Nicht abwarten kann ein Pferd der Reitergruppe Horgenzell den offiziellen Start des Georgiritts in Limpach und galoppiert eine Ehrenrunde über den Aufstellungsplatz vor der Kirche. Der Reiter fängt das Tier ein und rüstet es mit Zaumzeug und Sattel für den Ritt aus.

Jochen Jehle seit rund zehn Jahren Vorreiter

Völlig entspannt und ruhig dagegen das Pferd "Caruso" von Ingo Jehle aus Limpach, der beim Georgiritt seit etwa zehn Jahren als Vorreiter das Tempo der Prozession bestimmt und darauf achtet, dass Pferdegruppen, Musikkapellen und mitlaufende Wallfahrer eine Einheit bilden. "Seit ich neun Jahre alt bin, reite ich beim Georgiritt mit und habe die Aufgabe als Vorreiter von meinem Vater übernommen, der mit seinen 75 Jahren auch heute wieder mitreitet", erklärt Jehle.

Vorreiter Ingo Jehle aus Limpach sorgt dafür, dass die Reiterprozession das richtige Tempo hat und die Teilnehmer beisammen bleiben.<em> Bild: Wolf-Dieter Guip</em>
Vorreiter Ingo Jehle aus Limpach sorgt dafür, dass die Reiterprozession das richtige Tempo hat und die Teilnehmer beisammen bleiben. Bild: Wolf-Dieter Guip

Viele Kinder und Jugendliche beteiligt

Die Zukunft des Georgsritts scheint gesichert, wenn man sieht, dass viele Kinder und Jugendliche regelmäßig mitreiten. Zum Beispiel der neunjährige Florian mit der Reitergruppe Horgenzell auf seinem Pony "Rambo" ist schon zum dritten Mal in Limpach dabei. Florian ist auch beim Blutritt in Weingarten gestartet, weil es ihm einfach Spaß macht, mit den Großen zu reiten. So auch die sechsjährige Emilia aus Grünkraut, die mit ihrem Pony "Rocky" zum dritten Mal in Limpach mitreitet – weil sie Pferde mag und Mädchen sowieso eine besondere Affinität zum Reitsport haben.

"Ich mag Pferde und es macht mir Spaß hier mitzureiten", sagt die sechsjährige Emilia von der Reitergruppe Taldorf. Emilia nimmt zum 3. Mal am Georgiritt teil. <em>Bild: Wolf-Dieter </em><em>Guip</em>
"Ich mag Pferde und es macht mir Spaß hier mitzureiten", sagt die sechsjährige Emilia von der Reitergruppe Taldorf. Emilia nimmt zum 3. Mal am Georgiritt teil. Bild: Wolf-Dieter Guip

67-jähriger Otto Haller seit 30 Jahren dabei

Andererseits gibt es wohl keine Reiterrentner, denn der 67-jährige Otto Haller auf "Ingelina" reitet seit wohl mehr als 30 Jahren in Limpach mit und wird das wohl auch in Zukunft tun. Denn Haller meint, dass man beim Georgiritt einfach dabei sein muss. Für ihn gehört die Reiterprozession gewissermaßen zu seinem Lebensrhythmus.

"Es gehört bei mir einfach zum Lenbensrhythmus, dass ich beim Georgiritt dabei bin", sagt der 67-jährige Otto Haller aus Bettenweiler, der seit mehr als 30 Jahren mitreitet. <em>Bild: Wolf-Dieter Guip</em>
"Es gehört bei mir einfach zum Lenbensrhythmus, dass ich beim Georgiritt dabei bin", sagt der 67-jährige Otto Haller aus Bettenweiler, der seit mehr als 30 Jahren mitreitet. Bild: Wolf-Dieter Guip

Zwar waren sich die Meteorologen einig, dass am Muttertag Gewitter, Regen, Sturm bis hin zu Hagelschlag und Starkregen die Region überziehen würden, dennoch strahlt die Sonne zu Beginn der Pferdeprozession auf Limpach, so dass die Straßen im Ort dicht von Pilgern und Interessierten gesäumt sind.

Viele Zuschauer verfolgen Brauchtum mit

Viele Gäste kommen seit Jahren oder Jahrzehnten regelmäßig zum Georgiritt. Es gibt immer wieder viele, die noch nicht oft den Weg nach Limpach gefunden haben. Aus Fronhofen kommt Helmut Kühny, der nach vielen Jahren erstmals wieder an der Reiterprozession teilnimmt: "Heute ist Muttertag und da bin ich mit meiner Frau hergekommen und anschließend gehen wir in den Mohren zum Essen." Zum ersten Mal ist Carsten Meisterjahn aus Krumbach beim Georgiritt: "Vorgestern war ich in Weingarten beim Blutritt und ich finde die Prozession hier in Limpach beschaulicher und familiärer – das gefällt mir." Und auch dem Pferd der Reitergruppe aus Horgenzell, das anfangs etwas nervös über den Aufstellungsplatz galoppierte, gefällt die Atmosphäre, denn es schreitet ruhig und gemächlich auf der Prozessionsroute mit.

Dicht an dicht stehen Pferde auf dem Aufstellungsplatz vor der Limpacher Kirche. Im Bild die Reitergruppen aus Zußdorf und Salem. <em>Bild: Wolf-Dieter Guip</em>
Dicht an dicht stehen Pferde auf dem Aufstellungsplatz vor der Limpacher Kirche. Im Bild die Reitergruppen aus Zußdorf und Salem. Bild: Wolf-Dieter Guip

Georgiritt in Limpach ein uralter Brauch

Die Georgskirche in Deggenhausertal-Limpach wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Schon zu jener Zeit kamen Pilger in die Kirche, um dem Heiligen ihre Sorgen und Nöte anzuvertrauen. Seit nunmehr 300 Jahren kommen Reiter zur Ehren des Heiligen zur Prozession nach Limpach. In der renovierten Kirche liegt wiederum ein Buch aus, in dem Pilger ihre Sorgen niederschreiben können.

Eine kurze Andacht von Pfarrer Jürgen Schmidt neben der Wallfahrtskirche St. Georg in Limpach vor Beginn der eindruckvollen Reiterprozession.<em> Bild: Wolf-Dieter </em><em>Guip</em>
Eine kurze Andacht von Pfarrer Jürgen Schmidt neben der Wallfahrtskirche St. Georg in Limpach vor Beginn der eindruckvollen Reiterprozession. Bild: Wolf-Dieter Guip
Vor Beginn der Reiterprozession vor der Kirche St. Georg in Limpach werden Pferde, Reiter und Pilger von Pfarrer Jürgen Schmidt gesegnet. <em>Bild: Wolf-Dieter </em><em>Guip</em>
Vor Beginn der Reiterprozession vor der Kirche St. Georg in Limpach werden Pferde, Reiter und Pilger von Pfarrer Jürgen Schmidt gesegnet. Bild: Wolf-Dieter Guip
Eine nicht enden wollende Prozession von Reitergruppen, Musikkapellen und Pilgern macht isch auf den Weg zu einer großen Schleife nördlich von Limpach. <em>Bild: Wolf-Dieter </em><em>Guip</em>
Eine nicht enden wollende Prozession von Reitergruppen, Musikkapellen und Pilgern macht isch auf den Weg zu einer großen Schleife nördlich von Limpach. Bild: Wolf-Dieter Guip