Deggenhausertal – Ein Grund zum Feiern: Die Jugendkapelle (Juka) Deggenhausertal wird 20 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es am Freitag, 15. Juni, auf dem Gelände der Firma Moog im Gewerbegebiet in Untersiggingen ein Platzkonzert, zu dem die jungen Musiker unter Leitung von Elmar Reisch ein ganz besonderes Repertoire einstudiert haben. Damit die Jugendlichen mit Freunden, Eltern, Verwandten und den Vertretern der drei Musikvereine im Tal sowie Gästen und Liebhabern von Blasmusik gemeinsam feiern können, spielt im Anschluss "Blanlos Blech".

Drei Musikvereine in einer Gemeinde

In der Gemeinde Deggenhausertal sind drei personalmäßig starke Musikvereine aktiv: der Musikverein Deggenhausen-Lellwangen, der Musikverein Homberg-Limpach und der Musikverein Roggenbeuren. Die Juka setzt sich aus Jugendlichen aller drei Vereine zusammen.

Johannes Thum: "Es war die richtige Entscheidung"

Johannes Thum vom Musikverein Homberg-Limpach sagt: "Eigentlich wollte ich nicht in die Juka, aber meine Schwester, die Mutti und die Familie haben mich fast gezwungen. Und heute sage ich, es war die richtige Entscheidung, es gefällt mir sehr gut." Seine Schwester Elisa meint, dass die Stücke, die in der Juka gespielt werden, von mittlerem Standard sind und durchaus anspruchsvoll. Wenn die Juka gut besetzt sei, bekomme man das auch sehr gut hin. Alina Berger vom Musikverein Roggenbeuren ist motiviert, in der Juka zu spielen: "Es macht auf jeden Fall großen Spaß, man trifft sich mit Freunden und kann auch neue Kontakte knüpfen." Außerdem würden Grillfeste organisiert und jetzt gebe es neue T-Shirts – das sei ebenfalls ein Ansporn.

Jonas Haag: "Jeder Musiker kann gut mithalten"

Jonas Haag vom Musikverein Deggenhausen-Lellwangen freut sich auf das Geburtstagskonzert: "Das Programm mit verschiedenen neuen Stücken ist an das Niveau der Juka angepasst, damit jeder Musiker in seinem Alter gut mithalten kann und es allen Spaß macht." Viola Baumann ergänzt, dass die gewöhnlich zwischen 25 und 30 Musiker starke Juka zum Konzert mit Ehemaligen auf Orchesterstärke verstärkt wurde. So ergänzten sich unterschiedliche musikalische Erfahrungsbereiche.

Beim Adventskonzert auf dem Lehenhof: Der musikalische Leiter der Jugendkapelle, Elmar Reisch, spornte auch hier die jungen Musikanten zu Höchstleistungen an.
Beim Adventskonzert auf dem Lehenhof: Der musikalische Leiter der Jugendkapelle, Elmar Reisch, spornte auch hier die jungen Musikanten zu Höchstleistungen an. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Einen Blick zurück auf die Anfänge der Juka wirft Kurt Caspari. Er war von 1990 bis 2000 Leiter der Grund- und Hauptschule Deggenhausertal. "Mein Anliegen war es, insgesamt für die Musik zu werben – nicht nur für die Blasmusik; und ich holte gerne Musikschullehrkräfte an die Schule", erinnert sich Caspari. Er kooperierte mit den Vereinen und der Musikschule Raumschaft Markdorf. Ab 1996 war Caspari zwölf Jahre Vorsitzender des Musikvereins Deggenhausen-Lellwangen. Alle Musikvereine im Tal seien seinerzeit nur teilweise in der Lage gewesen, ihren Nachwuchs auszubilden, und waren auf die Zusammenarbeit mit der Musikschule Markdorf angewiesen. So kam es 1998 zur Gründung der Juka Deggenhausertal.

Kurt Caspari: "Bürgermeister Knut Simon und Gemeinderat unterstützen Anliegen"

"Als Motoren der Gründung kann man den Vorsitzenden des Musikvereins Homberg-Limpach, Raimund Silbereis, den Leiter der Musikschule, Uli Vollmer, den Bass-Lehrer Harald Schele und mich bezeichnen; Bürgermeister Knut Simon unterstützte das Anliegen mit dem Gemeinderat", zieht Caspari ein Fazit. Der Musikverein Roggenbeuren sei später hinzugekommen. Die Musikschule Markdorf habe sich 2011 aus dem Projekt zurückgezogen. Otto Kopp, Vorsitzender des Musikvereins Deggenhausen-Lellwangen, ergänzt: "Die drei Musikvereine aus dem Tal tragen und finanzieren heute die Juka."

Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Das Geburtstagsfest findet bei jeder Witterung statt, denn notfalls steht eine Halle in der Nachbarschaft als Festraum zur Verfügung.

Stimmen zur Jugendkapelle

  • Michaela Bodenmüller, Vorsitzende Musikverein Homberg-Limpach: "Das Konzept der Jugendkapelle ist sehr erfolgreich. Jeder Verein für sich wäre nicht in der Lage, eine eigene Jugendkapelle zu tragen. Für die Jugendlichen ist es auch schön, schon früh Kontakte zu den Jugendlichen aus den Nachbarvereinen zu knüpfen. Der Erfolg liegt natürlich auch am Dirigenten. Elmar Reisch versteht es sehr gut, die Jugendlichen zu begeistern, sodass sie mit Spaß zu den Proben und Auftritten kommen."
  • Otto Kopp, Vorsitzender Musikverein Deggenhausen-Lellwangen: "Die Juka-Stärke schwankt seit ihrer Gründung zwischen 20 und 30 Jungmusikern. Jeder der drei Vereine schickt seine Musikschüler und Jungmusiker zur Juka. Zu dieser Zeit sind sie meist schon zwei bis drei Jahre in Ausbildung und haben in aller Regel die D1-Leistungsprüfung absolviert. Die Ausbildung eines Musikschülers bis zum Einstieg in die Stammkapelle benötigt durchaus fünf bis sechs Jahre."
  • Markus Rief, Vorsitzender Förderverein des Musikvereins Roggenbeuren: "Das Bestreben der Vereine ist, dass junge Mitglieder für die Vereine zur Zukunftssicherung geworben werden, die Spaß an der Musik haben. Entscheidet sich ein Kind für die Musik, so muss es zunächst durch Unterricht an die Musik herangeführt werden. Das Lernen eines Instruments dauert ja zum Teil eine lange Zeit, bis sie in der Lage sind, in der Kapelle mitzuspielen."
  • Kurt Caspari, Mitbegründer der Juka: "Ich war von 1990 bis 2000 Schulleiter der Grund- und Hauptschule Deggenhausertal und damit ein Vertreter aller Teilorte und fühlte mich verpflichtet, meinen Teil dazu beizutragen, dass die immer noch neue Gemeinde zusammenwuchs. Die Jugendvertreter der Musikvereine luden jährlich zu Schnupperabenden in ihre Probelokale ein."
  • Elmar Reisch, musikalischer Leiter der Juka: "Die jungen Musiker wollen Spaß und Erfolg kombinieren. Die Stücke müssen modern und auch für eine schmale Besetzung spielbar sein. Ich binde die Juka bei der Stückauswahl mit ein, lasse sie Vorschläge machen und suche dann spielbare Noten. Toll wäre, wenn der Altersschnitt etwas höher wäre. Die ganz jungen Musiker würden dann besser und leichter lernen und den Älteren würde es noch mehr Spaß machen. Der Einkehrtag einmal im Monat nach der Probe ist sehr gut angekommen! Es kann auch bei Apfelsaft und Fanta lustig sein."