Solisten setzten immer wieder Höhepunkte, die Harmonie der Sängerinnen und Sänger sowie beliebte und bekannte Stücke verbreiteten eine tolle Atmosphäre im Gotteshaus. Dazu zählten Stücke wie "I will follow him", arrangiert von Sebastian Nepomuk Michel, das durch den Film "Sister Act" fast schon zu einer Art Gassenhauer geworden ist. Aber auch mit dem afrikanischen "Siyahamba", in perfektem badischen Zulu vorgetragen, begeisterten die Sänger die vielen Besucher.

Sängerfreunde aus Baienfurt dabei

Zum runden Geburtstag hatten die Deggenhausertaler den Gospelchor "CHORifeen" aus Baienfurt eingeladen, der auch von Kristina Stary geleitet wird und der mit seinen Liedern nahtlos an den Auftritt des gastgebenden Chors anknüpfte. Einen stimmgewaltigen Höhepunkt des Konzerts bildete die olympische Hymne "Carriers of the Light", die von beiden Chören gemeinsam angestimmt wurde. Für die Begleitung der Chöre war Arno Gleisner am Piano zuständig, und damit alles schön im Rhythmus und Takt blieb, dafür sorgte Daniel Kiefer mit seiner Percussion.

Der Gospelchor "CHORifeen" aus Baienfurt, hier in der ersten Reihe, war zu Gast beim Konzert des Gospelchors Deggenhausertal.
Der Gospelchor "CHORifeen" aus Baienfurt, hier in der ersten Reihe, war zu Gast beim Konzert des Gospelchors Deggenhausertal. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Eingangs hatte Christiane Hartmann erklärt: "20 Jahre Chorgesang mit vielen, vielen Auftritten und noch mehr Proben haben uns zu einem sehr umfangreichen Repertoire geführt. Heute Abend wollen wir aus unserer Chorzeit einige Lieblingslieder zum Besten geben." Als der Chor 1997 auf Initiative von Rita Moog von Franz Ammann ins Leben gerufen wurde, hatten sich zehn Interessierte zusammengetan, von denen heute noch fünf aktiv dabei sind. Dies sind Rita Moog, Margit Hafen, Gabriele Kopp, Elmar Reisch und Roland Bruttel. Heute zählt der Verein 32 Männer und Frauen.

Anfangs wanderte der imaginäre Dirigentenstab zwischen Elmar Reisch und Franz Ammann hin und her, bis Reisch 2002 das Dirigat komplett übernahm. 2016 übernahm Kristina Stary die Leitung. Stary hat Klavier studiert und macht gerade ihren Master in Chorleitung und Rhythmik in Dänemark.

Roland Bruttel ist Gründungsmitglied des Gospelchors Deggenhausertal.
Roland Bruttel ist Gründungsmitglied des Gospelchors Deggenhausertal. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Gründungsmitglied Bruttel auf die Frage, wie er zum Chor gekommen ist: "Franz Ammann hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte und ich habe spontan zugesagt, weil Gospel eine andere Musikrichtung ist, die mich interessiert hat." Er war damals auch im Männerchor Deggenhausertal – bis zu dessen Auflösung vor etwa zwei Jahren. "Ich bin ein leidenschaftlicher Sänger", sagt Bruttel und betont, dass sich der Chor über die Jahre deutlich weiterentwickelt habe. Es würden heute Lieder gesungen, die man sich vor 15 Jahren niemals zugetraut hätte. Und mit der neuen Dirigentin habe der Chor rhythmisch schon deutliche Fortschritte gemacht. Das Wichtigste im Chor seien die Kameradschaft und das gemeinsame Singen.

Blick zurück

In 20 Jahren Gospelchor gab nie Stillstand oder Sangespausen. Im Gegenteil. In den zwei Jahrzehnten sind rund 250 Auftritte des Chors verzeichnet. Wenn man davon ausgeht, dass es – abzüglich der Ferien – jede Woche eine Probe gab, kann man sich vorstellen, welche Begeisterung die Sängerinnen und Sänger mitbringen, um ihrem Hobby nachzugehen. Zu den Höhepunkten für die Mitglieder gehörten die Gospelkirchentage in Karlsruhe, Dortmund und Kassel, die der Chor besucht hat. Das spannendste Ereignis war wohl die Teilnahme am SWR4-Chorduell, bei dem der Gospelchor Deggenhausertal ins Halbfinale einzog und unter 40 Chören den achten Platz belegte. Mit der neuen Chorleiterin Kristina Stary entwickelt sich der Chor weiter und neue Impulse steigern die Gesangsqualität.