Die Gemeinde schafft ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10 für die Feuerwehr an. Das beschlossen die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung, in der sie auch der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans zustimmten.

Das neue Fahrzeug soll voraussichtlich ab Ende 2020 einsatzbereit sein. Der Rat beauftragte die Verwaltung, einen Zuschussantrag zu stellen. Bürgermeister Fabian Meschenmoser erklärte gegenüber dem SÜDKURIER: "Die Kosten für ein neues LF 10 betragen etwa 350 000 Euro. Der Zuschuss nach der entsprechenden Verordnung des Innenministeriums beträgt 92 000 Euro und wir hoffen natürlich auch auf einen Zuschuss aus dem Ausgleichstock."

Gemeinderat Ernst Mecking (CDU) betonte, dass die Feuerwehr schon früher ein zusätzliches Fahrzeug mit großem Wassertank für nötig befunden hatte. Mecking fragte daher: "Haben wir jetzt genug Wasser oder brauchen wir in wenigen Jahren ein weiteres Fahrzeug?" Kreisbrandmeister Henning Nöh verneinte das.

Details des Brandschutzbedarfsplans

  • Personalsituation: Die Feuerwehr hat derzeit genug Aktive, die gut ausgebildet sind. Mehr als ein Drittel der Mitglieder sind älter als 51 Jahre. Daher hat die Feuerwehr in den vergangenen Jahren ihre Werbung intensiviert, sodass derzeit 17 Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr aktiv sind. Durch gezielte Werbeaktionen konnten auch Quereinsteiger gewonnen werden. Die Feuerwehr will mit der Gemeinde die Werbung um Aktive verstärken.
  • Fahrzeugbeschaffung: In der großflächigen Gemeinde ist die Versorgung mit Löschwasser nicht überall sichergestellt, insbesondere im Bereich Ellenfurt und bei einzelnen Anwesen. Daher braucht die Feuerwehr im Ernstfall ein Fahrzeug mit großem Wassertank. Deshalb soll das 33 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), ehemals von der Abteilung Homberg, ausgemustert und dafür ein neues Löschgruppenfahrzeug angeschafft werden. Der Kreisbrandmeister unterstützt die Neuanschaffung durch entsprechende Zuschüsse. Zusätzlich können Mittel aus dem Ausgleichstock beantragt werden, da es sich bei der Feuerwehr um eine Pflichtaufgabe der Gemeinde handelt.
  • Hilfsfrist: Die Feuerwehr soll innerhalb von zehn Minuten den Einsatzort erreichen. Das gilt für besiedeltes Gebiet. Da es in der Gemeinde Deggenhausertal viele Gehöfte und Weiler gibt, die nicht als besiedeltes Gebiet gelten, könne eine etwas längere Hilfsfrist akzeptiert werden.
  • Brandmeldeanlagen: Die Feuerwehr hat immer mehr Probleme durch Brandmeldeanlagen, die Fehlalarme auslösen. Das war bei sieben von zehn Einsätzen der Fall. Hier fordert die Feuerwehr die Eigentümer auf, die Anlagen überprüfen zu lassen, damit es möglichst wenig Fehlalarme gibt.
  • Uniformen: Die Gemeinderäte stimmten zu, für die für 62 Aktiven der Feuerwehr im kommenden Jahr neue Uniformen der Firma Maier in Hüfingen anzuschaffen. Dafür werden 18 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Der Feuerwehrausschuss hatte mehrere Uniformmustersätze begutachtet und mehrere Angebote eingeholt.