Nach einem Jahr ist Heiko Manz wieder zurück in seiner Heimat, bei seiner Familie und seinen Freunden. Hinter dem 18-jährigen Schüler aus Wittenhofen liegt ein aufregendens Auslandsjahr in Panama mit Höhen und Tiefen. Im SÜDKURIER hat er von seinen Erlebnissen berichtet, per Mail Texte und Bilder geschickt. Nun erzählt er bei einer Tasse Kaffee in einer Markdorfer Bäckerei, wie ihn die vergangenen Monate geprägt und verändert haben. Rein optisch fällt zuerst der Bart auf, den Heiko Manz trägt. "Alle sagen zu mir, ich sei als Jugendlicher gegangen und als junger Mann zurückgekommen." Er ist offener, selbstbewusster, aber auch gelassener geworden. Mit seinen Spanisch-Kenntnissen ist er zufrieden, auch wenn es etwas länger gedauert hat, bis diese saßen.

In den ersten Monaten hat er kaum Spanisch gelernt, da in der Gastfamilie Englisch gesprochen wurde und aufgrund von Ferienzeiten und Ortswechseln ein Unterrichtsbesuch Seltenheitswert hatte. Erst bei seiner dritten Gastfamilie fühlte sich Heiko Manz willkommen und in Panama angekommen. Das war über ein halbes Jahr nach seiner Ankunft. "Egal, was passiert ist, ich habe nie aufgegeben", so Manz, der zwar kurz davor gewesen ist, alles abzubrechen, aber das Jahr unbedingt durchziehen wollte. Er zieht eine positive Bilanz: "Ich kann jedem empfehlen ins Ausland zu gehen und seine Erfahrungen zu machen."

Auf die Erfahrung einen Überfall mitzuerleben, hätte er allerdings gerne verzichtet. Heute kann er über das Erlebte locker berichten, damals saß der Schock tief. Die Familie, bei der er lebte, war abends zuhause von unbekannten Tätern überwältigt und gefesselt worden. Über vier Stunden waren die Einbrecher im Haus und nahmen alles mit. "Ich bin froh, dass wir das überstanden haben", so Manz. Der Verlust von Laptop, Kamera, Dokumenten und Bargeld sei zwar schmerzhaft, aber verkraftbar gewesen. Ein guter Freund aus Deutschland kam kurz danach zu Besuch und half Heiko Manz das Geschehene zu verarbeiten.

Die Einwohner von Panana, die "Panamaer", hat der 18-Jährige als sehr verschlossen erlebt. Wirkliches Interesse an seiner Person habe er kaum wahrgenommen, eher musste er mit den Vorurteilen gegenüber einem "reichen Amerikaner" kämpfen. "Dabei bin ich weder Amerikaner noch reich", sagt Manz und lacht. Besonders gut gefallen, hat ihm am Ende seines Aufenthaltes die Reise von Panama über Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Honduras, Guatemala bis nach Mexico. Hier hat er einiges erlebt und gesehen, bevor es wieder zurück nach Deutschland ging. Nur den berühmten Panamakanal hat er nie besucht.

Heiko Manz möchte sich in Zukunft gerne ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, da er weiß, wie wichtig es ist, in einem fremden Land integriert zu werden. "Ich möchte die Menschen, die nichts mehr haben und zu uns kommen, kennenlernen", sagt der 18-Jährige.

Zur Person

Heiko Manz, 18 Jahre, aus dem Deggenhausertal hat an der Berufsfachschule in Überlingen seinen Realschulabschluss gemacht. Zuvor hat seinen Hauptschulabschluss am Salemer Bildungszentrum absolviert. Der Austausch nach Panama erfolgte auf einseitiger Basis über die freiwillige Organisation AFS. Manz macht nun sein Abitur. (shn)