Der Tag zur offiziellen Eröffnung und Übergabe des neu gestalteten Dorfplatzes in Lellwangen hätte nicht besser gewählt sein können: In lauer Abendstunde, im milden Licht orangefarbener Sonne präsentierte sich der zentrale Platz, der künftig verstärkt Treffpunkt der Einwohner sein soll.

Egon Schumacher, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Lellwangen, freute sich über das Ereignis, über die Vertreter der Gemeinde und "dass der Dorfplatz nach langer Zeit frisch gestaltet worden ist". Er erinnerte daran, dass der ehemalige Bürgermeister Knut Simon das Ganze noch ins Rollen gebracht hatte. Dessen Nachfolger Fabian Meschenmoser skizzierte den Weg bis zur Vollendung.

Brunnen und Linde wurden in die Gestaltung des Dorfplatzes einbezogen. Der Blumenkübel nimmt die Farbe des Wasserspenders auf und schafft eine Verbindung zum Sitzplatz.
Brunnen und Linde wurden in die Gestaltung des Dorfplatzes einbezogen. Der Blumenkübel nimmt die Farbe des Wasserspenders auf und schafft eine Verbindung zum Sitzplatz.

Bis auf Kleinigkeiten fertig

Bis auf ein paar Kleinigkeiten sei der Platz fertig. Weil man wegen der Kostenüberschreitung von Wünschen abrücken musste, konnte man nun bei den Kosten eine Punktlandung verzeichnen. "Es ist ein schöner, offener und weitläufger Platz geworden und er passt in Kombination mit der Kirche sehr gut", blickte der Bürgermeister rundum. Er hoffe, dass der Platz genau so gut angenommen werde wie bei der Übergabe. Sein Dank galt seinen Mitarbeitern, Schumacher und dessen Stellvertreterin Barbara Grauel, die während der Bauzeit oft vor Ort waren.

Bürgermeister überreicht Kabeltrommel

Dem Rotstift zum Opfer gefallen ist der Wunsch nach einer unter der Straße durchführenden Stromtrasse – dafür überreichte Fabian Meschenmoser einen grünen Karton mit "mobiler Stromversorgung": eine Kabeltrommel für den Außenbereich. Sie reicht bis zur Molke, dem Dorfgemeinschaftshaus schräg gegenüber.

Inspiriert von der bestehenden "Tafel", dem großen Tisch und den Sitzbänken, auf denen Bastian, 11, und Marius, 14, sitzen, gestaltete Planer René Fregin den Dorfplatz.
Inspiriert von der bestehenden "Tafel", dem großen Tisch und den Sitzbänken, auf denen Bastian, 11, und Marius, 14, sitzen, gestaltete Planer René Fregin den Dorfplatz.

Als Planer René Fregin aus Herdwangen-Schönach den Platz das erste Mal mit der bereits bestehenden "Tafel", dem hölzernen Riesentisch mit den beidseitig platzierten Holzbänken sah, hatte er sogleich eine Assoziation, sagte er. Diese Gruppe wollte er in der Gestaltung mit aufgreifen und unterstützen. Dabei habe er viel Wert auf Details gelegt. Kleine Modelle wurden gebaut, was heute nicht mehr selbstverständlich sei. Hinter der zur Straße gewandten Seite ließ er eine Pergola installieren. Hier ranken bereits Kletterpflanzen, die einen Großteil der Tafel beschatten werden. "Wir wollten ein paar Farbtupfer reinbringen, deswegen waren uns Pflanzkübel ganz wichtig. Darauf greift man normalerweise zurück, wenn einem nichts anderes einfällt, aber der Platz benötigte das", so der Landschaftsarchitekt.

Drei Pflanzkübel gespendet

Schumacher überraschte mit der Nachricht, dass die Bürgergemeinschaft, der Planer und die Gemeinde Deggenhausertal je einen Pflanzkübel spendieren. Mit einem symbolischen Schnitt durch das rot-weiße Absperrband wurde der Platz offiziell als eröffnet erklärt. Gemeinsam stießen die Besucher, darunter etliche Gemeinderäte, auf die Neugestaltung an.

Details der Planung erläuterte Landschaftsarchitekt René Fregin aus Herdwangen gegenüber dem SÜDKURIER. Der asphaltierte Platz sei kleinteilig gewesen und habe eher einer Verkehrsinsel geähnelt. Man wollte einen "lebensfrohen" und großzügigen Treffpunkt schaffen. Deshalb wurde die Pflasterung durchgezogen und ein Betonboden mit besonderer, unterschiedlicher Oberfläche verwendet: Teils raue Steine, teils geschliffene, sodass sich daraus ein Mosaikeffekt ergibt. Die rosafarbenen Einschlüsse nehmen die Farbe der Kirche auf.

Eine Kabeltrommel übergab Bügermeister Fabian Meschenmoser (links) an Egon Schumacher, den Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft. Sie ist ein Trostpflaster für die gestrichene unterirdische Stromzuführung.
Eine Kabeltrommel übergab Bügermeister Fabian Meschenmoser (links) an Egon Schumacher, den Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft. Sie ist ein Trostpflaster für die gestrichene unterirdische Stromzuführung.

Grundriss ähnelt einem Füllhorn

Der 1991 errichtete Brunnen mit dem eingravierten St.-Martins-Motiv wurde mit Steinen bogenförmig umrandet und steht nun auf einem leicht erhöhten Podest. Der Grundriss des gesamten Platzes ähnele einem Füllhorn, einem Symbol überquellenden Lebens. Das wollte er zum Ausdruck bringen. Die Pergola wird von winterhartem Geißblatt berankt. Neben dem Brunnen spendet jetzt schon eine Dorflinde Schatten. Zum Gestein des Brunnens passen auch die Pflanzkübel aus Beton mit Granit-Charakter. Die drei Spender symbolisierten die gute Zusammenarbeit, so Fregin.