Großes Interesse, ein voll besetzter Saal, jede Menge Lacher und immer wieder Szenen-Applaus sind bezeichnend für den Auftritt der Theatergruppe Homberg-Limpach im Gasthaus Mohren im Limpach. So auch bei "Bäcker braucht Frau – oder Liebe ist für alle da", das ist das aktuelle Stück der Theatergruppe Homberg-Limpach.

Angespannte Lässigkeit in der "Garderobe": Vor der Premiere des Theaterstücks "Bäcker braucht Frau" im Saal des Gasthauses Mohren in Limpach fiebern die Darsteller dem Beginn der Vorstellung entgegen.
Angespannte Lässigkeit in der "Garderobe": Vor der Premiere des Theaterstücks "Bäcker braucht Frau" im Saal des Gasthauses Mohren in Limpach fiebern die Darsteller dem Beginn der Vorstellung entgegen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Über das Laientheater

"Das Laientheater in Limpach ist Tradition und es ist auch eine Aufgabe des Theaters auf bestimmte Dinge aufmerksam zu machen, sich kritischen Themen zu stellen", sagt der künstlerische Leiter Manfred Ströhle, der dazu eingeladen hat, sich gut unterhalten zu lassen und vielleicht über das eine oder andere nachzudenken.

Video: Wolf-Dieter Guip

Lustspiel in drei Akten

Das Lustspiel als Realsatire "Bäcker braucht Frau – oder Liebe ist für alle da" in drei Akten von Jürgen Kirner sei nicht belehrend, erklärt Manfred Ströhle, aber es würden Vorurteile beleuchtet und Klischees bedient, wobei viel Übertreibung, Humor und Witz eingebaut seien:

Geschäftsidee: Opa Erwin Dettermeier (links) will seinem Dating-Single Ludmilla Iwanow (rechts) altes Gebäck andrehen, Michi freut sich über den Umsatz.
Geschäftsidee: Opa Erwin Dettermeier (links) will seinem Dating-Single Ludmilla Iwanow (rechts) altes Gebäck andrehen, Michi freut sich über den Umsatz. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Familienbetrieb kämpft ums Überleben

In der Konditorei Dettermeier liegen die Nerven blank. Der etablierte Familienbetrieb kämpft ums Überleben. Einerseits hat in der Nachbarschaft ein Geschäft mit industriell gefertigten Backwaren eröffnet, das Kampfpreise bietet. Andererseits ist die Backstube veraltet und Behörden verhängen Auflagen und drohen mit amtlicher Schließung.

Dessous-Party in der Konditorei: Wenig Begeisterung zeigt Michi Dettermeier vom Treiben in seinem Verkaufsraum mit (von links) Elfriede Löhlein, Mutter Rosi Dettermeier und Agnes Stöckle.
Dessous-Party in der Konditorei: Wenig Begeisterung zeigt Michi Dettermeier vom Treiben in seinem Verkaufsraum mit (von links) Elfriede Löhlein, Mutter Rosi Dettermeier und Agnes Stöckle. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Neue Produkte ohne Erfolg

Enkel Michi Dettermeier hat den Betrieb geerbt. Er entwickelt neue Produkte, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg bringen, zumal die Kunden auf die Preise der Konkurrenz verweisen. Von seinem Vater Andreas, genannt Tango, der einen Biervertrieb in die Konditorei integrieren will, ist keine große Hilfe zu erwarten, da dieser sich Wein, Weib und Gesang hingibt. Der Großvater Erwin chattet lieber im Internet, um als Witwer eine neue Frau zu finden – seine Idee für Seniorenbacken geht gründlich daneben. Mutter Rosi will mit einer Dessous-Party die Kundenfrequenz ankurbeln.

Geschäftsidee: Opa Erwin Dettermeier (links) will seinem Dating-Single Ludmilla Iwanow (rechts) altes Gebäck andrehen, Michi freut sich über den Umsatz.
Geschäftsidee: Opa Erwin Dettermeier (links) will seinem Dating-Single Ludmilla Iwanow (rechts) altes Gebäck andrehen, Michi freut sich über den Umsatz. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Outing während Casting-Show

Michis Schwester Kerstin bringt ein Fernseh-Team in die Konditorei, damit sich Michi für eine Show "Bäcker braucht Frau" bewirbt. Ungewollt outet sich der junge Bäcker in der Show als Homosexueller, was den Frauenbund veranlasst, den indischen Pfarrer der Gemeinde zum Gesundbeten zu überreden. Schlussendlich bietet der Patissier und Geschäftsmann Florian Löhlein dem Michi ein unkonventionelles Rettungskonzept für dessen Konditorei...

Das Outing als Homosexueller (von links): Schwester Kerstin Dettermeier hat ihren Bruder Michi für ein Casting angemeldet, Regieassistentin Lena sowie Kameramann Berni sind völlig überrascht.
Das Outing als Homosexueller (von links): Schwester Kerstin Dettermeier hat ihren Bruder Michi für ein Casting angemeldet, Regieassistentin Lena sowie Kameramann Berni sind völlig überrascht. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Lob aus Zuschauerreihen

Das turbulente Stück bietet immer wieder ebenso überraschende wie humorvolle Szenen. Ein Zuschauer zeigt sich von der Leistung der Schauspieler sehr beeindruckt: "Sie spielen alle sehr ausdrucksstark und pointiert, mit großer Hingabe und ihre Begeisterung überträgt sich aufs Publikum."

Gesundbeten: Agnes Stöckle (links) vom Frauenbund und Nachbarin Elfriede Löhlein wollen den indischen Pfarrer Saji Nallikunnel überreden, den homosexuellen Michi Dettermeier zu heilen.
Gesundbeten: Agnes Stöckle (links) vom Frauenbund und Nachbarin Elfriede Löhlein wollen den indischen Pfarrer Saji Nallikunnel überreden, den homosexuellen Michi Dettermeier zu heilen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Elisa Thum aus Wahlweiler, die jedes Jahr zum Theater nach Limpach kommt, findet: "Es ist sehr witzig und humorvoll und ich war völlig überrascht, dass sich der Michi als schwul outet." Kerstin Schmid aus Passau ist zu Besuch im Deggenhausertal: "Das Stück gefällt mir gut und vor allem der schwäbische Dialekt." Kerstin Schmid findet es ganz toll, dass das Thema Homosexualität so schön rübergebracht wird. Heute habe ja fast jeder einen Schwulen in der Familie und das Thema sei eigentlich normal – allerdings würde es im ländlichen Raum oftmals noch totgeschwiegen.

Sympathie: Kerstin Dettermeier beobachtet, wie es zwischen dem Patissier Florian Löhlein (links)und ihrem Bruder Michi funkt.
Sympathie: Kerstin Dettermeier beobachtet, wie es zwischen dem Patissier Florian Löhlein (links)und ihrem Bruder Michi funkt. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Weitere Aufführungen

Weitere Vorstellungen der Theatergruppe Homberg-Limpach im Gasthaus Mohren in Limpach finden am 3., 4. und 5. Januar jeweils um 19 Uhr statt. Der Kartenvorverkauf beim Werbezentrum Wauer in Untersiggingen zu den üblichen Öffnungszeiten oder per E-Mail: theaterkarten@gmx.net. Eine Sondervorstellung gibt es am 12. Januar um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Beuren; Karten hierfür unter 0 75 54/7 80 oder beuren@feuerwehr.salem.de