, ziehen die Blicke der Kirchenbesucher auf sich. Darüber hinaus gibt es unzählige, nicht auf den ersten Blick erkennbare Verbesserungen, die das Gotteshaus für lange Zeit stabilisieren sollen.

Pfarrer Jürgen Schmidt zeigt eines der restaurierten Bilder mit liturgischen Gefäßen wie Kelch, Altarglocken und Kerzenständern.
Pfarrer Jürgen Schmidt zeigt eines der restaurierten Bilder mit liturgischen Gefäßen wie Kelch, Altarglocken und Kerzenständern. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Wie kam es zu den Sanierungsarbeiten an der Kirche? Nach den Pfingstferien im Jahre 2017 musste die Kirche in Urnau – nach Abstimmung mit dem bischöflichen Ordinariat in Freiburg – aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. An der reichlich verzierten Decke des Gotteshauses waren erhebliche Rissbildungen entdeckt worden und man befürchtete, dass sich Teile der Unterdecke von der Oberdecke lösen und in den Kirchraum herabstürzen.

Restauratorin Renate Volkmer bei der Arbeit an den Rissen, die sich an der Decke des Gotteshauses gebildet hatten.
Restauratorin Renate Volkmer bei der Arbeit an den Rissen, die sich an der Decke des Gotteshauses gebildet hatten. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Ein Statiker und ein geologisches Institut wurden beauftragt, die Schäden zu untersuchen – insbesondere auch den Kirchturm mit dessen Untergrund, da sich dieser um circa fünf Zentimeter gesenkt hatte. „Der Verkehr und gerade der Schwerverkehr, der in Urnau stark zugenommen hat, hat bestimmt Auswirkungen auf die Situation in der Kirche, zumal man die Vibrationen hier deutlich spürt“, sagte Pfarrer Jürgen Schmidt im Februar 2018 bei einer Ortsbesichtigung mit dem SÜDKURIER.

Pfarrer Jürgen Schmidt zeigte zu Beginn der Sanierungsarbeiten, wie sich die Unter- von der Oberdecke in der Kirche gelöst hatte.
Pfarrer Jürgen Schmidt zeigte zu Beginn der Sanierungsarbeiten, wie sich die Unter- von der Oberdecke in der Kirche gelöst hatte. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Dazu kam, dass viele Dachbalken von Hausschwamm befallen und dadurch morsch geworden waren. Die vielen festgestellten Schäden an dem Gotteshaus hatten dazu geführt, dass im Prinzip die gesamte Kirche renoviert werden musste. Seinerzeit war man noch davon ausgegangen, dass die Sanierung um die 100 000 Euro kosten würde.

So sah es noch im Sommer in der Kirche aus: Das Bild zeigt Restauratorin Renate Volkmer und Pfarrer Jürgen Schmidt bei einer Besprechung der Sanierungsarbeiten im eingerüsteten Innenraum.
So sah es noch im Sommer in der Kirche aus: Das Bild zeigt Restauratorin Renate Volkmer und Pfarrer Jürgen Schmidt bei einer Besprechung der Sanierungsarbeiten im eingerüsteten Innenraum. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Doch dabei blieb es nicht. Bei einer Ortsbesichtigung im August 2019 erklärte Pfarrer Jürgen Schmidt weitere Maßnahmen: „Neben der bereits erfolgten Sanierung des Dachstuhls haben wir jetzt die Kirchenbänke komplett ausgebaut, die auf Schimmel und Holzwurm behandelt werden müssen und anschließend wieder eingebaut werden.“ Im unteren Bereich der Wände habe sich ebenfalls Schimmel gezeigt. Deshalb müsse das schlechte Material abgeschlagen und nach einer Schimmelbehandlung neu verputzt und gestrichen werden.

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Kosten sieben Mal so hoch wie anfangs angenommen

„Die komplette Sanierung der Kirche wird wohl um die 700 000 Euro kosten. Wobei einen Teil das bischöfliche Ordinariat in Freiburg übernimmt und 400 000 Euro die Kirchengemeinde – teilweise aus zurückgestellten Geldern“, erklärte Pfarrer Schmidt, der betonte, dass die Kirche im Tal dringend auf Spenden angewiesen sei.

Nächstes Projekt: Sanierung des Pfarrhauses

Und ein weiteres Sanierungsprojekt steht an: „Nach Klärung mit der Finanzabteilung des bischöflichen Ordinariats in Freiburg müssen wir mit der Sanierung des Pfarrhauses beginnen“, sagte der Pfarrer und erklärte, dass die Sanierung wohl um die 950 000 Euro kosten werde.

Wenn die Finanzierung gesichert ist, kann kurzfristig mit der kompletten Sanierung des maroden Pfarrhauses in Urnau begonnen werden. Es wird mit Kosten in Höhe von 950 000 Euro gerechnet. Später muss auch der Pfarrgarten, der unter Denkmalschutz steht, in Angriff genommen werden.
Wenn die Finanzierung gesichert ist, kann kurzfristig mit der kompletten Sanierung des maroden Pfarrhauses in Urnau begonnen werden. Es wird mit Kosten in Höhe von 950 000 Euro gerechnet. Später muss auch der Pfarrgarten, der unter Denkmalschutz steht, in Angriff genommen werden. | Bild: Wolf-Dieter Guip