Der Bogenparcours in Magetsweiler bei Lellwangen hat am 1. November die Saison beendet – vielleicht war es die letzte. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Albert Allgaier. Er und seine Frau Cornelia Allgaier haben noch ein wenig Hoffnung, dass sie ihn im kommenden Jahr wieder öffnen können. Vorsorglich hatten sie aber ihren Kunden empfohlen, alle Gutscheine und Zehnerkarten noch einzulösen.

Landtag sollte am 17. Oktober entscheiden

Mit den jahrelangen Auseinandersetzungen um den Bogenparcours beschäftigt sich derzeit noch der Petitionsausschuss des Landtags. Dieser hatte seine Beurteilung zur Genehmigung des Projekts bereits fertig, sie sollte am 17. Oktober vom Landtag verabschiedet werden. Doch es kam anders. In der Sitzung wurde die Petition an den Petitionsausschuss zurückverwiesen.

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Vergleichbare Anlage im Kinzigtal im März eröffnet

Offenbar erst jetzt wird in die Überlegungen einbezogen, dass es einen Bogenparcours in der Gemeinde Mühlenbach im Ortenaukreis gibt, der zumindest auf den ersten Blick unter ähnlichen äußeren Bedingungen genehmigt wurde. Dort gab es sogar Fördermittel aus dem Leader-Programm zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft, das allerdings nicht im Bodenseekreis läuft. Der Bogenparcours im Kinzigtal wurde im März 2019 eröffnet. Fabian Meschenmoser, Bürgermeister im Deggenhausertal, meint: „Die Gemeinde ist sehr daran interessiert, dass der Bogenparcours weiter besteht.“ Er sei ein touristischer Höhepunkt in der Region.

Neuer Beratungstermin steht noch nicht fest

Auf Nachfrage teilte Andreas Haas, Leiter der Geschäftsstelle des Petitionsausschusses des Landtags, mit, „dass vor der Plenarsitzung am 17. Oktober kurzfristig neue Erkenntnisse zugegangen sind, denen nochmals nachgegangen werden soll. Ein neuer Beratungstermin steht aktuell noch nicht fest.“ Zu der Landtagssitzung war auch das bisherige Ergebnis der Beratungen des Petitionsausschusses veröffentlicht worden. „Der Petition kann nicht abgeholfen werden“, heißt es in dieser nicht verabschiedeten Beschlussempfehlung, unterzeichnet von Berichterstatter Jürgen Keck, FDP-Landtagsabgeordneter aus dem Landkreis Konstanz, zur Petition von Allgaiers.

Vor fast genau einem Jahr war der Petitionsausschuss vor Ort, was auf hohes Interesse stieß. Albert Allgaier (links) erklärt dabei dem Berichterstatter des Ausschusses, Jürgen Keck (rechts) das Vorgehen am Bogenparcours.
Vor fast genau einem Jahr war der Petitionsausschuss vor Ort, was auf hohes Interesse stieß. Albert Allgaier (links) erklärt dabei dem Berichterstatter des Ausschusses, Jürgen Keck (rechts) das Vorgehen am Bogenparcours. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Ehepaar will baurechtliche Duldung in Magetsweiler erreichen

Das Ehepaar möchte die baurechtliche Duldung und damit Weiterführung ihres Bogenparcours‚ am zweiten Standort in Magetsweiler erreichen, ohne dass planungsrechtliche Voraussetzungen in Form eines Flächennutzungsplans und eines Bebauungsplans geschaffen werden müssen. „Ziel ist ein einfaches Genehmigungsverfahren für unseren Bogenparcours„, sagt Albert Allgaier.

Betreiber sehen keine Chance mehr für ursprünglichen Standort in Lellwangen

Der ursprüngliche, zwischen August 2009 und Sommer 2016 genutzte Standort in Lellwangen musste nach einem Verfahren, dass bis zum Verwaltungsgerichtshof ging, aufgrund von Immissionsbeeinträchtigung der Nachbarschaft aufgegeben werden. Das Ehepaar sieht keine Chance mehr, dass der Parcours an diesem ersten Standort genehmigt wird. Von ihrem Bogenparcours selbst sind sie immer noch begeistert.

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Petitionsausschuss hält vorhabenbezogenen Bebauungsplan für denkbar

In der nicht verabschiedeten Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses für den Landtag heißt es, für den Bogenparcours wäre die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans nach Paragraf 12 Baugesetzbuch denkbar. Danach könnten die Betreiber bei der Gemeinde einen Antrag auf Einleitung eines Bauleitverfahrens stellen.

Betreiber müssten entstehende Kosten ganz oder teilweise tragen

Voraussetzung wäre, dass eine Abstimmung mit der Gemeinde erfolgt, bei der sich die Antragsteller zur Durchführung des Vorhabens und der Erschließungsmaßnahmen bereit und in der Lage erklären. Zudem müssten sie das Vorhaben innerhalb einer bestimmten Frist umsetzten und sie müssten ganz oder teilweise, geregelt durch einen Durchführungsvertrag, die Kosten tragen.

Bürgermeister will Projekt auf rechtlich sicheren Füßen

Über die Einleitung eines Bauleitverfahrens muss die Gemeinde als Trägerin der Planungshoheit entscheiden. Bürgermeister Fabian Meschenmoser berichtete, man sei im Austausch mit Familie Allgaier. Es habe auch Gespräche mit dem Baurechtsamt gegeben. „Uns ist es wichtig, dass der Bogenparcours auf rechtlich sicheren Füßen steht“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde sei bereit, die notwendigen Schritte mit den beiden Betreibern Cornelia und Albert Allgaier zu gehen.