Die jüngste Sitzung des Gemeinederats ist überwiegend im Zeichen der Umsetzung der Ergebnisse der Kommunalwahlen im Mai gestanden. Grundlage bildete der Wahlprüfungsbescheid des Landratsamts Bodenseekreis, der belegte, dass die Wahlen im Tal keine Mängel aufgewiesen hatten – dies nahm der alte Rat zu Kenntnis.

Per Handschlag wurden die neuen Gemeinderäte auf ihre Aufgabe verpflichtet; hier Bürgermeister Fabian Meschenmoser und der jüngste Rat, Andreas Sturm.
Per Handschlag wurden die neuen Gemeinderäte auf ihre Aufgabe verpflichtet; hier Bürgermeister Fabian Meschenmoser und der jüngste Rat, Andreas Sturm. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Weiterhin wurde festgestellt, dass es bei den gewählten Gemeinderäten keine Hinderungsgründe gemäß Gemeindeordnung gibt, ihr Amt anzutreten. Damit stand das große Stühlerücken im Gemeinderat unmittelbar bevor, denn sieben Räte – 50 Prozent – des bisherigen Gremiums wurden offiziell verabschiedet.

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Nach sieben Jahren Mitgliedschaft im Rat schied Herbert Kopp (FW) aus dem Parlament aus, weil er nicht die erforderliche Stimmenzahl auf sich vereinigen konnte. Nicht mehr um das Ehrenamt hatten sich beworben: Ernst Mecking (CDU), Mathäus Sturm (FW), Hermann Knisel (CDU), Jochen Jehle (SPD), Stefan Illison (CDU) und Heike Fischer (SPD).

Für 20-jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat von Deggenhausertal wurden Elfriede von Ow-Haag und Wolfgang Rößler geehrt.
Für 20-jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat von Deggenhausertal wurden Elfriede von Ow-Haag und Wolfgang Rößler geehrt. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Für langjähriges Wirken im Gemeinderat wurden Elfriede von Ow-Haag (CDU) und Wolfgang Rößler (FW) geehrt, die beide seit 20 Jahren im Gremium aktiv sind und dort auch weiterhin mitarbeiten werden. Dem neuen Gemeinderat gehören für die Freien Wähler Elmar Reisch, Christof Gartmann, Wolfgang Rößler, Markus Rief, Rüdiger Emrich, Annerose Blessing, Judith Seubert und Andreas Sturm an. Für die CDU sind es die Räte Elfriede von Ow-Haag, Martin Störk, Manuel Haag, Julia Keller, Claudius Keller und Stefanie Moog.

In einem feierlichen Akt verpflichtete Bürgermeister Fabian Meschenmoser die Gemeinderäte in der ersten Sitzung öffentlich auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Amtspflichten.

Nach 39 Jahren im Gemeinderat wurde Ernst Mecking (rechts) von Bürgermeister Fabian Meschenmoser verabschiedet.
Nach 39 Jahren im Gemeinderat wurde Ernst Mecking (rechts) von Bürgermeister Fabian Meschenmoser verabschiedet. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Bei der Wahl zu den stellvertretenden Bürgermeistern wurde Wolfgang Rößler zum ersten und Elfriede von Ow-Haag zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Als Vertreter in den Gemeindeverwaltungsverband Markdorf wurden Elmar Reisch (Stellvertreter Andreas Sturm) und Julia Keller (Stellvertreter Claudius Keller) gewählt. Vertreter im Stiftungsvorstand der Bürgerstiftung Deggenhausertal – Lebensräume für Jung und Alt sind künftig Christof Gartmann und Manuel Haag. Als Vertreter in den Schulverband Deggenhausertal-Horgenzell wurden Judith Seubert und Martin Störk bestimmt.

Damit waren die Regularien für den neuen Gemeinderat abgearbeitet und der Bürgermeister leitete in die Ratssitzung über, bei der zehn Bauanträge beziehungsweise Bauvoranfragen vom Gremium nach nur wenigen Rückfragen durchgewunken wurden.

Aus dem Gemeinderat verabschiedete Bürgermeister Fabian Meschenmoser (Dritter von links) Mathäus Sturm, Herbert Kopp, Hermann Knisel, Heike Fischer, Stefan Illison und Ernst Mecking (von links).
Aus dem Gemeinderat verabschiedete Bürgermeister Fabian Meschenmoser (Dritter von links) Mathäus Sturm, Herbert Kopp, Hermann Knisel, Heike Fischer, Stefan Illison und Ernst Mecking (von links). | Bild: Wolf-Dieter Guip

Abschied von langjährigen Gemeinderäten

Bürgermeister Fabian Meschenmoser würdigte die Räte, die aus dem Gemeinderat ausschieden. Er betonte: „Es ist sicherlich kein Selbstverständnis, sich für ein Ehrenamt als Gemeinderat zur Verfügung zu stellen und dieses dann auch noch über Jahre beziehungsweise Jahrzehnte auszuüben.“ Es sei wichtig, dass es Personen in der Gemeinde gebe, die Verantwortung übernehmen.

  • Herbert Kopp war sieben Jahre im Rat und „hat sich insbesondere für die Themen Gewerbe und Breitband stark gemacht und die Diskussionen durch den anderen Blick als Geschäftsführer belebt“.
  • Heike Fischer, die acht Jahre im Rat aktiv war, verabschiedete Meschenmoser mit den Worten: „Als eine von zwei Frauen im Rat haben Sie sich stets bei den Männern behaupten müssen.“ Ihr seien insbesondere soziale Themen am Herzen gelegen und sie habe immer wieder mit Fragen überrascht, mit denen die Verwaltung nicht gerechnet hätte.
  • Stefan Illison war 15 Jahre im Rat und habe sich durch seine Unaufgeregtheit und Sachkenntnis sowie den Blick auf die Weiterentwicklung der Gemeinde ausgezeichnet.
  • Jochen Jehle war 25 Jahre im Gemeinderat. Soziale Gerechtigkeit und vor allem kritische Wortmeldungen, die in dieser Art wohl sonst niemand ausgesprochen hätte, seien für ihn bezeichnend gewesen.
  • Hermann Knisel scheidet ebenfalls nach 25 Jahren aus. „Pragmatische Herangehensweise und Weitblick sowie die Fähigkeit, Dinge auf den Punkt und zur Abstimmung zu bringen, waren herausragende Eigenschaften von Hermann Knisel“, dankte der Bürgermeister.
  • Mathäus Sturm hat sich mit einer Unterbrechung ebenfalls 25 Jahre für die Gemeinde eingesetzt. Überwiegend habe er sich für die Landwirtschaft, aber auch die Entwicklung und das Wachstum der Gemeinde engagiert.
  • Ernst Mecking wurde vom Bürgermeister als „Urgestein im Gemeinderat“ bezeichnet. „Mit insgesamt 39 Jahren waren Sie länger im Gemeinderat, als ich alt bin, und haben drei Bürgermeister im Tal erlebt.“ Wenn man durch die Gemeinde, sehe man vieles, an dem Mecking mitgewirkt habe. Die Gestaltung und Entwicklung von Urnau sei ihm immer wichtig gewesen, ebenso die Entwicklung der Feuerwehr, deren langjähriger Kommandant Mecking war. Auch abseits des Gemeinderats sei er immer sehr aktiv gewesen, wie zuletzt beim Theater im Tal. Mecking erwiderte: „Ich war auch einmal der Jüngste im Gemeinderat, als ich 1980 zum ersten Mal gewählt wurde, es folgten sieben weitere Legislaturperioden.“ Viele Ordner mit Gemeinderatsunterlagen warteten nun darauf, entsorgt zu werden. Mecking erinnerte an unzählige weitreichende Entscheidungen, die während seiner Zeit als Gemeinderat getroffen wurden. Als Beispiele nannte er die Abwasserbeseitigung, die Wasserversorgung, Schulhaus und Kindergarten sowie das Feuerwehrhaus. Es sei Impulsgeber für das neue Rathaus gewesen. Er erinnerte sich an die Abschaffung der unechten Teilortswahl sowie an die Planung von Gewerbeansiedlungen und die Erschließung zahlreicher Wohngebiete. „Ich verabschiede mich mit einem lachenden Auge, weil ich jetzt selbst am Stammtisch über den Gemeinderat als Besserwisser mitschimpfen kann, und einem weinenden Auge, weil mir diese Aufgabe fehlen wird“, schloss Mecking.