Feste feiern macht Spaß. Wenn dabei noch etwas für einen sozialen Zweck herausspringt, umso besser. Beim Apfelherzfest im September verbanden die Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee und die Gemeinde Deggenhausertal beides: Die Äpfel, mit denen ein riesiges Herz gelegt wurde, hat die Mosterei Kopp im Anschluss verarbeitet und bietet den Saft jetzt an. Mit dem Erlös aus dem Verkauf werden das EU-Schulfruchtprogramm und Kindergärten in Deggenhausertal unterstützt.

Der Herzapfelsaft

Bei den Teilnehmern der kleinen Verkostung kam der Direktsaft gut an. Mit dabei waren Vertreter der Touristinfo Deggenhausertal und Markdorf, Zulieferer, Sylvia Westermann, die Geschäftsführerin der Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee, Laura Dilger von der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) und Bürgermeister Fabian Meschenmoser.

Probiert und für gut befunden: Den Herzapfelsaft kosteten (von links) Laura Dilger, Philipp Kopp, Fabian Meschenmoser, Sylvia Westermann, Martina Demmer, Nicole Keßler und Inha Gelhaar.
Probiert und für gut befunden: Den Herzapfelsaft kosteten (von links) Laura Dilger, Philipp Kopp, Fabian Meschenmoser, Sylvia Westermann, Martina Demmer, Nicole Keßler und Inha Gelhaar. | Bild: Christiane Keutner

1000 Liter Saft abgefüllt in 1000 Flaschen

Von den zehn bis zwölf Tonnen Äpfeln hatte die Mosterei Kopp 1400 Kilogramm versaftet. Das ergab 1000 Liter und damit ebenso viele Flaschen „Herzapfelsaft“. Der Rest der Äpfel wurde bei Kopps eingelagert. Der naturtrübe Apfelsaft wird als Sonderedition angeboten. Das Besondere an ihm sei, dass er nur einmal erhitzt wurde: „Das ist sehr selten, wird meistens nur für private Auftraggeber gemacht“, erklärte Philipp Kopp. Der nur einmal erhitzte Direktsaft schmecke mehr nach Apfel.

Philipp Kopp zapft ein Glas des regionalen Apfelsafts ab.
Philipp Kopp zapft ein Glas des regionalen Apfelsafts ab. | Bild: Christiane Keutner

Bei der Apfelherz-Aktion gingen die Äpfel aus

Sylvia Westermann rief die besondere Apfelherz-Aktion noch einmal in Erinnerung. 30 mal 30 Meter groß war das Herz, das zahlreiche Freiwillige in stundenlanger Arbeit auf einer Wiese gelegt hatten. Ursprünglich war es etwas kleiner geplant. Deshalb, und weil zehn Großkisten mit relativ kleinen Äpfeln von den Großhändlern geliefert worden waren, kam es kurzfristig zu einem Engpass; es fehlte an Früchten. Siegfried Kopp hatte im Ruck-Zuck-Verfahren noch acht Großkisten organisiert, sodass die Helfer weitermachen konnten.

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Sie hatten exakte Arbeit geleistet: Mit kleinen Zäunen wurden die Äpfel stabilisiert, damit sie nicht wegrollten, „und mit der schönsten Seite und den Stilen nach oben gelegt“, erzählte Fabian Meschenmoser. Sylvia Westermann berichtete vom Spaß der Teilnehmer, denen Jochen Kirchmann vom Landgasthof Linde in Limpach einen Eintopf zur Verpflegung spendiert hatte.

Reicht es für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde?

Das Fest im Deggenhausertal zog viele Besucher an. „Das hat auf dem Land mehr Charme“, glaubt Westermann, die die Zusammenarbeit mit dem Förderverein lobte, die Familie Roth als Besitzer der zur Verfügung gestellten Wiese, Pächter Bernd Keller, der im Vorfeld aufs Düngen verzichtet hatte, sowie Landwirt Norbert Steidle, der die Apfellesemaschine verliehen hatte.

Ob das Apfelherz einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bekommen wird, ist noch nicht entschieden. Sylvia Westermann sagte, sie sei in Kontakt mit den Verantwortlichen.