Vielerorts wird im ländlichen Raum über mangelhafte Infrastruktur geklagt. Kaum Ärzte, Apotheken, Einzelhandelsgeschäfte – die Postfiliale hat geschlossen und der letzte Metzger hat schon lange aufgegeben. Aber es gibt auch Gegenbeispiele.

Sicher steht auch in der Gemeinde Deggenhausertal noch lange nicht alles zum Besten. Beim Anschluss an das schnelle Internet hinkt man hinterher und der öffentliche Personennahverkehr ist trotz "Emma" nicht optimal. Und wer in Urnau oder Lellwangen lebt, kann nicht behaupten, zu Fuß seinen täglichen Bedarf decken zu können.

Aber es wurde schon vor Jahren damit begonnen, den Hauptort Wittenhofen zum Gemeindezentrum zu entwickeln. Ärzte, Apotheke (die erweitert werden soll), Supermarkt (der erst erweitert wurde), Schule, Hallenbad, Mehrzweckhalle, der Busbahnhof, das neue Rathaus und die Feuerwehr – alles liegt zentral zusammen. Dazu kamen in jüngerer Zeit die Pflegegemeinschaft St. Sebastian und die Lebensräume für Jung und Alt. Und die Bäckerscheune mit Café. Am Busbahnhof entsteht zusätzlicher Wohnraum, der das Ensemble abrundet. Am Haldenweg entsteht ein Baugebiet mit etwa zwölf Einfamilienhäusern.

Das Thema Wohnbebauung treibt Verwaltung und Gemeinderat schon lange um. Deshalb ist, neben einem weiteren entstehenden Baugebiet mit wohl 15 Bauplätzen in Deggenhausen, vor allem Innenverdichtung gefragt. Mit der Neuen Mitte II Wittenhofen wird das Angebot an Wohnraum gestärkt – und das im Kernort mit guter Infrastruktur. Ein wichtiger Beitrag für die Attraktivität des ländlichen Raums.

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