Laut Polizei floss die Rindergülle über einen Schotterweg in einen kleinen Bach und von dort bei Untersiggingen in die Deggenhauser Aach. Die Feuerwehren Deggenhausertal und Salem, die mit einem Großaufgebot im Einsatz waren und durch das Technische Hilfswerk Überlingen mit einer Großpumpe unterstützt wurden, errichteten Wassersperren und pumpten das Wasser-Gülle-Gemisch ab. Die Fachdienststelle für Gewerbe und Umwelt beim Polizeipräsidium Konstanz hat strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

Wehr mit sechs Fahrzeugen ausgerückt

Mit sechs Fahrzeugen rückte die Feuerwehr Deggenhausertal nach Untersiggingen aus, wo gerade der Narrenbaum mit einem Umzug durchs Dorf bugsiert wurde. Narren und Feuerwehr arrangierten sich vorbildlich, denn zahlreiche Narren sind auch aktive Feuerwehrangehörige.

"Bei einem landwirtschaftlichen Anwesen erfolgte ein massiver Gülleeintrag in einen Seitenarm der Deggenhauser Aach", erklärte Kreisbrandmeister Henning Nöh an der Unglücksstelle. Die Feuerwehr blockiere nun den Seitenarm und leite das mit Gülle versetzte Wasser in eine auszuhebende Grube, um das Wasser-Gülle-Gemisch von dort aus mit einer Pumpe nach Möglichkeit auf Feldern auszubringen.

Rund 30 Kubikmeter Gülle ausgelaufen

Zunächst war nicht geklärt, woher die rund 30 Kubikmeter Gülle gekommen waren. Später erklärte Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele, der vom Umzug aus Deggenhausen herbeigeeilt war: "Ein Landwirt hat Gülle ausgebracht und während er auf dem Feld war, hatte wohl ein Schieber am Gülletank auf dem Hof nicht richtig geschlossen und die Gülle ist unkontrolliert ausgetreten." Die Gülle habe sich in der Aach bis nach Salem ausgebreitet. Auch die Salemer Feuerwehr sei in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Um Fische, Krebse und Kleintiere besorgt

Beim Lagezentrum der Feuerwehr beim D-Tal-Markt in Untersiggingen war zufällig auch Josef Schäfer vom Angelsportverein Deggenhausertal: "Wir bewirtschaften die Deggenhauser Aach an dieser Stelle und zahlen auch Pacht für das Gewässer – wir setzen Fische aus, wie auch das Land". Schäfer befürchtete, dass Fische, Krebse und Kleintiere sterben.