Warum hört Wolfgang Rößler nach drei Jahrzehnten erfolgreicher und unangefochtener Arbeit als Vorsitzender des SV Deggenhausertal auf? Die Antwort gab er selbst: Der Verein sitzt auf einem soliden finanziellen Polster und ist schuldenfrei. Aber das ist nur ein Grund.

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Weder Amtsmüdigkeit oder gar "null Bock" seien Ausschlag für seine Entscheidung: „Ich fühle mich für das Amt auch nicht zu alt. Das äußere Erscheinungsbild ist top, ebenso der menschliche Zusammenhalt und die Geselligkeit im Verein. Aber glücklicherweise gibt es junge, engagierte Vereinsmitglieder, die in die erste Reihe treten. Dann sollte man ihnen die Chance geben und die Verantwortung überlassen.“ Er wolle nicht Zeit verstreichen lassen, sodass kein geeigneter Nachfolger bereitstehe und er sei überzeugt, dass Benedikt Caspari den Sportverein sehr gut weiterführe. Ansonsten würde er das Amt nicht abgeben.

„Hut ab vor Deiner Arbeit“, hatte einer der Laudatoren gesagt. Den kann man auch vor seinem Entschluss ziehen: Sich von etwas zu trennen, das einem ans Herz gewachsen ist, sich nicht profilieren zu wollen, sondern nur den Verein und dessen Zukunft im Blick zu haben, dazu noch einen geeigneten Nachfolger aufzubauen: Dieses selbstlose Handeln gelingt nur wenigen. Und das, obwohl das Loslassen ihn auch schmerze, wie er freimütig zugab.

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