Zehn Jugendliche haben sich beim Azubi-Tag im Berggasthof Höchsten über Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe informiert. Teils waren sie in Begleitung ihrer Eltern gekommen. Nach einer Einführung durch Höchstenwirt Hans-Peter Kleemann und die für die Ausbildung verantwortliche Anja Kissner startete ein Rundgang am Lieferanteneingang. Dabei erhielten die Jugendlichen einen Einblick hinter die Kulissen eines Hotel- und Gastronomiebetriebs, der die Vielseitigkeit der Berufsbilder anschaulich demonstrierte. Schließlich werden die jungen Leute, sofern sie einen solchen Beruf ergreifen, alle Bereiche eines derartigen Unternehmens durchlaufen und sollten daher ein realistisches Bild von einem Betrieb haben, hob Kleemann hervor. Die Chefs der verschiedenen Bereiche und Auszubildende, die derzeit ihre Lehre im Berggasthof machen, gaben Information über die verschiedenen Tätigkeiten.

Sauberkeit ist Trumpf: Gleich neben der Küche ist der Raum, in dem Salate und Suppen vorbereitet werden. Hans-Peter Kleemann (links) erklärt das Qualitätsmanagement in seinem Betrieb.
Sauberkeit ist Trumpf: Gleich neben der Küche ist der Raum, in dem Salate und Suppen vorbereitet werden. Hans-Peter Kleemann (links) erklärt das Qualitätsmanagement in seinem Betrieb. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Die 15-jährige Theresa-Maria Miller aus Rulfingen erzählte: "Ich habe mich schon immer für eine Arbeit mit Menschen interessiert und würde gern einmal Rezeptionistin in einem Hotel werden. Deshalb interessiere ich mich für eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättenbereich." Der 12-jährige Aaron Mutter aus Hasenweiler möchte gerne Koch werden, weil ihm das Spaß macht und er schon jetzt zuhause gerne kocht und backt. Seine 14-jährige Schwester Sarah meint: "Ich weiß noch nicht so genau, was ich einmal lernen möchte, deshalb bin ich heute hier, um mich über die verschiedenen Berufe zu informieren." Für die 14-jährige Vanja Brodmann aus Burgweiler wäre ein Beruf im Gastronomiebereich eine Option, aber sie möchte auch noch in andere Berufe hineinschnuppern.

Der 17-jährige Oliver Becker hat sich bereits entschieden: Der ist im ersten Lehrjahr einer Ausbildung zum Koch auf dem Höchsten. "Das Kochen ist mein Hobby und ich habe schon immer zuhause mitgekocht. Ich bin davon überzeugt, den richtigen Beruf ausgewählt zu haben", ist sich Becker sicher.

Hans-Peter Kleemann (links) zeigt den Besuchern, dass auch ein Unternehmen im Hotel- und Gaststättenbereich heute nicht mehr ohne EDV zu führen ist. Alle Kabel laufen im Keller zusammen.
Hans-Peter Kleemann (links) zeigt den Besuchern, dass auch ein Unternehmen im Hotel- und Gaststättenbereich heute nicht mehr ohne EDV zu führen ist. Alle Kabel laufen im Keller zusammen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Und warum organisiert Hans-Peter Kleemann diesen Azubi-Tag? "Für das Handwerk und den Hotel- und Gaststättenbereich wird es immer schwieriger, Auszubildende zu bekommen. Da kann man nicht warten, bis sich junge Leute melden, da muss man aktiv werden." Er gehe auch in Schulen, um über die Berufe zu informieren. Die Erwartungshaltung der Gäste und das Niveau stiegen stetig, deshalb müssten Fachkräfte ausgebildet werden. Natürlich seien Fachkräfte teurer als Hilfskräfte und das müsse der Gast dann auch entsprechend seiner Ansprüche bereit sein, zu bezahlen. "Sonst haben wir irgendwann nur noch Systemgastronomie und das kann es doch wirklich nicht sein. Wir gehen den unbequemen Weg, aber wir sind der Überzeugung, dass es der richtige Weg ist."

 

Berggasthof Höchsten

Seit 300 Jahren gibt es einen Gasthof auf dem Höchsten – früher noch mit Landwirtschaft. Über die Jahre wurde er immer wieder erweitert. Heute gibt es 80 Hotelbetten und 300 Restaurantplätze sowie Konferenzräume. 40 Festangestellte und 40 Aushilfskräfte sind beschäftigt. Gewöhnlich werden pro Ausbildungsjahr zwei Hotelkaufleute und ein Koch ausgebildet. Derzeit gibt es fünf Lehrlinge. Kleemann legt Wert darauf, dass es geregelte Arbeitszeiten gibt und das Personal jedes zweites Wochenende frei hat. Zumal den Menschen heute eine geregelte Freizeit wichtig ist.