Eine "Wiederbelebung" des vormals von der Familie Allgaier betriebenen Bogenparcours in Lellwangen wird aktuell nicht möglich sein. Der Gemeinderat lehnte in seiner jüngsten Sitzung die Erstellung einer Bauleitplanung zum Betrieb eines Bogenparcours auf dem bekannten Grundstücken in Lellwangen ab.

Zur Vorgeschichte: Nachdem der Verwaltungsgerichtshof im April 2016 eine Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Sigmaringen aus dem Jahre 2014 – Verbot des Weiterbetriebs des Bogenparcours – nicht zugelassen hatte, hatte das Baurechtsamt Markdorf die Nutzung des Parcours untersagt. Sämtliche beteiligten Fachbehörden hatten dann im Juni 2016 erneut die Möglichkeiten eines Weiterbetriebs erörtert. Und im Januar 2017 fand ein weiterer Termin mit der Familie Allgaier und deren Rechtsanwalt statt. Der Anwalt hatte dabei vorgeschlagen, eine Ergänzungssatzung für den Einschießplatz und die Stellplätze aufzustellen und den eigentlichen Bogenparcours per Baugenehmigung im Außenbereich zu genehmigen. Im Rahmen eines weiteren Behördentermins im Mai 2017 äußerten das Kreisentwicklungsamt und das Baurechtsamt Bedenken gegen die Erstellung einer Ergänzungssatzung und auch eine baurechtliche Genehmigung des Parcours im Außenbereich wurde als problematisch angesehen.

Hinweis auf den Bogenparcours am Ortseingang von Lellwangen aus Richtung Obersiggingen in Deggenhausertal, der seinerzeit geschlossen werden musste.
Hinweis auf den Bogenparcours am Ortseingang von Lellwangen aus Richtung Obersiggingen in Deggenhausertal, der seinerzeit geschlossen werden musste. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Dessen ungeachtet beantragte die Familie Allgaier im August 2017 die Erstellung einer Ergänzungssatzung. In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Gemeinderat diesen Antrag vorberaten und sich gegen die Erstellung einer Bauleitplanung für die betreffenden Grundstücke des Bogenparcours in Lellwangen ausgesprochen. Die Gemeindeverwaltung hat die Familie Allgaier über das Ergebnis der Sitzung informiert. Gegenüber dem SÜDKURIER sagte Albert Allgaier: "Wir halten den Antrag aufrecht, damit die Zeitung die Möglichkeit hat, darüber zu berichten."

Zwischenzeitlich hatte die Familie Allgaier in Magetsweiler im Deggenhausertal als Alternative einen Bogenparcours eröffnet, der gut angenommen wird. "Magetsweiler müssen wir am 30. November auch wieder schließen, weil das Baurechtsamt dafür einen Bebauungsplan fordert", zeigt sich Allgaier enttäuscht. In der Sitzung sprachen sich alle Gemeinderäte für einen Bogenparcours in Deggenhausertal aus. Lediglich der Standort Lellwangen und damit die geplante Ergänzungssatzung hielten die meisten Räte in Anbetracht des VGH-Urteils für wenig erfolgversprechend.

Überrascht, dass das Thema erneut in den Rat kam, zeigte sich Gemeinderat Jochen Jehle (SPD), der feststellte: "Wie machen wir es denn bei anderen Bauherren? In Sachen Immissionen, Umwelt, Natur und so weiter melden die Träger öffentlicher Belange ihre Bedenken an. Wenn die Familie Allgaier es noch einmal probieren möchte, müssten wir eigentlich dem Verfahren zustimmen. Das ist eine Frage der Gleichbehandlung."

Auszüge aus einem dem SÜDKURIER vorliegenden Schriftverkehr zwischen der Familie Allgaier und der Gemeindeverwaltung sollen etwas Hintergrund zu den Positionen geben: So unterstreicht Bürgermeister Fabian Meschenmoser, dass sowohl für die Verwaltung als auch den Gemeinderat, „ein Bogenparcours für die Gemeinde Deggenhausertal eine große Bereicherung darstellen würde“ und man stehe diesem touristischen Highlight voll und ganz positiv gegenüber. Allerdings sehe das Gremium den gewählten Standort in Lellwangen konfliktbehaftet an; insbesondere auch aus den aus den Vorjahren gemachten Erfahrungen.

Die Familie Allgaier hakte nach, warum der Parcours in Lellwangen „so kritisch und problembehaftet angesehen wird und welche Erfahrungen aus der Vergangenheit so schwerwiegend sind (), dass Sie der Ergänzungssatzung nicht zustimmen.“ Weiterhin wird nachgefragt, warum bei den Gesprächen eine Ergänzungssatzung als möglicher Weg angesehen wurde und jetzt, nachdem Geld für Pläne und Gutachten ausgegeben worden seien, dieser als nicht mehr machbar erscheint. Meschenmoser erklärte daraufhin, dass das Verhältnis zu den Nachbarn konfliktbehaftet sei und die Erstellung einer Ergänzungssatzung oder eines Bebauungsplans sehr komplex und teuer sei und deren Ausgang ungewiss.