Kinderlachen, Freudenschreie und ein buntes Durch- sowie Miteinander haben die Atmosphäre in der Alfons-Schmidmeister-Halle am Tag des Kinderturnens bestimmt. Unter dem Motto „Wir machen Kinder stark“ hatte der Verein für Freizeitsport Deggenhausertal alle Kinder der Region zwischen zwei und sieben Jahren eingeladen, mit ihren Eltern die verschiedenen Turnstationen auszuprobieren und für sich zu entdecken.

Hüpfen, Klettern, Springen – Begeisterung über das Lustprinzip wecken

„Wir möchten über das Lustprinzip versuchen, die Kinder für Bewegung zu begeistern“, erklärt die Vorsitzende des Vereins, Sibylle Strasser. „Das gelingt uns durch den Aufbau fantasievoller Bewegungsstationen, an denen die Kinder sich im Hüpfen, Klettern oder Springen ausprobieren können.“ Kurz darauf schwingt der vierjährige Hannes mit dem Seil an seinem Papa vorbei und ruft freudestrahlend: „Noch mal anschubsen!“

Für die sechsjährige Anna aus Deggenhausertal steht die Welt Kopf. „Es kribbelt im Bauch“, ruft sie, während sie von Bernd Keller mit Seil und Gurt gesichert wird.
Für die sechsjährige Anna aus Deggenhausertal steht die Welt Kopf. „Es kribbelt im Bauch“, ruft sie, während sie von Bernd Keller mit Seil und Gurt gesichert wird. | Bild: Kerstin Oettle

Keine Kästen und Matten, sondern Felsen und Tiefschnee

Anstehen heißt es am 1,50 Meter hohen Kasten, auf den die Kleinen erst einmal hochklettern müssen, um danach auf die weiche Matte springen zu können. Dabei ist zu beobachten, dass einige noch langsam bis zur Sprungkante gehen und sich dann trauen zu springen, Geübtere schon mit Anlauf den Sprung auf die Bodenmatte wagen. Übungsleiterin und Dreifach-Mama Ruth Soyer erzählt: „Ich versuche immer, Geschichten um die Stationen drumherum zu erzählen. Bei mir gibt es keine Kästen und Matten, sondern eher Felsen, von denen man in den Tiefschnee springt.“

Schon Zweijährige balanciert über Schwebebalken

Dass sie damit die Fantasie der Kinder anspricht, wird durch die strahlenden Kinderaugen deutlich. Die kleine Lenja versucht sich im Balancieren über den Schwebebalken. Ruth Soyer erzählt, dass er ein Baumstamm über einen wilden Fluss sei. Hier ist Konzentration gefragt, damit man nicht hinunter- beziehungsweise hineinfällt.

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Mama Anna Rössler ist stolz auf ihre zweieinhaljährige Tochter Lenja, die sich sehr selbstbewusst zwischen den Stationen hin und her bewegt. Die Grünwangenerin sagt: „Ich bin überzeugt von dem Angebot in dem frühen Alter, weil es das Kind in der Bewegung fördert und in der Persönlichkeit stärkt.“ Sie ist froh, einen Platz in der wöchentlichen Eltern-Kind-Turngruppe in Wittenhofen zu haben.

Viele freiwillige Helfer unterstützen Aktionstag

Am anderen Ende der Halle versucht die sechsjährige Sophia gerade, einen Berg am Seil zu bezwingen, und winkt begeistert, als sie oben angekommen ist. All diese Eindrücke bezeichnen Ruth Soyer und Sibylle Strasser als Lohn für den Aufwand, der solch ein Tag mit sich bringt. Strasser sagt: „Dank der freiwilligen Helfer können unsere eigenen Aktionsideen umgesetzt werden.“ Soyer freut sich: „Und somit ist es uns einmal im Jahr möglich, kreative Bewegungseinheiten zur Verfügung zu stellen.“ Sie sieht solch einen Tag auch als Möglichkeit zur Begegnung und Förderung des Miteinanders von Eltern, Kindern, Verein und Gemeinde.

Übungsleiterin Ruth Soyer und Sibylle Strasser, Vorsitzende des Vereins für Freizeitsport Deggenhausertal, freuen sich über die gut besuchte Veranstaltung.
Übungsleiterin Ruth Soyer und Sibylle Strasser, Vorsitzende des Vereins für Freizeitsport Deggenhausertal, freuen sich über die gut besuchte Veranstaltung. | Bild: Kerstin Oettle

Dem stimmt Bernd Keller zu, der mit seinen zwei Kindern, die sonst in Bermatingen im Verein sind, einen aktiven Nachmittag in der Sporthalle verlebt. „Ich dachte mir, das ist genau das Richtige für meine zwei Rabauken. Und ich hatte Recht, sie haben sichtlich Spaß“, freut sich der Wittenhofener, während er mit Seil, Gurt und Karabiner die sechsjährige Anna sichert, die gerade hoch hinaus will.

Zahl von über 100 Kindern „ein voller Erfolg“

Mit über 100 teilnehmenden Kindern sehen Ruth Soyer und Sabine Strasser den Tag des Kinderturnens, der zum zweiten Mal organisiert wurde, wieder als einen vollen Erfolg. Sabine Strasser sagt aber auch: „Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen.“ Sie wünsche sich „zukünftig, völlig unabhängig vom Verein, mehr bewegungsarme Kinder, sich vom Lustprinzip der Bewegung anstecken lassen und mit Spaß etwas tun, was sie in Schwung bringt“.